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Maskenpflicht Bayern FFP2-Maskenpflicht - auch im Auto

In Bayern müssen im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkauf FFP2-Masken getragen werden. Wie oft man eine FFP-Maske tragen darf und wann Sie auch im Auto eine Maske tragen müssen.

Stand: 23.03.2021 09:26 Uhr | Archiv

Junge Frau trägt eine FFP2-Maske | Bild: mauritius images

Wann muss ich im Auto eine Maske tragen

In Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 kann ab dem 29. März auch eine Maskenpflicht im Auto verhängt werden: Mitfahrer und Fahrer müssten dann medizinische Masken bzw. FFP-2 Masken auch in privaten Pkw tragen, wenn sie verschiedenen Hausständen angehören. Das geht aus dem Beschlusspapier von Bund und Ländern vom 22. März hervor.

Welche Inzidenz herrscht in Ihrer Stadt oder Ihrem Landkreis - interaktive Karte mit den aktuellen Inzidenzwerten.

FFP2-Maskenpflicht in Bayern seit 18. Januar

Seit Montag, 18. Januar, muss in Bayern im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen im Einzelhandel eine FFP2-Maske getragen werden. Das gilt für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren. Das hatte das bayerische Kabinett beschlossen. Begründet wurde diese Maßnahme mit dem immer noch hohen Infektionsgeschehen im Freistaat.

Bundesweit medizinische Masken im Nahverkehr und beim Einkauf

Und auch der Bund legte in einer vorverlegten Krisensitzung am 19. Januar fest, dass deutschlandweit nur noch medizinische Masken getragen werden dürfen. Das bedeutet das Aus für selbstgenähte Stoffmasken. Beim Einkaufen und im Nahverkehr dürfen in Deutschland nur noch OP-Masken, KN95- und FFP2-Masken getragen werden. In Bayern bleibt es bei den FFP2-Masken im Einzelhandel und im öffentlichen Personennahverkehr.

Wo besteht in Bayern FFP2-Maskenpflicht?

In Geschäften, Einkaufszentren, Supermärkten sowie auf den Parkplätzen vor Supermärkten besteht für Personen ab 15 Jahren eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske oder einer vergleichbaren Schutzmaske mit den Bezeichnungen KN95 und N95. Auch beim Abholen von Waren im Einzelhandel, bei Click + Collect, muss eine FFP2-Maske getragen werden. Die Pflicht gilt für Kunden, nicht für das Personal. Auch Besucher von Altenheimen, Pflege- und Behinderteneinrichtungen müssen FFP2-Maske tragen.

FFP2-Maskenpflicht auch an Haltestellen und in Taxen

Im öffentlichen Personennahverkehr, auch an Haltestellen, besteht in Bayern seit dem 18. Januar eine FFP2-Maskenpflicht. Auf Anfragen des BR antwortete das bayerische Gesundheitsministerium, dass auch am Taxistand und in Taxen eine FFP2-Maske von den Fahrgästen aufgesetzt werden muss. Der Taxifahrer selbst muss keine FFP2-Maske tragen, wenn es eine Trennvorrichtung zwischen Fahrer- und Fahrgastraum gibt: "Das Fahrpersonal ist von der Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske nicht erfasst", so das Ministerium auf Nachfrage. Bei Kontakt mit den Fahrgästen, bei Hilfestellungen oder bei der Bezahlung, eine Alltagsmaske tragen. In Fernzügen gilt die FFP2-Maskenpflicht nicht, es reicht eine sogenannte Alltagsmaske.

Personal in Pflegeheimen - auch hier FFP2-Maskenpflicht

Auch das Personal in Alten- und Pflegeheimen muss FFP2-Masken tragen. Das gilt ebenso für Besucher.

Gottesdienste: FFP2-Masken Pflicht

Auch in Kirchen, Synagogen und Moscheen müssen FFP2-Masken getragen werden.

Warum gilt die FFP2-Maskenpflicht nicht für Beschäftigte des Einzelhandels

Die Kunden in Bayern müssen beim Einkaufen eine FFP2-Maske tragen, das Verkaufspersonal allerdings nicht: "(...) für die Beschäftigten im Einzelhandel bleibt es - zur Wahrung der Vorgaben des Arbeitsschutzes - bei der bisherigen Regelung. Es genügt also eine Mund-Nasen-Bedeckung", schreibt das bayerische Gesundheitsministerium im FAQ zur FFP2-Maskenpflicht.

FFP2-Maskenpflicht auch in Arzt- und Physiotherapie-Praxen

In Physiotherapie und Arztpraxen sind auch FFP2-Masken zu tragen:

"Dies schließt auch Arztpraxen sowie alle sonstigen Praxen, soweit in ihnen medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen erbracht oder medizinisch notwendige Behandlungen angeboten werden und soweit die Art der Leistung das Tragen einer Maske zulässt, mit ein."

Begründung Begründung der Verordnung zur Änderung der Elften BayerischenInfektionsschutzmaßnahmenverordnung (11. BayIfSMV) vom 15. Januar 2021

FFP2-Masken sind seit dem 16. Dezember auch in Krankenhäusern bei Besuchen oder in Pflegeheimen vorgeschrieben.

Woher bekomme ich eine FFP2-Maske?

FFP2-Masken können Sie in Apotheken, in Drogeriemärkten (dm, Rossmann) und im Internet erwerben.

Hier erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf einer FFP2-Maske achten müssen: Wie erkenne ich echte FFP2-Masken?

Warum sind FFP2-Masken in der Apotheke so teuer

In den Apotheken kosten die FFP2-Masken bis zu acht Euro. Der Apothekerverband begründet das auf Anfrage des BR damit, dass die Einkaufspreise für die Masken auf dem Markt sehr stark schwanken würden und außerdem in den Apotheken zu den Masken intensiver beraten würde als zum Beispiel in Drogeriemärkten.

FFP2-Masken - wie oft kann ich sie verwenden

FFP2-Masken (englisch für "filtering face piece") sind in der Anschaffung recht teuer, aber eigentlich Einwegprodukte, die man nach Durchfeuchtung wegwerfen sollte. Wie oft kann ich sie im Privatbereich gefahrlos wiederverwenden? Dazu verweist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf ein Forschungsprojekt der Fachhochschule Münster. Dort wurde untersucht, wie man im privaten Gebrauch FFP2-Masken mehrmals verwenden könnte. Eine Desinfektion im Backofen sei möglich, dabei muss aber eine genaue Temperatur eingehalten, sonst nimmt die Maske Schaden oder Viren werden nicht beseitigt:

"Bei 80°C sind nach 60 Minuten SARS-CoV-2 vollständig inaktiviert, andere Erreger deutlich reduziert. Die Filterleistung bleibt erhalten; die elastischen Haltebänder können an Zugkraft verlieren."

Fachhochschule Münster

Vor der Desinfektion im Backofen sollte die getragene Maske nach dem Tragen am Vortrag getrocknet sein. So beschreiben die Forscher das richtige Vorgehen:

"Außerhalb des Backofens ist das saubere Backofenrost/Gitter mit Backpapier zu belegen. Legen Sie die trockene Maske und ein Braten- bzw. Backofenthermometer auf das Backpapier, belassen es aber noch außerhalb des Ofens. Stellen Sie den Backofen auf 80°C Ober- und Unterhitze (es ist nicht bekannt, ob sich bei Umluft/Heißluft Erreger von der Maske lösen können) ein.

Nach der Vorheizzeit schieben Sie das Rost samt Maske(n) in den Ofen. Achten Sie auf ausreichend Abstand der Masken zu Ober- und Unterboden des Ofens (ca. 10 cm; kleine Öfen sind ungeeignet). Belassen Sie die FFP2-Maske 60 Minuten im geschlossenen Ofen, öffnen Sie diesen bitte nicht zwischendurch. Stellen Sie den Ofen nach 60 Minuten ab und lassen die Maske anschließend auf dem Rost außerhalb des Backofens abkühlen."

Die Maske sollte auf diese Art maximal fünf Mal wieder aufbereitet und dann im Hausmüll entsorgt werden, empfiehlt die Fachhochschule Münster.

Eine andere Alternative: Die FFP2-Maske an der Luft für 7 Tage trocknen lassen. Wichtig: Nicht auf der Heizung (da kommt es zusammen mit der Feuchte zu einem Klima, die die Keimvermehrung fördert).

"Unter der Annahme, dass eine Reduktion um über 95% das mögliche Risiko einer Infektion auf ein vertretbares Maß minimiert, sollten FFP2-Masken frühestens ab dem siebten Tag wieder getragen werden", so die Forscher. Auch diese Prozedur sollte nur fünf Mal angewandt werden. Danach rät die Fachhochschule Münster zur Entsorgung der FFP2-Maske.

FFP2-Masken nie in die Mikrowelle

Das BfArM warnt davor, FFP2-Masken in der Mikrowelle zu behandeln oder sie zu waschen: "Bitte beachten Sie auch, dass FFP2-Masken nicht in der Mikrowelle, der Wasch- oder Spülmaschine oder mit UV-Licht aufbereitet werden sollen. Während UV-Licht i.d.R. nur an der Oberfläche wirkt, können die mechanische Belastung und die Belastung mit Reinigungsmitteln in der Wasch- oder Spülmaschine die Masken beschädigen und die Filterwirkung herabsetzen." In der Mikrowelle, so das BfArM, herrscht nicht überall die gleiche Temperatur, so dass diese für die Maske an manchen Stellen zu hoch sein kann, an anderen Stellen zu niedrig, um die Viren zuverlässig abzutöten.

Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in Innenstädten

Die Maskenpflicht gilt mit der Verlängerung des Lockdowns grundsätzlich auch an Orten im Freien mit Publikumsverkehr in Innenstädten - also beispielsweise in Fußgängerzonen.

Dazu gilt eine Maskenpflicht draußen auch an jenen Orten, an denen sich Menschen auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten. Die örtlichen Behörden legen diese Orte fest.

Wann Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Seit dem 2. November gilt auch eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz. Diese gelte dann am Arbeitsplatz, soweit der Mindestabstand von 1,5 m nicht zuverlässig eingehalten werden kann. Bundeskanzlerin Angela Merkel appelierte am 19. Januar sowie am 10. Februar in der Pressekonferenz nach dem Corona-Gipfel mit den MinsterpräsidentInnen auch erneut an die Arbeitgeber, Home-Office zu ermöglichen.

Maskenpflicht in den Schulen - ab wann müssen in Bayern Masken getragen werden?

Seit dem 2. November muss in ganz Bayern in den Schulen auch im Unterricht Maske getragen werden. Das gilt auch in den Grundschulen. Und zwar unabhängig vom Corona-Inzidenzwert vor Ort, so ein Sprecher des bayerischen Kultusministeriums.

Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bayern

250 Euro kostet es diejenigen, die im öffentlichen Personennahverkehr oder in Geschäften keine Maske tragen. Wer immer wieder gegen die Maskenpflicht verstößt, von dem können 500 Euro Bußgeld verlangt werden. Wer sich trotz Anordnung nicht in Quarantäne begibt, muss 2.000 Euro zahlen. Überwacht wird das von Polizei und Gesundheitsbehörden.

Maskenpflicht am Flughafen, in Flugzeugen und in Fernzügen

In allen bayerischen Flughäfen, also auf dem Flughafen München, dem Flughafen Nürnberg und dem Allgäu Airport Memmingen, gilt in den Abfertigungshallen für Passagiere und für Mitarbeiter Maskenpflicht. Eine Maske muss man seit 18. Mai als Passagier auch im Flugzeug tragen, so das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration.
Und auch in Zügen oder in Bussen des Fernverkehrs muss eine Community- (oder Stoff-)maske getragen werden.

Maske zu Hause tragen - Studie

Eine Studie aus China hat Beweise dafür gefunden, dass das Tragen einer Maske zu Hause Familienmitglieder effektiv vor einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 schützen kann. Die Forscher um Studienleiter Yu Wang, die ihre Ergebnisse jüngst im British Medical Journal veröffentlichten, hatten zwischen 28. Februar und 27. März 2020 335 Menschen in 124 Pekinger Familien telefonisch befragt, in denen mindestens ein Familienmitglied an Covid-19 erkrankt war. Hatte der Infizierte bei Familienkontakten einen Mund-Nasen-Schutz getragen, noch bevor er Krankheitssymptome entwickelte, sank die sogenannte "second attack rate", also die Zahl derer, die sich bei einem Infizierten angestecken, um 79 Prozent. Bei einem erkrankten Familienmitglied steckten sich insgesamt 23 Prozent der Angehörigen in einem Haushalt an. Die Forscher empfehlen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu Hause besonders für Familien, in denen sich ein Familienmitglied in Quarantäne befindet.

Maskenpflicht Bayern - Ausnahmen

Bei bestimmten gesundheitlichen Einschränkungen muss man keine Mund-Nasen-Maske tragen: Das gilt für Menschen, die an einer Behinderung leiden, die das Tragen einer Maske "unzumutbar" machen. Oder für Asthma-Kranke.

"Auch Menschen mit einer Hörbehinderung sowie die jeweils gegenüberstehenden Personen können zum Zwecke der Kommunikation die Mund-Nasen-Bedeckung abnehmen. Dies ist aber auf den eigentlichen Kommunikationsvorgang zu beschränken, z.B. beim Bestellvorgang an der Verkaufstheke. Unmittelbar danach muss die 'Maske' wieder aufgesetzt werden."

Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration

Wichtig: Die Betroffenen müssen eine ärztliche Bescheinigung mit sich tragen, die "die die fachlich-medizinische Beurteilung des Krankheitsbildes (Diagnose), den lateinischen Namen oder die Klassifizierung der Erkrankung nach ICD 10 sowie den Grund, warum sich hieraus eine Befreiung der Tragepflicht ergibt, enthält", so das Bayerische Innenministerium auf seiner Website.

Maskenpflicht in Bayern für Kinder und Jugendliche

Kinder nach dem sechsten Geburtstag, also ab dem siebten Lebensjahr, müssen in Bayern seit dem 27. April eine Mund-Nasen-Maske tragen. Jüngere Kinder müssen diese nicht aufsetzen.

Bei den FFP2-Masken gilt die Pflicht, sie zu tragen, erst ab 15 Jahren.