Bayern 1

Ambrosia So erkennen und entsorgen Sie Ambrosia

Sie sehen unscheinbar aus, lösen aber bei Allergikern starke Symptome aus: Ambrosiapflanzen. Was Sie im Frühjahr tun sollten, wenn Sie die Pflanze entdecken.

Stand: 23.04.2019

Bilder der Ambrosiapflanze. | Bild: picture-alliance/dpa

Ambrosia Allergie

Ambrosien überleben durch Samenbildung und produzieren deshalb eine Vielzahl an Pollen - bis zu einer Milliarde pro Pflanze. Durch ihr hohes allergisches Potenzial können Ambrosien Reizungen der Atemwege bis hin zu einem Asthma-Anfall auslösen. Und das gilt nicht nur für Menschen, deren Allergie bereits bekannt ist. Auch Menschen, die bisher nicht allergisch reagieren, können durch Ambrosia eine Allergie entwickeln. Durch die Berührung der haarigen Stiele kann es außerdem zu einer Kontaktallergie kommen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen allergenen Pflanzen setzt der Pollenflug bei der Ambrosia erst relativ spät im Hochsommer ein und verlängert damit die Leidenszeit für Allergiker.

Die Samen der Ambrosia-Pflanze sind sehr resistent, sie können bis zu 40 Jahre lang keimfähig bleiben. Auch wenn die Pflanze eigentlich aus Nordamerika stammt, ist sie auch in Deutschland mittlerweile stark verbreitet, denn sie wurde vor rund 150 Jahren eingeschleppt.

Vorsicht auch vor diesen Raupen im Garten - alles über den Eichenprozessionsspinner.

Beim Vogelfutter-Kauf auf Ambrosia achten!

Besonders viele Pflanzen finden sich häufig in der Nähe von Vogelhäuschen, da in Futter mit Sonnenblumenkernen oft Ambrosiensamen enthalten sind. Das kommt daher, dass Ambrosien oft auf Sonnenblumenfeldern als Ackerunkraut vorkommen.

Achten Sie deswegen beim Kauf Ihres Vogelfutters darauf, dass keine Ambrosia im Futter enthalten ist - das wird auf der Packung vermerkt, oft mit den Worten "100% frei von Ambrosia".

Ambrosia-Pflanze erkennen

Doppelt fiederschnittige Blätter, die auf beiden Seiten grün sind: die Ambrosiapflanze.

Die Ambrosiapflanzen, auch Beifußblättriges Traubenkraut oder englisch Ragweed genannt, können 20 bis 150 Zentimeter groß werden und sind oft buschig verzweigt. Die Blätter sind doppelt fiederschnittig und beiderseits grün. Die Stängel sind abstehend behaart. Die männlichen Blüten sehen traubenförmig aus und blühen gelb-grün an den Astspitzen. Die weiblichen Blüten wirken knäuelartig und wachsen in den Blattachseln.

Wo kann ich einen Ambrosia-Fund melden?

Wer einen großen Ambrosia-Bestand von mehr als hundert Pflanzen an Straßenrändern, Brachen oder Schnittblumen-Pflückfeldern entdeckt, sollte ihn melden, damit die Pflanzen fachgerecht entsorgt werden können. Wenden Sie sich dafür an das zuständige Landratsamt oder der Stadtverwaltung, ein Meldeformular finden Sie auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Seit 2007 gibt es ein Aktionsprogramm der Landesregierung, das die Ambrosia im Freistaat zurückdrängen soll.

Wie kann ich Ambrosia entsorgen?

Wer Ambrosia im Garten entdeckt, kann einzelne Pflanzen auch selbst entsorgen - das gilt allerdings nur für gesunde Menschen, nicht für Allergiker. Zur Sicherheit sollten Sie dabei immer Schutzkleidung, vor allem Mundschutz und Handschuhe tragen.

Ambrosiapflanzen nur mit Handschuhen und immer mitsamt der Wurzel ausreißen.

Im April beginnen die Ambrosiasamen auszutreiben. Am besten entfernen Sie die Ambrosien vor der Blütezeit im späten Frühjahr oder Frühsommer. Mitte Juli beginnt die Ambrosia zu blühen, die Hauptblütezeit liegt im August und September. So gehen Sie vor: Reißen Sie einzelne Ambrosiapflanzen immer vorsichtig und mitsamt der Wurzel aus dem Boden und entsorgen Sie sie in einer gut verschlossenen Plastiktüte im Hausmüll.

Auch blühende Pflanzen können noch ausgerissen werden, allerdings ist dann die Schutzkleidung umso wichtiger: Unbedingt eine Feinstaub-Schutzmaske tragen, um zu verhindern, dass Sie Pollen einatmen. Auf keinen Fall sollten Sie die Pflanzen dann auf dem Komposthaufen entsorgen, da sich so die Pollen weiterverbreiten. Die Fundstelle muss nach drei bis vier Wochen kontrolliert werden.

Um eine weitere Verbreitung der Ambrosia zu verhindern, sollten Sie im Handel nach Ambrosia-freiem Vogelfutter fragen. Kontrollieren Sie außerdem im Frühjahr die Fläche unter der Futterstelle gründlich auf keimende Pflanzen.

So einfach können Sie zuhause Kartoffeln pflanzen.