Bayern 1


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"Mindestens haltbar bis" Was das MHD oder "Oft länger gut" wirklich bedeutet

Millionen Tonnen von Lebensmitteln jährlich werden nicht verzehrt, sondern bleiben auf dem Acker liegen, verschimmeln in Lagerhallen oder landen in der Tonne. Vor allem Zuhause. Wenn wir mehr dagegen tun, ist das gut für das Klima.

Von: Alexander Dallmus

Stand: 08.11.2023

Mann blickt auf Jogurt und Salat im Kühlschrank | Bild: BR-Bild

Hier den Podcast über den Zusammenhang von MHD und Lebensmittleverschwendung anhören:

https://www.ardaudiothek.de/episode/besser-leben-der-bayern-1-nachhaltigkeitspodcast/warum-restekueche-umweltschutz-ist/bayern-1/10351517/

Etwa zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr in Deutschland verschwendet. Das ist aber nicht allein ein deutsches Phänomen. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO gehen pro Jahr etwa ein Siebtel (14 Prozent) der weltweiten Lebensmittelproduktion allein zwischen Ernte und Einzelhandel verloren. Noch viel mehr Tonnen Lebensmittel landen später im Müll von Haushalten, Einzelhändlern, Restaurants und anderen gastronomischen Einrichtungen. Ein Jammer, angesichts des Hungers in weiten Teilen der Welt. Darum starten wir direkt mit ein paar guten Ideen, die jetzt schon dafür sorgen, dass weniger Lebensmittel weggeworfen werden:

Gute Ideen für Lebensmittelrettung

Seit Mai 2022 können Supermärkte Produkte mit ablaufendem Haltbarkeitsdatum einfacher zu Sonderpreisen anbieten, um sie nicht wegwerfen zu müssen. Ein Aufkleber mit beispielsweise "30 Prozent billiger" auf der Packung reicht dann aus und es muss nicht ein ganz neues Preisschild aufgeklebt werden. Weitere gute Ideen:

Too Good To Go App

  • Mit der "Too Good To Go"-App werden Lebensmittel gerettet, die in Läden in der Gegend unverkauft geblieben sind, wie Obst und Gemüse, aber auch Backwaren und fertige Mahlzeiten aus der Gastronomie. Je nach eigenen Vorlieben kann man auch nach vegetarischen und veganen Angeboten filtern. So muss das Essen nicht weggeworfen werden und bekommt zu einem reduzierten Preis eine zweite Chance.

"Oft länger gut"

  • Mittlerweile sieht man auf einigen verpackten Lebensmitteln direkt unter dem MHD auch den Aufdruck "oft länger gut" - das geht auf eine Aufklärungskampagne von "Too Good To Go" zurück. So soll Lebensmittelverschwendung in Privathaushalten bekämpft werden und die Verbraucherinnen und Verbraucher sollen so daran erinnert werden, auf ihre eigenen Sinne zu setzen: Schauen, riechen, probieren und dann entscheiden, ob das Produkt noch gut ist.

App Spark

  • Die Software des Berliner StartUps SPRK ("Spark") vermittelt quasi zwischen Großhändler und möglichen Produzenten: Hier gibt es einen Überschuss, dort einen Bedarf - also vernetzen wir beide miteinander und jeder profitiert. Dann landet ein Überschuss aus zu kleinen oder kaum verkäuflichen Äpfeln in der Saftpresse und nicht in der Tonne.

"Marlene" in Lindau

  • Im Landkreis Lindau (Oberallgäu) arbeiten die Abfallwirtschaftsbetriebe in Kempten und dem grenznahen Tirol Hand in Hand für Lebensmittelrettung. Mit dem Programm "Marlene", das für Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelabfall durch Netzwerkbildung steht.

"Blind Date" in Frischemärkten

  • Aktionen wie "Blind Date" von Kaufmann Marco Trabold. Er bietet in seinen Frischemärkten in Würzburg quasi eine Blindverkostung an: "Bei uns fällt schon mal eine Gurke runter oder die Banane hat ein paar braune Punkte. Die schmecken ja oft besser, aber normal verkaufen können wir sie nicht mehr. Das tun wir alles in diese Tüte. Der Warenwert beträgt in der Regel 8 bis 9 Euro, kann auch mal 10 oder 11 Euro wert sein - und wir verkaufen's dann aber für 3,99 Euro."

Zu gut für die Tonne

  • Die Initiative "Zu gut für die Tonne" ist Teil der "Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung". Hier wird nicht nur aufgeklärt, sondern es werden auch vorbildliche Projekte und Initiativen ausgezeichnet - von Unternehmen, Start-ups, der Gastronomie, aber auch landwirtschaftliche Betriebe, Vereine sowie wissenschaftliche Einrichtungen.

Wie viel CO2 können wir durchs Lebensmittelretten einsparen?

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hat in einer Studie das Sparpotential hinsichtlich der Lebensmittelrettung 2021 ausrechnen lassen: Was könnten wir an klimaschädlichen Treibhausgasen einsparen, indem wir weniger wegwerfen? Schließlich vernichtet jeder Bundesbürger im Durchschnitt etwa 75 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr.

"Wenn wir es schaffen würden, diese Lebensmittelabfälle um die Hälfte zu reduzieren (...), würden pro Person 74 Kilogramm weniger Treibhausgasemissionen pro Jahr verursacht", sagt Sarah Fluchs vom IW Köln. "Auf die deutsche Bevölkerung hochgerechnet, könnten so also mehr als 6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden."

Sechs Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 entspricht etwa der dreifachen Menge des gesamten innerdeutschen Flugverkehrs.

Warum landen viele Lebensmittel erst gar nicht beim Verbraucher?

Nach Schätzungen des renommierten Thühnen-Instituts in Braunschweig, einem Bundesforschungsinstitut für ländliche Räume, Wald und Fischerei, geht ein durchschnittliches Lebensmittel durch etwa 33 Hände, bevor es die Verbraucher im Supermarkt zu Gesicht bekommen. Auf diesem Weg gehen bereits viele gute Lebensmittel verloren. Das betrifft ganz verschiedene Bereiche und hat unterschiedliche Gründe:

Schon auf dem Acker - also in der Landwirtschaft - wird wegen der strengen Standards im Handel und der immensen Anforderungen der Lebensmittelindustrie ein großer Teil der Ernte bereits aussortiert und gleich wieder untergepflügt. "Der Klassiker sind die krummen Möhren, die dann auf dem Feld liegen bleiben, die vielleicht sogar noch zwei Beine haben, aber auf jeden Fall zu kurz, zu lang, zu dick, zu dünn oder krumm sind", stellt Anneke von Reeken, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen immer wieder fest.

"Die Kartoffeln sind zu klein. Zucchini, die ein paar Kratzer haben oder einfach auch Äpfel, die Hagelschaden haben, weil eben ein Hagelunwetter über die Bäume drübergezogen ist."

Anneke von Reeken, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen


Aber auch falsche Lagerung oder Schädlingsbefall verdirbt viel Obst und Gemüse. Etwa 12 Prozent der Lebensmittelabfälle fallen in den Bereich Landwirtschaft.

Auch bei der Lebensmittelverarbeitung landet viel im Abfall. Hier entstehen etwa 18 Prozent der deutschen Lebensmittelverluste. Durch Transport- oder Lagerschäden sowie einer mangelnden Resteverwertung bei Produktion.

Sehr viel weggeworfen wird außerdem im Bereich Gastronomie. Hier fallen geschätzt etwa 14 Prozent der gesamten deutschen Lebensmittelabfälle an. Dieser relativ hohe Anteil ist vor allem auf schlechte Planung, falsche Lagerung, aber auch auf sehr strenge Hygiene- und Produktvorschriften zurückzuführen.

Wie groß ist die Rolle des Handels bei der Lebensmittelverschwendung?

Der Anteil des Handels am Gesamtaufkommen der Lebensmittelverschwendung liegt gerade mal bei vier Prozent. Im Vergleich zu anderen Bereichen oder den privaten Haushalten sicher weniger, als viele denken. Trotzdem sind auch 500.000 Tonnen Lebensmittelabfälle, die beim Handel anfallen, eine gewaltige Menge.

Hinzu kommt, dass Äpfel, Karotten oder Kirschen aussehen müssen wie gemalt. Makellos. Nichts Krummgewachsenes bitte, sonst nehmen es Supermärkte und Discounter gar nicht erst an. "Die glänzenden Obst- und Gemüseabteilungen sind die Aushängeschilder jedes Supermarktes. Es wird mit Licht gespielt", sagt Anneke von Reeken von der VZ Niedersachsen, "und alles sieht ganz, ganz toll aus. Wie im Paradies. Natürlich sind wir verwöhnt und erwarten dann auch, dass wir das Allerbeste und Schönste bekommen."

Wobei der Handel viel mehr Spielraum hätte, sagt Manuela Rottmann, Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL):

"Zum Beispiel hat die EU die berühmte Gurkenkrümmung, die ja jeder (...) kennt, längst in Frage gestellt und schon vor vielen Jahren ihre Handelsnorm tatsächlich liberalisiert. Das hat aber nicht dazu geführt, dass Sie jetzt im Supermarkt lauter krumme Gurken finden, sondern die sind immer noch gerade, weil der Handel eigene Normen setzt."

Manuela Rottmann, Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

In den Supermärkten und Discountern zeigt man mit dem Finger eher auf die Kunden. Die würden das Angebot, die Auswahl und auch die Makellosigkeit von Obst und Gemüse schließlich auch erwarten und das könnten die Kaufleute nicht ignorieren. Christian Böttcher vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) nimmt zwar wahr, dass Verbraucher zumindest in Umfragen mehr Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz legen, meint aber auch:  "Man muss (...) der Ehrlichkeit halber sagen, dass dieses Verhalten zwar wächst, aber natürlich immer noch nicht marktbestimmend oder einkaufsbestimmend ist, sondern bei den meisten Kunden natürlich auch das Auge mit kauft. Wie sehen die Lebensmittel aus? Sind sie gerade? Sind sie makellos?"

So will der Handel Lebensmittelverschwendung bekämpfen

Auch wenn zwischen Einkauf und Verkauf anteilsmäßig in den Supermärkten und Discountern gar nicht so viel verdirbt wie viele denken, sieht man seitens des Handels dennoch Sparpotential. Mit großen Datenmengen und auch künstlicher Intelligenz soll beispielsweise künftig zielgenauer bestellt werden können und damit gäbe es natürlich auch weniger Verluste, erklärt Christian Böttcher vom BVLH:

"Das heißt, mit selbstlernenden, selbstdenkenden Algorithmen, die aus den Verkaufsdaten der Vorsaison, aus den Aktionstagen, aber auch aus Wetterdaten und aus dem kompletten Einkaufsverhalten von Kunden in einem Unternehmen praktisch selbstständig künftige Bestellmengen errechnen."

Christian Böttcher, Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH)

Mittlerweile sind in den Handelsunternehmen damit bereits gute Erfahrungen gemacht worden.

Immer mehr Supermärkte bieten ihren Kunden außerdem Obst und Gemüse, das nicht mehr ganz makellos ist, zu günstigeren Preisen an. Im Rahmen einer Stichprobe haben die Verbraucherzentralen Deutschlands festgestellt, dass das immerhin mittlerweile mehr als ein Viertel der Läden tut. Allerdings fehlen bei reduzierter Ware häufig Angaben zu Herkunft oder Sortenbezeichnung. Die Verbraucherschützer forderten deshalb klare Vorgaben von der Politik, die den Umgang mit reduzierten Lebensmitteln für Verbraucher erleichtern und gleichzeitig Hemmschwellen für die Supermärkte abbauen.

Was ist der Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verfallsdatum?

Das allseits bekannte Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) hat nichts damit zu tun, dass Lebensmittel nach Erreichen des Datums nicht mehr genießbar sind. Das MHD ist eher als Garantie des Herstellers zu verstehen, dass bis zum aufgedruckten Zeitpunkt sein ungeöffnetes Produkt bei richtiger Lagerung einwandfrei riecht, schmeckt und auch alle angegebenen Nährwerte behält. Chips müssen dann noch knackig und Kaffee aromatisch sein. Essen und trinken kann man aber beides auch nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch.

Bei sehr leicht verderblichen Lebensmitteln, wie Hackfleisch oder auch Fisch, die schon nach kurzer Zeit schlecht werden und damit unsere Gesundheit gefährden können, gilt das Verbrauchsdatum. Ist das aufgedruckte Datum abgelaufen, gilt dieses Lebensmittel nicht mehr als sicher.

Viele Lebensmittel sind auch von der Angabe des MHDs ganz ausgenommen. Dazu gehören frisches Obst und Gemüse, Getränke mit einem 10-prozentigen Alkoholgehalt, Backwaren (weil die sowieso nach etwa 24 Stunden verzehrt werden) sowie Essig, Speisesalz oder Zucker (lesen Sie dazu auch So lange sind Backzutaten wirklich haltbar).

Sollte das Mindesthaltbarkeitsdatum abgeschafft werden?

Bis vor einigen Jahren galt das Missverständnis mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum noch als häufigste Ursache, warum gerade in den privaten Haushalten so viele Lebensmittel in der Tonne entsorgt werden, obwohl sie eigentlich noch gut sind. Deshalb unterstützt der Verband Consumer Goods Forum auch Initiativen für eine doppelte Datumsauszeichnung: Dabei gäbe es auf den Produkten ein Verkaufsdatum (was dem MHD entspräche) und ein Verbrauchsdatum. Letzteres soll anzeigen, bis wann ein Lebensmittel noch verzehrt werden kann. In Japan oder Großbritannien gibt es das bereits.

Aber selbst die Verbraucherzentralen sind skeptisch und fürchten, dass doppelte Daten auch zu mehr Verwirrung führen. Die grüne Staatssekretärin Manuela Rottmann im BMEL sieht beim MHD außerdem eine positive Entwicklung:

"Wir machen vom Ministerium auch Untersuchungen, was sind die Gründe, warum die Haushalte Lebensmittel nicht mehr verwenden - und da spielt die Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatums eine ziemlich geringe Rolle. Sie nimmt sogar ab. Die gute Nachricht ist, dass Kampagnen wie Zu gut für die Tonne offensichtlich anfangen zu wirken und die Leute das Mindesthaltbarkeitsdatum mittlerweile besser einschätzen."

Manuela Rottmann, Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Bund will Lebensmittelspenden erleichtern

Der neue Bundesernährungsminister Cem Özdemir (Grüne) hat bereits angekündigt, rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen für Lebensmittel-Spenden lockern zu wollen. Haftungsfragen - beispielsweise bei Rückrufaktionen - und ähnliches gelten als Hemmschuh. Immerhin spendet der Handel schon jetzt fast die Hälfte der 500.000 Tonnen an Lebensmitteln, die ansonsten in den Mülltonnen landen würden, weil sie unter normalen Umständen als unverkäuflich gelten. Christian Böttcher vom BVLH sagt:

"Wir haben das mal gemessen und wir können sagen, dass circa 200.000 bis 210.000 Tonnen davon gespendet werden. Und das heißt, wir sind jetzt ungefähr bei 290.000 Tonnen Lebensmitteln, die wir wirklich einer Abfallverwertung zuführen müssen. Aber gerade da denken wir, dass noch ein bisschen Luft nach oben ist, dass wir die Zusammenarbeit mit den Tafeln auch noch ausbauen können und ausbauen wollen und werden."

Christian Böttcher, Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH)

Warum haben wir kein Gesetz, das Lebensmittelrettung vorschreibt?

Bereits im September 2021 hat der Bundesrat eine Halbierung der Lebensmittelabfälle in Deutschland gefordert und in der Länderkammer für eine entsprechende Initiative von Niedersachsen gestimmt. Verlangt wurde eine gesetzlich verankerte Pflicht gegen Lebensmittelverschwendung seitens der (alten) Bundesregierung. Außer einer "Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung" (2019) und vielen guten Vorsätzen ist allerdings nicht viel passiert.

Das kritisieren auch Aktivisten wie der Nürnberger Jesuitenpater Jörg Alt - wobei im Koalitionsvertrag der neuen Ampel-Regierung immerhin festgeschrieben ist, dass man Lebensmittelverschwendung "verbindlich reduzieren" wolle. Auch die Vorsitzende der Berliner Tafel Sabine Werth unterstützt beispielsweise die Forderung der Bewegung "Letzte Generation" nach einem Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung. Unter dem Slogan "Essen retten - Leben retten" haben Klima-Aktivistinnen und -aktivisten über Wochen in Berlin und anderen Städten immer wieder Autobahnen und Hauptverkehrsadern blockiert, um auf Lebensmittelverschwendung in der Landwirtschaft und im Handel aufmerksam zu machen.

Wenn man sich die Verteilung der Lebensmittelverschwendung in den verschiedenen Bereichen anschaut, bleibt die Frage, ob auch ein Gesetz nicht nur eine bloße Absichtserklärung bliebe. Denn in den privaten Bereich hinein würde ein solches Gesetz nicht reichen. Aber genau hier werden am meisten Lebensmittel vernichtet.

Wo werden die meisten Lebensmittel weggeworfen?

Das ist die bittere Wahrheit: Über die Hälfte (52 Prozent) der etwa 12 Millionen Tonnen an Lebensmitteln, die jährlich weggeworfen werden, verderben bei uns Zuhause. In den privaten Haushalten. Bestenfalls immerhin noch in der Biotonne, leider sehr oft auch in der Restmülltonne. Hier kann jeder ansetzen. Jeder etwas tun. Meist geht es um ganz einfache Strategien, sagt Ernährungsexpertin Anneke von Reeken von der VZ Niedersachsen:

"Bei Kindern ist es so und bei uns ist es auch oft so, dass die Augen größer sind als der Magen und dann der Rest irgendwie in einer Tonne landet. Und da gilt es erst mal vorsichtig ranzugehen. Nicht hungrig einkaufen gehen. Wenn ich koche, vorher überlegen, wie viel man eigentlich braucht - und nicht gleich die doppelte Portion ansetzen, weil man gerade so wahnsinnigen Hunger hat. Ich glaube, damit ist schon viel geholfen."

Anneke von Reeken, Ernährungsexpertin bei der VZ Niedersachsen

Mehr planen und weniger einfach drauf los, wäre also ein erster und sehr wichtiger Schritt. Und dann gibt es noch diesen persönlichen Bereich. Die kleine Schwäche: "Also ich zum Beispiel: Ich kaufe immer viel zu viel Käse, das hab ich jetzt reduziert", gibt Staatssekretärin Manuela Rottmann zu, "dann gibt es halt mal nur ein Butterbrot oder so. Es ist nicht so schlimm, wenn der Käse mal alle ist als umgekehrt. So ein Stück Käse wegzuwerfen, ist schon eine Schande."

Quellen und weiterführende Links

"Was jeder Bürger gegen den Klimawandel tun kann" (Informationsdienst der Instituts der deutschen Wirtschaft)

"Zu gut für die Tonne" (Bundesweite Aktion, verantwortet von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung)

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