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Payback Punkte Klau Paybackpunkte gestohlen - das steckt dahinter

Auf einmal sind alle gesammelten Payback-Punkte auf der Karte weg? Was dahinter steckt und was Sie tun können.

Stand: 06.08.2020 12:38 Uhr

Mann reicht eine Karte an der Supermarktkasse an eine Kassenkraft | Bild: mauritius images

Sie haben bei Ihren Einkäufen lange Payback-Punkte gesammelt und auf einmal sind sie alle weg? Mit dieser Erfahrung sind Sie nicht allein. Es gibt sogar eine eigene Facebook-Gruppe "Payback Geschädigte" mit rund 700 Mitgliedern. Auch die Verbraucherzentrale NRW berichtet über viele Beschwerden. Aber auch in Bayern sind solche Fälle aufgetreten. Teilweise waren auf den Karten Guthaben von bis zu 100 Euro.

Payback-Punkte-Klau: Wo sind die Punkte hin

Die meisten der verschwundenen Punkte, das ergab eine Umfrage innerhalb der Facebook-Gruppe, seien bei Rewe eingelöst worden. Aber auch bei anderen Händlern wie Real oder Penny. Payback selbst besteht darauf, dass das eigene System sicher ist und verweist auf die Verantwortung der Kunden:

"Auf Anfrage der Verbraucherzentrale NRW weist Payback jede Schuld von sich: 'PAYBACK hat keine Sicherheitslücke.' Deshalb erstatte das Unternehmen 'gestohlene Punkte leider nicht zurück'. Das Problem seien 'Datendiebe'. Die profitierten unter anderem davon, dass Kunden schwache Passwörter wie '123456' wählen oder auf sogenannte Phishing-Mails klicken - gefakte Mails, die Verbrauchern Passwörter entlocken sollen."

Verbraucherzentrale NRW

In der Facbook-Gruppe melden sich aber viele Nutzer zu Wort, die weder Phishing-Mails erhalten noch einfache Passwörter gewählt haben.

Payback-Punkte weg: Haftet das Unternehmen?

"Payback ist natürlich verpflichtet, seine Systeme ausreichend vor Fremdzugriff zu sichern. Das Unternehmen wäre auch verpflichtet, Fremdzugriffe zu melden, und haftet auch für sein Sicherheitssystem", sagt Katharina Grasl, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Läge das Problem tatsächlich beim Kunden, sieht es anders aus: "Payback haftet nicht, wenn die Ursache für den Punktediebstahl beim Verbraucher selbst liegt, beispielsweise weil er Opfer eines Phishing-Angriffs wurde oder aber unsichere Passwörter nutzt", so Grasl weiter.

Payback-Punkte-Klau: Rückerstattung der Punkte?

Auf Kulanz können die Geschädigten wohl nicht hoffen. Payback selbst sagt auf seiner Website selbst zum Thema geklaute Punkte: "Werden Payback Punkte gestohlen und beispielsweise bei Rewe oder real eingelöst, liegt durch die vorhandenen, besonders hohen Sicherheitsvorkehrungen kein Verschulden von Payback vor. Auch die Payback Mitarbeiter oder die unserer Partnerunternehmen trifft keine Schuld. Payback kann gestohlene Punkte deshalb leider nicht erstatten. Wir bitten um Verständnis dafür, dass auch bei einer Reklamation oder Beschwerde keine rechtliche Verpflichtung dazu besteht."

Was Verbraucher bei Payback-Punkte-Klau tun können

Das raten die Verbraucherschützer Payback-Kunden:

Wenn Ihre Punkte noch da sind, lösen Sie sie ein, am günstigsten in Bargeld oder Gutschein.

Das Passwort ändern, wenn unklar ist, wie und wohin Ihre Punkte verschwunden sind.

Wenn Sie bestohlen worden sind, sollten Sie bei der örtlichen Polizei Anzeige erstatten. Lassen Sie sich dabei auch nicht von der eventuellen Skepsis der Polizeibeamten abhalten, denn: "Die Masse macht es. Wenn viele Strafanzeige erstatten, passiert eher etwas", so Katharina Grasl von der Verbraucherzentrale Bayern.

So funktioniert das mit den Payback-Punkten

31 Millionen Verbraucher in Deutschland nutzen Paybackkarten. 20 Millionen benutzen eine DeutschlandCard. Beide arbeiten mit dem gleichen Prinzip: Für die Transparenz des eigenen Einkaufsverhaltens gibt es im Gegenzug Punkte, für die Prämien gekauft werden können oder die in Bargeld ausgezahlt werden. Die Käuferdaten werden für personalisierte Werbung verwendet.

Die Verbraucherzentrale NRW hat ausgerechnet, dass der Rabatt mit der Payback-Karte bei einem halben Prozent liegt. Denn: Einen Punkt gibt es für jeweils zwei Euro Einkaufswert. Dieser Punkt hat dann einen Gegenwert von einem Cent. Rechenbeispiel: Für 100 Euro Punkteguthaben müsste man für eine Summe von 20.000 Euro eingekauft haben.

So können Sie übrigens leicht feststellen, ob Ihre Email gehackt wurde.


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