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Schwarzkümmelöl Wie gesund ist Schwarzkümmelöl wirklich

Schwarzkümmelöl soll Allergien lindern und den Cholesterinspiegel senken. Wie gesund ist es tatsächlich. Und: Könnte es gegen das Corona-Virus helfen?

Stand: 02.02.2021 | Archiv

Fläschchen mit Schwarzkümmelöl, Schwarzkümmel und Blüten des Schwarzkümmels liegen auf einem Holztisch | Bild: mauritius images

Schwarzkümmelöl gegen Corona - Studie

Thymochinon oder Thymoquinon, ein wichtiger Bestandteil des Schwarzkümmelöls, könnte das Potential haben, vorbeugend gegen eine Infektion mit dem Corona-Virus oder sogar unterstützend bei einer COVID-19-Erkrankung eingesetzt zu werden. Der Stoff aus dem Öl wirkt auch antiviral. In einer aktuellen Literaturstudie haben Dr. Andrei P. Sommer vom Institut für Mikro- und Nanomaterialien der Uni Ulm, Chemiker Horst-Dieter Försterling und Urologe Kurt G. Naber die Wirkung von Thymochinon mit den Malariamitteln Hydroxychloroquin und Chloroquin verglichen. Der Wirkstoff aus dem Schwarzkümmelöl sei den beiden anderen Wirkstoffen in der antiviralen Wirkung überlegen, schreiben die Wissenschaftler. Und habe auch nicht deren Nebenwirkungen. Anlass der Untersuchung: Andrei P. Sommer hat seine COVID-19-Erkrankung im Februar 2020 mit Schwarzkümmelöl behandelt. Er nahm dazu acht Tage lang drei Mal am Tag einen Teelöffel des Öls ein.

Die Wissenschaftler regten weitere klinische Studien an und hoffen, dass die Nanomedizin Trägerstoffe entwickelt, mit deren Hilfe Thymochinon direkt in die betroffenen Organe gelangen könnte.

Was ist Schwarzkümmelöl

Das Öl wird aus den Samen des Echten Schwarzkümmels gewonnen, Name der Pflanzenfamilie ist "Nigella sativa". Der Echte Schwarzkümmel stammt ursprünglich aus Asien, aber auch bei uns kann man ihn anbauen. Schwarzkümmel ist übrigens weder mit unserem Kümmel verwandt noch mit Kreuzkümmel, er gehört vielmehr zu den Hahnenfußgewächsen.

Schwarzkümmel als Gewürz

Als Gewürz kennt man die kleinen Samenkörner des Schwarzkümmels von Fladenbroten oder von orientalischen Gerichten. Sie sehen ein wenig aus wie Sesam in Schwarz und erinnern geschmacklich ein bisschen an Kreuzkümmel.

Schwarzkümmel als Naturheilmittel

Im Orient ist Schwarzkümmelöl seit Jahrtausenden ein traditionelles Heilmittel, das das Immunsystem stärken soll und gegen Verdauungsbeschwerden eingesetzt wird. Es gilt dort auch als Hausmittel für die Haut- und Haarpflege, innerlich eingenommen und auch äußerlich angewendet.

Fakt ist, dass Schwarzkümmelöl einen hohen Gehalt an gesunden, ungesättigten Fettsäuren enthält. Und einen hohen Gehalt an verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen, wie Saponine, Gerbstoffe und ätherische Ölen, allen voran das Thymoquinon, das antibakteriell und keimtötend wirkt. Die entzündungshemmende Wirkung des Thymoquinon bewiesen Forscher 1995 am Londoner King's College.

"Studien bei Patienten mit Asthma bronchiale, Heuschnupfen und atopischem Ekzem weisen auf die antiasthmatische und antiallergische Wirkung des Schwarzkümmels hin", schreibt Prof. Dr. Sigrun Chrubasik-Hausmann, Uni-Klinik Freiburg, in einem Überblick über die Studienlage zu Schwarzkümmel.

Schwarzkümmelsamen werden als Gewürz in der orientalischen Küche eingesetzt.

Schwarzkümmelöl scheint sich auch positiv auf den Blutzuckerspiegel auszuwirken und auf den Cholesterinspiegel. Auch bei Magen-Darm-Beschwerden kann die Einnahme von Schwarzkümmelöl hilfreich sein. Allerdings sind bisher manche der Studien mit einer kleinen Zahl an Versuchspersonen über einen kurzen Zeitraum durchgeführt worden.

Schwarzkümmelöl als Speiseöl kaufen

Wer Schwarzkümmelöl kaufen möchte, sollte darauf achten, dass es kaltgepresst ist. "Schwarzkümmelöl ist sehr empfindlich. Es hält sich maximal drei Monate", sagt Daniela Krehl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Ihr Tipp für den Einkauf von Öl: "Dass ein Pflanzenöl 'kaltgepresst' ist, erkennt man nur daran, dass es auch auf der Flasche steht. Fehlt der Hinweis, kann man davon ausgehen, dass das Öl erhitzt worden ist." Schwarzkümmelöl ist als kaltgepresste Variante teuer. Man bekommt es in Reformhäusern oder Biomärkten, manchmal auch in gut sortierten Supermärkten.

Schwarzkümmelöl in der Küche

Das Öl hat einen ganz eigenen, intensiven Geschmack - es schmeckt wie die Samen der Pflanze, leicht scharf, ein bisschen bitter und pfeffrig. Schwarzkümmelöl in die tägliche Ernährung einzubauen, wird also nicht für jeden einfach sein. Wer nur nach einem besonders gesunden Pflanzenöl mit einer hohen Zahl an ungesättigten Fettsäuren sucht, der kann auch zu Leinöl oder Walnussöl greifen, so Daniela Krehl.

Schwarzkümmelöl für den Hund - Schutz vor Zecken

Zecken mögen Blut nicht, das nach Schwarzkümmelöl riecht. Das fand 2014 der Regensburger Gymnasiast Alexander Betz heraus. Er selbst nahm Schwarzkümmelöl gegen seine Allergie ein und mengte es auch seinem Hund Filou ins Futter. Seitdem wurden beide auf den Spaziergängen nicht mehr von Zecken gebissen. In Versuchsreihen konnte er nachweisen, dass Zecken Blut meiden, das mit dem Öl des Schwarzkümmel versetzt war. Beim Landeswettbewerb Bayern von "Jugend forscht" präsentierte er seine Ergebnisse und bekam einen Preis für seine Forschungen.

Viele Hundebesitzer schwören auf Schwarzkümmelöl zur Fellpflege und bei Allergien. Auch Pferde werden in der Tiermedizin mit Schwarzkümmelöl behandelt, häufig wird eine Ölmischung mit Schwarzkümmelöl ins Fell gerieben als Schutz gegen Parasiten.

Schwarzkümmelöl - giftig für Katzen

Katzen vertragen Schwarzkümmelöl im Fressen dagegen überhaupt nicht, für sie ist es giftig. Grund: Katzen fehlt ein Enzym, um das Öl zu verstoffwechseln. Im schlimmsten Fall kann die Katze einen Leberschaden erleiden, wenn sie Schwarzkümmelöl verschluckt.