Bayern 1


153

Silberfische bekämpfen Warum gibt es gerade so viele Silberfischchen?

Silberfischchen in der Wohnung - brr, da gruselt's vielen von uns. Und gerade im Sommer scheinen sogar besonders viele davon unterwegs zu sein. Wir erklären, woran es liegt - und wie man sie wieder los wird.

Stand: 11.07.2019

Mann wischt Wohnung | Bild: mauritius-images

Silberfische in der Wohnung sind zugegebenermaßen nicht schön. Aber eigentlich sind die flügellosen Insekten, die offiziell tatsächlich verniedlicht Silberfischchen (Lepisma saccharina) heißen, weder unhygienisch noch Krankheitsüberträger. Ihr Beiname "Saccharina" deutet auf ihre Vorliebe für Zucker hin, denn sie fressen vor allem gerne zucker- und stärkehaltige Lebensmittel. Silberfische verspeisen aber auch Schädlinge wie die Allergie auslösenden Hausstaubmilben und machen sich sogar über Schimmel her.

Warum sieht man gerade im Sommer so viele Silberfischchen?

Silberfischchen mögen Wärme und Feuchtigkeit - im Bad fühlen sie sich daher besonders wohl.

Silberfischchen lieben Feuchtigkeit - und sie lieben Wärme: "Die optimale Temperatur für Silberfischchen liegt bei 25 bis 30 Grad", sagt Schädlingsbekämpfer Simon Hallauer von der SysTec Schädlingsbekämpfung. Und: "Dazu mögen sie eine hohe Luftfeuchtigkeit - und die entsteht bei höheren Temperaturen natürlich schneller als bei kühleren." Damit ist klar, warum Sie unter Umständen im Sommer mehr Silberfischchen in den eigenen vier Wänden sehen: Es gibt einfach mehr davon.

Viele Silberfischchen im Sommer: Haben sie gerade Paarungszeit?

Silberfischchen pflanzen sich das ganze Jahr über fort. Beim Paarungsritual spinnen die Männchen eine Schnur, an der die Spermapakete befestigt sind. Und die Weibchen hangeln sich an der Schnur entlang und sammeln diese Pakete ein. Silberfischchen legen pro im Schnitt 100 Eier, was erstmal ziemlich wenig erscheint. Allerdings: Bei optimalen Bedingungen werden die Tiere schneller geschlechtsreif. Dann können sie sich nicht erst nach eineinhalb Jahren, sondern schon nach wenigen Monaten fortpflanzen.

"April und Mai 2019 waren relativ warm - und da konnten sich die Tiere einfach schneller vermehren. Und deshalb sieht man im Juni, Juli und August wahrscheinlich auch einfach mehr Silberfischchen."

Schädlingsbekämpfer Simon Hallauer von der SysTec Schädlingsbekämpfung in Ingolstadt

Silberfische sind Warnsignal vor Schimmel

Am wohlsten fühlen sich die Insekten in Räumen mit einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 80 Prozent - also dort, wo man sie am wenigsten haben möchte: im Bad und in der Küche. Die normale Luftfeuchtigkeit im Haushalt sollte bei 40 bis 60 Prozent, im Bad maximal bis 70 Prozent liegen. Um es klar zu sagen, Silberfischchen sind daher nicht das Problem, sondern eher ein Alarmsignal für eine zu feuchte Wohnung, möglicherweise sogar für Schimmel.
Ist ein rosa bis oranger Belag in den Fugen an der Dusche? Sind kleine schwarze Punkte auf den Fensterrahmen? Wie sieht die Wand in den Zimmerecken aus?
Falls Sie in Ihren vier Wänden Schimmel entdecken: Wer zahlt bei Schimmel in der Wohnung?

Silberfische im Bad

Bevor Sie auf die Jagd nach den Silberfischchen gehen, ist es also viel wichtiger, ein trockeneres Raumklima herzustellen. Das erreichen Sie nicht durch eine höhere Temperatur (warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen), sondern durch konsequentes Lüften. Das Badezimmer nach dem Baden oder Duschen gut durchlüften. Auch das Schlafzimmer früh und abends Stoßlüften. Wäsche nicht in der Wohnung trocknen, oder anschließend lüften. Am besten drei Mal am Tag und nach Bedarf für fünf Minuten die gegenüberliegenden Fenster aufreißen.

Silberfische in der Wohnung

Um den Silberfischen auf den schimmernden Leib zu rücken, sollten Sie auch ein paar Vorsorgemaßnahmen treffen: Nachts sollten weder Lebensmittel noch Tierfutter offen herumstehen. Sorgen Sie dafür, dass weder Essensreste (Krümel, Zucker etc.) noch Futterreste auf dem Boden liegen. Die silbrigen Insekten vermehren sich zwar langsam, sie wohnen aber im Untergrund Ihrer Wohnung - hinter Sockelleisten, Tapeten oder in kleinen Ritzen und Spalten, und daher sind die "Schädlinge" nicht ganz einfach wieder loszubekommen.

Silberfische vertreiben oder einfangen?

Viele Mittel setzen darauf, Silberfische zu vertreiben - aber das löst nicht das Problem.

Die meisten Mittelchen aus dem Küchenschrank, die u.a. im Internet empfohlen werden, setzen lediglich auf die Vertreibung der Silberfischchen. Mit Gerüchen von frischem Lavendel, Zitronen oder Gurken sollen die Insekten vergrämt werden, da die Duftnoten für sie unangenehm sein sollen. Aber wohin gehen sie dann? In einem freistehenden Haus finden die Silberfische immer Winkel zum Rückzug, in einer Etagenwohnung freut sich gleich der Nachbar über Familienzuwachs.

Eine im Internet oft gesehene Methode sind selbstgebaute Glasfallen - sie nutzen die Tatsache, dass Silberfische sich an Glasflächen nicht halten können. Mit Hilfe z.B. eines Einmachglases oder Ähnlichem und Haferflocken sollen die Insekten angelockt und in die Falle gelockt werden. Aber will man diverse Einmachgläser in der Wohnung verteilt stehen haben?

Hausmittel gegen Silberfische

Am einfachsten sind Klebefallen. Entweder bestreicht man Backpapierstreifen mit Honig und legt sie nachts aus. Oder man kauft Klebefallen mit Duftstoffen. Diese sollten so oft aufgestellt werden, bis keine Insekten mehr daran klebenbleiben. Achten Sie aber beim Kauf darauf, dass die Fallen ohne Insektizide und feuchtigkeitsbeständig sind. Giftsprays, Köder und auch Salmiak-/Ammoniakwasser (fällt oft sogar unter "Hausmittel") sind nicht nur für die Silberfischchen höchst ungesund, auch für die restliche Umwelt und zuletzt für Sie, den Anwender.

Unsere Tipps im Video:


153

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Bernhard Rößner, Mittwoch, 13.September 2017, 13:13 Uhr

1. Silberfische

Mein Test Backpapierstreifen mit Honig war das beste Mittel in einer Nacht 3 Silberfischchen 1großes und 2 kleine ( Die Familie ist ausgerottet )
Danke für die Info.