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Payback Rewe Warum gibt es bald kein Payback mehr bei Rewe?

Zücken Sie an der Supermarktkasse auch immer Ihre Payback Karte? Ende 2024 gibt's bei Rewe, Penny und Toom keine Punkte mehr - die Rewe Group führt ein eigenes Punktesystem ein. Aber warum?

Stand: 08.02.2023

Bezahlen im Supermarkt | Bild: mauritius-images

Die Rewe Group, einer der wichtigsten Paybackpartner, hat angekündigt, zum Jahresende 2024 auszusteigen. Bei Rewe, Penny, Toom & Co soll ein eigenes Punktesystem eingeführt werden.

Warum macht die Rewe Group bald nicht mehr bei Payback mit? 

"Es ist natürlich für die Supermarkt-Betreiber und Unternehmen sehr interessant, wenn sie die Daten der Verbraucher bekommen", erklärt Simone Bueb von der Verbraucherzentrale Bayern. Denn so können die Unternehmen direkt aus ihrem eigenen System Daten über die Kunden und deren Einkaufsverhalten abfragen, ohne dafür über Payback gehen müssen. 

Welche Informationen bekommt der Anbieter vom Kunden? 

Neben Namen und Alter erfahren die Anbieter von Bonusprogrammen sehr viel über ihre Kunden. Stichwort Einkaufsverhalten. "Wir beäugen das sehr kritisch, denn als Kunde werden Sie da schon sehr gläsern", erklärt Verbraucherschützerin Bueb. "Der Anbieter sieht genau, was Sie oft kaufen. Kaufen Sie zum Beispiel oft Alkohol? Kaufen Sie bestimmte Shampoos? Wenn Sie dann das Shampoo wechseln, kann man gezielt auf Sie eine Werbung zuschneiden. "Etwa, dass Sie einen Bonus erhalten, wenn Sie wieder Ihr altes Shampoo kaufen. Das bedeutet: Ihr gesamtes Einkaufsverhalten wird damit durchleuchtet und gläsern", so Bueb. 

Ich gebe meine Daten und bekomme dafür Sonderangebote - ein fairer Deal? 

"Bei Payback ist es zumindest so, dass Sie höchstens ein Prozent sparen - im Vergleich gesehen. Sie kriegen vielleicht auch mal ein Angebot, das höher ist. Und das ist natürlich auch Geld - ich will das gar nicht kleinreden", betont Simone Bueb. "Aber wir sehen das kritisch und sagen 'Lesen Sie sich bitte genau die Datenschutzbedingungen durch'. Es gibt etwa auch die Möglichkeit, dass die App dann Zugriff auf Ihr Handymikrofon hat. Und wenn Sie dann vielleicht auch noch gerne mal die Standortdaten angeschaltet haben, sieht der Supermarkt auch noch genau, bei welchem Shop Sie einkaufen. Sie werden einfach sehr, sehr verfolgbar."  

Können dann meine Daten unter Umständen auch ganz woanders landen? 

"Das sind so die Gruselszenarien, dass, wenn ich plötzlich ganz viel Alkohol oder ständig Zigaretten kaufe - dass das an die Krankenkasse weitergegeben wird", erzählt die Verbraucherschützerin und gibt zumindest ein bisschen Entwarnung: "Ich glaube, da sind wir noch gut im Datenschutz drin, dass das so einfach nicht geht." Aber: "Man weiß halt nicht, was im Hintergrund tatsächlich läuft. Deshalb sollte man wirklich sparsam mit seinen Daten umgehen."

Wenn ich Payback nicht mehr nutzen möchte - soll ich einfach meine Payback-Karte zerschneiden?

Die Anbieter der Bonussysteme müssen Kundendaten nach einer gewissen Zeit löschen. Verbraucherschützerin Bueb warnt allerdings: "Sie sollten nicht einfach Ihre Karte zerstören, sondern sich abmelden aus dem Programm bzw. kündigen, damit diese Fristen zur Löschung der Daten auch zu laufen beginnen."

Ist es Ihnen auch schon mal passiert? Paybackpunkte gestohlen - das steckt dahinter

Auch beim Einkaufen im Internet kann einiges schief laufen, wenn man nicht genau aufpasst. Lesen Sie dazu: Fake Shops erkennen - Ist dieses Schnäppchen echt oder werde ich hier abgezockt? und auch Online Einkaufen im Ausland - So vermeiden Sie teure Retouren


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