Bayern 1


16

Lebensmittelpreise Was sind unsere Lebensmittel wirklich wert?

Wie viel müssten Käse, Fleisch & Co. wirklich kosten, wenn Umweltfolgen und CO2-Belastung eingepreist wären? Der Discounter Penny hat ein Experiment dazu gewagt...

Von: Alexander Dallmus

Stand: 03.08.2021

Junge Frau vor eingeschweisstem Fleisch im Supermarkt, sie trägt eine Maske und überlegt, welches Produkt sie kaufen soll. | Bild: mauritius-images

Lebensmittelpreise in Deutschland zu niedrig?

Im Frühjahr 2020, noch vor dem Ausbruch der Pandemie, rief Angela Merkel zum großen Lebensmittelgipfel ins Kanzleramt. Vorausgegangen waren landesweite Bauernproteste gegen Preisdumping durch die großen Vier in Deutschland: Die marktbeherrschenden Handelsketten Lidl, Aldi, Edeka und Rewe (Marktanteil über 85%). Die waren auch bei der Kanzlerin geladen und im Kern ging es darum auszuloten, ob denn die Lebensmittelpreise im europäischen Vergleich tatsächlich so beschämend niedrig wären. Auch im Dezember 2020 hatte es heftige Bauernproteste gegen zu niedrige Lebensmittelpreise gegeben. Mit ihren Traktoren blockierten sie unter anderem Warenlager des Discounters Aldi. Auslöser waren Preisverhandlungen für Butter - den Landwirten ging es aber auch um die generelle Preispolitik des Lebensmitteleinzelhandels.

Der Handel sah das natürlich anders und kann es auch durch Zahlen und Statistiken belegen. Tatsächlich liegt Deutschland ganz knapp über dem errechneten durchschnittlichen, europäischen Preisindex (2019) für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke. Preislich ganz vorn sind natürlich Schweiz, Island und Norwegen - aber auch in europäischen Agrarländern wie Italien oder Frankreich kaufen die Verbraucher deutlich teurer ein als in Deutschland.

Allerdings umfassen die reinen Lebensmittelpreise nicht, was bei der Produktion an Kosten entstehen, die mittel- und langfristig die gesamte Gesellschaft betreffen. Das mahnte jüngst auch der britische Thronfolger und Bio-Landwirt Prinz Charles in einem BBC-Interview an. Charles sagte, er beobachte mit zunehmender Besorgnis, wie viele der "kostbaren Landschaften" des Landes im Namen der Effizienz langsam verkleinert wurden. Dabei würden die "versteckten Kosten" der modernen industriellen Landwirtschaft nicht berücksichtigt. Der Thronfolger nannte Schäden an Böden und Wasserläufen sowie Emissionen, die zur globalen Erwärmung beitragen.

Wieviel geben die Deutschen für Lebensmittel aus?

"Viel Geld stecken wir jedoch, im Vergleich zu anderen Posten der üblichen Lebenshaltungskosten nicht gerade in Lebensmittel. Neben Miete, Gesundheit, Freizeit oder Verkehr gehen ausschließlich für das Essen gerade mal 9,5% der Gesamtausgaben weg."

BAYERN 1 Umweltkommissar

"Was zeigt, dass der Wettbewerb in Deutschland extrem hart ist, wahrscheinlich sogar der härteste auf der Welt", sagt Andreas Krämer Sprecher des Discounters Penny, "und was dazu führt, dass die Preise sehr niedrig sind. Das ist richtig." Der EU-Schnitt liegt bei Ausgaben von 11,8 Prozent (ohne Getränke). Rumänen wenden beispielsweise fast ein Viertel ihrer Gesamtausgaben für Lebensmittel auf. Daher halten Wirtschaftswissenschaftler solche Zahlen auch für aussagkräftiger, was generell den Wert von Lebensmitteln angeht.

Was für die Landwirte und andere Lebensmittelproduzenten jedoch weit wichtiger ist: Was bleibt vom Verkaufspreis im Laden letztlich bei ihnen hängen? Über den zunehmenden Druck und Preisdumping seitens des Einzelhandels wird seit Jahren geklagt. Zwar ist mittlerweile die so genannte UTP-Richtlinie der EU über unfaire Handelspraktiken im Bundestag verabschiedet worden. Allerdings beinhaltet sie noch immer keine Forderung nach kostendeckenden Erzeugerpreisen.

Wie setzen sich die Lebensmittelpreise zusammen?

Die in Deutschland üblichen, durchschnittlichen Lebensmittelpreise hängen - wie in jedem anderen Land auch - natürlich sowohl von den Entstehungskosten wie auch von der nachgelagerten Logistik ab (Transport, Lagerung etc.). Außerdem bilden auch die Besteuerung (MwSt. u.ä.) den Preis, das durchschnittliche Lohnniveau sowie die Konkurrenz-Situation im Einzelhandel. Für den Handel selbst sind neben Angebot und Nachfrage auch Qualität, Verlässlichkeit der Zulieferer und seit einiger Zeit auch Kriterien wie Nachhaltigkeit oder faire Produktionsbedingungen wichtig.

Was sind die "wahren Kosten" von Lebensmitteln?

Was auf den Preisschildern des Einzelhandels bislang nicht berücksichtigt und damit auch preislich nicht fixiert wird: Alle externen Effekte, die eben nicht direkt zwischen Einkauf und Wiederverkauf liegen. Für den Augsburger Wirtschaftswissenschaftler Tobias Gaugler, vom Materials Ressource Management der Uni Augsburg, sind das aber ganz wichtige Parameter, die schließlich erst zusammengenommen den wahren Wert eines Lebensmittels ergeben. Die wahren Kosten der Lebensmittel sind seines Erachtens aber nicht im Preis enthalten. Was bedeutet es zum Beispiel, wenn Äpfel durch Zufuhr von Stickstoff und bei Temperaturen zwischen ein und zwei Grad auch Monate nach der Ernte noch künstlich frisch gehalten werden?

Deshalb sind von den Augsburger Forschern insgesamt vier Faktoren zur Ermittlung eines Preises, in welchem auch diese externen Effekte berücksichtigt sind, herangezogen worden. Neben dem bekannten Treibhausgas CO2 sind Nitrat und Stickstoff, der Energiebedarf sowie Landnutzungsänderungen (z.B. Brandrodung von Regenwald für den Anbau von Futtermittel), als maßgebliche Treiber von Umweltfolgekosten ausgemacht worden:

"Diese Folgekosten haben wir uns näher angesehen und versucht, dem aktuellen Verkaufspreis die wahren Kosten eines Produkts gegenüberzustellen. Also das auf ein zweites Preisschild zu schreiben, was das Lebensmittel eigentlich kosten müsste."

Tobias Gaugler, Wirtschaftswissenschaftler beim Materials Ressource Management der Uni Augsburg

Das sind zwar längst nicht alle Folgekosten eines Produkts, aber zumindest die Wesentlichen.

Das Hochrechnen oder Umwandeln dieser externen Effekte in Euro oder Cent ist natürlich nicht allgemein verbindlich. Auch wenn es renommierte Verfahren und Methoden gibt. Schließlich kommt es auf die Berechnungsgrundlagen an. Aber, sagt Amélie Michalke, Wirtschaftsingenieurin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Augsburg und Greifswald, "man kann trotzdem Tendenzen rauslesen. Zum Beispiel, dass eben tierische Produkte einfach zu günstig sind. Egal ob jetzt 50 Cent hin oder her, es ist Fakt, dass wir solche Marktverzerrungen haben".

CO2-Rechner: Wie viel CO2 liegt auf meinem Teller?

Auf der Seite von www.klimatarier.com kann sich jeder Verbraucher virtuell den Teller vollladen. Jedes Gramm Butter, Zucker, Mehl und jedes Ei ist dort samt CO2-Impact erfasst. Die jeweiligen CO2-Werte im Rechner wurden vom IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg berechnet und sind wissenschaftlich fundiert. Hier lässt sich ganz gut vergleichen, um wie viel mehr tierische Produkte einen CO2-Fußabdruck hinterlassen als eben pflanzliche Produkte wie Obst und Gemüse. Sichtbar wird aber auch, dass beispielsweise Rindfleisch wesentlich mehr schädliches Treibhausgas verursacht, bis es auf dem Teller landet, als etwa Hähnchenfleisch. Oder dass regionale und saisonale Lebensmittel weitaus weniger CO2 verursachen als vergleichbare Produkte, die erst importiert werden müssen. Lesen Sie dazu auch: Warum "regional" und "saisonal" oft besser ist als "bio"

Penny macht Experiment und zeigt Kunden die "wahren Kosten"

In einem so genannten Nachhaltigkeitserlebnismarkt ("Grüner Weg") des Discounters Penny in Berlin-Spandau, der zum Handelskonzerns der Rewe-Group gehört, waren im Herbst 2020 die "wahren Kosten" erstmals für Verbraucher beim Einkauf auch zu sehen. Äpfel, Bananen, Tomaten oder auch Milch hatten zwei Preise. Einmal den aktuellen handelsüblichen Preis und einmal den von den Augsburger Wissenschaftlern ermittelten "wahren Preis", in dem eben auch Umweltfolgekosten enthalten sind.

"Das ist für uns tatsächlich ein echtes Experiment", gab Andreas Krämer, Penny-Pressesprecher unumwunden zu, "wir haben überhaupt kein Gefühl dafür, ob man ein solch komplexes und facettenreiches Thema im Alltag, in der Hektik eines Einkaufs, über einen Regalpreis vermitteln kann. Wir haben die Hoffnung, dass wir dem Kunden damit eine Information geben, mit der er seinen Einkaufsverhalten idealerweise ändert oder zumindest hinterfragen kann."

Zwischen Sagen und tatsächlichem Handeln gibt es bei den Verbrauchern einen großen Unterschied. Nachhaltig produzierte Lebensmittel sind immer noch eher Nischenprodukte und für viele ist beim Einkauf der günstige Preis wichtiger als der Öko-Faktor. "Das ist bezogen auf die Käufergruppe, das Geschlecht, das Alter, die Vorbildung und natürlich die finanziellen Leistungsmöglichkeiten jeweils zu unterscheiden", sagt Tobias Gaugler, "aber grundsätzlich sind solche Hinweise die erste Möglichkeit, Kunden zusätzliche, mögliche Entscheidungskriterien an die Hand zu geben."

Warum Fleisch fast dreimal so viel kosten müsste

Insgesamt sind 16 Lebensmittel der Penny-Eigenmarke für das Projekt exemplarisch ausgewählt und doppelt bepreist worden. Jeweils acht in der konventionell und acht in der ökologisch produzierten Variante. Die Auswirkungen auf den Preis waren teils gravierend. Vor allem bei Fleisch und tierischen Produkten wie Milch oder Käse. So müsste den Berechnungen der Wissenschaftler zufolge der Preis für Fleisch aus konventioneller Aufzucht bei Berücksichtigung der versteckten Kosten um satte 173 Prozent steigen. Konkret: Ein Pfund gemischtes Hackfleisch aus konventioneller Herstellung würde nicht 2,79 Euro, sondern plötzlich 7,62 Euro kosten. Die Öko-Variante statt 4,50 Euro (500g) sogar 10,18 Euro. 

Um wie viel teurer würden Obst und Gemüse werden?

Normale Milch würde sich um 122 Prozent verteuern, 400 Gramm junger Gouda kosteten statt 1,99 Euro auf einen Schlag 3,74 Euro (+88%). Konventionell hergestellter Mozzarella würde um 52 Prozent teurer. Deutlich geringer waren dagegen die Aufschläge bei Obst und Gemüse. Bananen würden sich "nur" um 19 Prozent verteuern, wenn man die Umwelt-Folgekosten einbezieht. Kartoffeln und Tomaten nur noch um 12 Prozent und Äpfel sogar lediglich um 8 Prozent.

Gäbe es weiter Preisunterschiede zwischen Bio und konventionellen Produkten?

Auffällig ist, dass bei Bioprodukten die Preisaufschläge durchweg etwas geringer ausfallen, als bei konventionell hergestellter Ware:

"Ja, da war ich selber auch sehr überrascht - man sieht, dass es keine Schwarz-Weiß-Lösungen gibt. Bio ist nicht per se gut und konventionell ist nicht per se schlecht, sondern wir sehen, dass Bio auch Umweltfolgekosten hat, die eben tendenziell geringer sind."

Andreas Krämer. Pressesprecher Penny

Wie oben erwähnt, würde auch der Preis für Biofleisch bei Berücksichtigung der "wahren Kosten" noch einmal steigen - allerdings "nur" zum 126 Prozent. "Das liegt natürlich daran, dass im biologischen Landbau Dinge wie importierte Futtermittel oder auch synthetische Stickstoffdünger nur sehr begrenzt erlaubt oder sogar verboten sind", erklärt Amélie Michalke vom Augsburger Forscherteam, "und deswegen haben wir hier weniger Input-Faktoren, die auch Emissionen verursachen. Und dadurch ist der Kostenfaktor etwas geringer."

„True Costs“-Berechnung (Lebensmittel/Produktionsart/Preisaufschlag) der Uni Augsburg
LebensmittelProduktionsartPreisaufschlag
ÄpfelKonventionell/Biologisch8%  / 4%
BananenKonventionell/Biologisch19% / 9%
KartoffelnKonventionell/Biologisch12% / 6%
TomatenKonventionell/Biologisch12% / 5 %
MozzarellaKonventionell/Biologisch52% / 30%
GoudaKonventionell/Biologisch88% / 33%
MilchKonventionell/Biologisch122% / 69%
Gemischtes HackfleischKonventionell/Biologisch173% / 126%

Wie haben die Kunden auf die "wahren Kosten" reagiert?

Viele Kunden waren zunächst irritiert, und Penny sah sich auf seiner Internetseite des Nachhaltigkeitserlebnismarktes auch genötigt zu betonen, dass der Discounter nicht in Erwägung zieht, alle Preise zu erhöhen.

"Ich selber war zwei Tage vor Ort und habe mitbekommen, dass wir sehr viel positives Feedback bekommen haben. Also zum einen sicherlich, dass der eine oder andere Kunde nachdenklich geworden ist und überrascht war. Die dann sagten, das hätte ich nicht gedacht, dass da hohe Kosten anfallen, die so nicht vergesellschaftet sind."

Andreas Krämer, Pressesprecher Penny

Die Rewe-Group sieht in dem Projekt vielmehr einen Denkanstoß. Eben um eine Diskussion in die Wege zu leiten und auch andere Marktteilnehmer wie auch die Politik ins Boot zu holen. "Man kann die ganze Verantwortung nicht dem Konsumenten geben", warnt Wirtschaftsingenieurin Amélie Michalke.

Warum Politiker davor zurückschrecken, Fleisch zu verteuern

Preisaufschläge waren für Fleisch, Milch, Eier und Käse bereits Anfang 2020 im Gespräch. Damals wegen Forderungen der Landwirte. Fast alle politischen Parteien scheuen diese Diskussion jedoch wie der Teufel das Weihwasser, schließlich will sich niemand vorwerfen lassen, er würde sozial schwachen Verbrauchern auch noch das letzte Geld aus der Tasche ziehen.

Wie billig darf Fleisch sein?

Dass eine Diskussion gerade um billiges Fleisch aber notwendig ist, steht nach dem Aufschrei über Zustände und Arbeitsbedingungen in den deutschen Schlachtbetrieben eigentlich außer Frage. Die Diskussion müsste jedoch ehrlich geführt werden.

"Nur weil Fleisch teurer würde, bedeutet das schließlich noch nicht, dass Menschen verhungern müssen. Das tägliche Stück Fleisch ist weder der Gesundheit zuträglich noch ein verbrieftes Grundrecht."

BAYERN 1 Umweltkommissar

Doch danach sieht es manchmal aus, wenn reflexartig Argumente vorgebracht werden, die sich gegen eine größere Wertschätzung guter und auch nachhaltig produzierter Lebensmittel aussprechen.

"Gerade im Discount haben wir viele Zwangssparer. Das sind Menschen, die müssen den Euro und den Cent im Zweifelsfall mehrfach umdrehen. Aber auch hier sehen wir, dass Preis und Qualität nicht mehr die einzigen Kriterien sind, sondern eben auch Fragen auftauchen wie 'Wo kommen die Lebensmittel her? Wie werden sie produziert? Welche Folgen hat das?'"

Andreas Krämer, Pressesprecher Penny

Es geht also auch darum, den Kunden eine Handlungsalternative zu geben, dass sie zum Beispiel sehen, welchen "Rucksack" ein Produkt trägt. Eine Stellschraube, über die der Kunde nachdenken kann, ob er bereit und in der Lage ist, hier sein Einkaufsverhalten entsprechend anzupassen.

"Die Preise, die wir hier veranschlagen, werden sowieso schon von uns allen gezahlt. Wir zahlen halt mit Klimawandel. Wir zahlen mit Biodiversitätsverlusten. Von dem her tragen wir als Gesamtgesellschaft diese Preise sowieso. Was wir eben machen, ist dass wir die entstehenden Kosten gerecht aufteilen und dem Verursacher dann sozusagen zuschreiben."

Amélie Michalke, Wirtschaftswissenschaftler beim Materials Ressource Management der Uni Augsburg

Bleiben die "wahren Kosten" weiterhin sichtbar?

"Das ist sicherlich auch eher eine Evolution als eine Revolution. Das haben wir auch klar gesagt. Wir sind aber trotzdem davon überzeugt, dass schon ein Sinneswandel stattfindet, nicht nur bei den Kunden, sondern auch bei uns und den Landwirten, den Erzeugern und so weiter." Sagt Penny-Pressesprecher Krämer. Letztlich geht es in diesem ersten Schritt darum, eine Diskussion um Preise für Lebensmittel anzustoßen und externe Effekte zumindest mal auch zu berücksichtigen.

Was würde passieren, wenn wir die "wahren Kosten" bezahlen müssten?

Die Augsburger Wissenschaftler hoffen, dass die "doppelte Preisauszeichnung" das Einkaufsverhalten der Kunden verändert. Es könnte ein Beitrag zu mehr Ehrlichkeit bei den Lebensmittelpreisen sein. Lieber wäre es ihnen aber noch, wenn die hohen Umweltfolgekosten schrittweise auf die Lebensmittelpreise aufgeschlagen würden - etwa durch eine Besteuerung der CO2-Emissionen in der Landwirtschaft und von mineralischem Stickstoffdünger. "Die Preisanpassungen der Lebensmittelmärkte würden wahrscheinlich zu deutlichen Verschiebungen hin zu mehr pflanzlichen und mehr Bio-Produkten führen und gleichzeitig die Umweltschäden deutlich reduzieren", meint die Mitverfasserin der Augsburger Studie Amelie Michalke.

Warum unsere Lebensmittel teurer werden müssen

Dringenden Handlungsbedarf sehen nicht nur die Augsburger Wissenschaftler. Der Bio-Landwirt und Chef des Babynahrung-Herstellers Hipp, Stefan Hipp, betonte kürzlich: "In unser aller Interesse sollten wir darauf drängen, dass sich die wahren Produktkosten bald auf den Preisschildern finden." Derzeit trage die Gesellschaft die Kosten für Schäden. Und auch Thomas Antkowiak, Vorstandsmitglied beim Hilfswerk Misereor, mahnte: "Wenn wir ehrlich bilanzieren, müssen wir einräumen, dass wir auf Kosten von Mensch und Natur wirtschaften. Die Verantwortung dafür kann und darf aber nicht komplett auf den Konsumenten und die Konsumenten abwiegelt werden."

Es braucht - wie sich beim Ei deutlich gezeigt hat - Regulierungen von politischer Seite und konkrete Umsetzungen der Wirtschaft und des Handels. Dann ist auch möglich etwas zu bewegen, wie Penny-Pressesprecher Krämer betont:

"Wie können wir Konsum der Zukunft gestalten, dass Lebensmittel qualitativ hochwertig sind, für jeden bezahlbar sind - aber die Quittung nicht die nachfolgenden Generationen bekommen? Im Moment gibt es einen sehr, sehr breiten Konsens in der Gesellschaft, dass genau diese Fragen gestellt und hoffentlich auch beantwortet werden können."

Andreas Krämer, Pressesprecher Penny

Quellen:

Infos zur Aktion von Penny: penny-gruener-weg.de

Podcast "Besser leben. Nachhaltig im Alltag mit dem Umweltkommissar"

Alle Episoden zum Nachhören oder auch den Podcast im Abo gibt's jederzeit und kostenlos im BR-Podcast Center, bei iTunes, Spotify und der ARD Audiothek.
Alle Folgen zum Nachlesen finden Sie auf der Übersichtsseite "Besser leben. Nachhaltig im Alltag mit dem Umweltkommissar".

Sie haben auch eine Frage? Schreiben Sie uns!

Ist das Eco-Programm der Spülmaschine wirklich umweltfreundlich, auch wenn es stundenlang braucht? Dürfen Bioplastiktüten in die Biotonne? Wenn Sie auch so eine Frage aus Ihrem Alltag haben, schreiben Sie uns.

Ihre Frage an den BAYERN 1-Umweltkommissar

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.

Bitte geben Sie höchstens 500 Zeichen ein.

Einwilligungserklärung *

Informationen nach Art. 13 der Datenschutz-Grundverordnung


16