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Heuschnupfen Tipps So schlafen Sie trotz Heuschnupfen besser

Pollen fliegen, Nasen laufen - höchste Zeit ein Spray zu kaufen! Wann Sie mit ihrem Heuschnupfen zum Arzt sollten, wem Asthma droht und wie Sie trotz Allergie nachts besser schlafen.

Stand: 13.06.2019

Paar schläft | Bild: dpa/picture alliance

Ja, es geht wieder los. Die meisten Menschen freuen sich über Frühling, Sonne und blühende Bäume - für etwa 16 Prozent der Deutschen fängt jetzt aber die ungemütliche Zeit der Allergie an - mit Taschentüchern in rauhen Mengen, Nasenspray und vielleicht sogar Atemnot. Die Pollenallergie - oder der harmlos klingende Heuschnupfen - beginnt mit den Frühblühern wie der Birke. Nach und nach steigen dann die verschiedenen anderen Bäume, Sträucher, Gräser und Getreidesorten ein.

Pollenallergie Tipps

Neben der Einnahme der richtigen Medikamente gibt es aber auch paar ganz praktische Tipps, um es sich als Allergiker während des akuten Pollenflugs leichter zu machen. Besonders nachts leiden Allergiker sehr und schlafen meist schlecht, weil sie nicht durch die Nase atmen können.

  • Pollenvorhersagen nutzen. Der Deutsche Wetterdienst gibt den Pollenflug-Gefahrenindex heraus. Bei den Pollenflugvorhersagen weist Darsow darauf hin, dass es oft zu ungenauen Messungen kommen kann, etwa nach lokalem Regenfall. Aber sie bieten zumindest einen Anhaltspunkt, wann die problematischen Stoffe einem um die Nase wehen.
  • In den Urlaub fahren. Es hilft vielen Allergikern, die eigene Urlaubszeit in die Zeiten des Pollenflugs zu legen und ans Meer oder ins Hochgebirge zu fahren - dort fliegen nicht so viele Pollen.
  • Pollenschutz an den Fenstern anbringen. "Es gibt auch Pollenflugfolien für die Fenster - dann können sie weiter normal lüften", rät Allergoloeg Darsow.
  • Nasendusche benutzen. Viele erfahrene Pollenallergiker nutzen auch regelmäßig eine Nasendusche: Mit warmem Salzwasser spült man Pollen einfach heraus.
  • Rasen möglichst kurz halten. Den Rasen im eigenen Gärten mähen sollte immer ein Familienmitglied, das keinen Heuschnupfen hat.
  • Draußen immer eine Sonnenbrille tragen. Das hält die Pollen zumindest einigermaßen ab.
  • Bestimmte Lebensmittel meiden. Pollenallergiker entwickeln oft Kreuzallergien. Menschen, denen Baumpollen (Birke, Hasel) zu schaffen machen, können manchmal Äpfel, Kiwis, Nekatrine, Nüsse, Sellerie nicht so gut vertragen. Wer auf Ambrosia allergisch reagiert, hat ofgt auch Schwierigkeiten mit Bananen, Melonen, Tomaten und Gurken. Die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) rät: "In vielen Fällen wird das gekochte Obst oder Gemüse vertragen, da die allergieauslösenden Eiweiße durch Erhitzen zerstört werden. Auch Schälen kann die Verträglichkeit erhöhen, das kritische Obst oder Gemüse zu schälen. Durch Kochen werden die allergieauslösenden Eiweiße auch zerstört."
  • Wäsche nicht draußen trocknen. Kleidung von Heuschnupfen-Patienten in der Pollensaison besser drinnen aufhängen, um keine zusätzlichen Pollen einzufangen.
  • Innenraumfilter des Autos in Pollenfilter umrüsten. Und die Fensterscheiben geschlossen halten. Einen Pollenfilter sollte man regelmäßig wechseln - einmal im Jahr oder nach 15.000 gefahrenen Kilometern.

Mit Heuschnupfen besser schlafen

  • Richtig lüften. Wer auf dem Land lebt, sollte in der Pollensaison abends lüften. Städter dagegen morgens. "Beim Schlafen am besten die Fenster geschlossen lassen, und lüften, wenn weniger Pollen fliegen: In der Stadt in der Zeit zwischen 6 und 8 Uhr, auf dem Land zwischen 18 und 24 Uhr ", so ECARF.
  • Abends Haare waschen. In unseren Haaren verfangen sich tagsüber Pollen. Damit diese nicht aufs Kopfkissen geraten und wir sie nachts einatmen, hilft es, abends die Haare zu waschen oder wenigstens mit Wasser auszuspülen.
  • Bettwäsche häufiger waschen. Während des Pollenflugs sollte man Bettbezüge und Laken häufiger waschen als sonst.
  • Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen. Auch an der Kleidung, die wir tagsüber tragen, haftet Blütenstaub. Deswegen besser im Badezimmer ausziehen und die getragene Kleidung in den Wäschesammler stecken.
  • Haustiere nicht ins Schlafzimmer lassen. Im Fell von Hunden und freilaufenden Katzen verfangen sich auch Pollen, die dann mit dem Vierbeiner in den Schlafbereich gelangen.
  • Keine Feldblumen-Blumensträuße im Schlafzimmer. Hintergrund: Beifuß-Allergiker reagieren manchmal auch auf Korbblütler wie Sonnenblume oder Goldrute.

Prof. Ulf Darsow, Leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, TU München

Zu allem Überfluss dauert der Pollenflug seit ein paar Jahren durch den Klimawandel immer länger. Prof. Ulf Darsow, Allergologe an der TU München, sagt, dass durch die mildere Witterung vor allem Gräser ihre Pollen über einen längeren Zeitraum verteilen. Untersuchungen beweisen, dass die Pollenbelastung insgesamt gestiegen ist.

"In Europa hat die Luftkonzentration von Pollen zahlreicher, teilweise stark allergen wirkender Pflanzenarten in den letzten 30 Jahren vor allem in städtischen Gebieten zugenommen."

Conny Höflich, Umweltbundesamt

Höchste Zeit also, etwas gegen die juckenden Augen, das Niesen und den Husten zu tun.

Verschiedene Symptome - einmal testen

Vielen Menschen, die an Allergien leiden, wissen schon genau, wann "ihre Zeit" kommt. Aber da Symptome eines Heuschnupfens auch erst im Alter auftreten können, gibt ein Test beim Arzt schnell Auskunft, wer der Übeltäter ist. "Wir machen immer einen Blut- und einen Haut-Test, um sagen zu können, was eine Allergie auslöst", erklärt der Allergologe Darsow. "Der Hauttest allein zeigt nur, dass der Patient sensibilisiert ist für einen Stoff." Wer also bei Birkenpollen "anschlägt", muss nicht unbedingt deswegen Niesen, sein Körper ist lediglich quasi in erhöhter Alarmbereitschaft. Erst die entsprechende Krankengeschichte führt dann zur Allergiediagnose.

Wenn klar ist, dass zum Beispiel Birke und Haselpollen der Grund für die Gebrechen sind, empfiehlt Allergologe Darsow, immer zweigleisig bei der Therapie zu fahren. "Sobald wie möglich damit anfangen, die Symptome zu behandeln. Und in der beschwerdefreien Zeit sollte eine Hyposensibilisierung gemacht werden." Dabei bekommt man die allergieauslösenden Stoffe regelmäßig und in steigender Dosierung gespritzt. Im besten Fall gewöhnt sich das Immunsystem allmählich an die Allergene und reagiert nicht mehr so extrem.

Allergie-Medikamente rezeptfrei

Das Problem bei freiverkäuflichen Arzneimitteln ist, so Darsow, dass sie zwar oft ganz gut wirken, aber nicht immer zu 100 Prozent auf die jeweiligen Symptome passen: "Eine verstopfte Nase muss ich anders behandeln als eine laufenden Nase. Am Ende verpasst man die Chance, eine ausgewachsene Allergie zu verhindern."

Der Arzt kann mit den Allergietests die richtige Immuntherapie ermitteln und verhindern, dass sich ein sogenanntes "Asthma bronchiale" entwickelt. "Die Hälfte aller Pollen-Allergiker neigt dazu", sagt der Allergie-Experte. Asthma äußert sich zunächst mit Husten, kann aber auch zu einem Engegefühl in der Brust und Atemnot führen.

Wovon der Allergologe nichts hält, sind Zink- oder Vitamin C-Präparate aus der Drogerie. "Eine Wirkung ist hier nicht nachgewiesen."

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Kommentare

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Richard Friedel, Montag, 03.April, 16:49 Uhr

4. Pollenflug und Allergie

Bei Pollenflug wäre "Das System von Atemübungen nach A.N.Strelnikova" (Internet) zu empfehlen Dabei atmet man scharf und laut durch die Nase ein.und bewegt gleichzeitig die Hände oder andere Körperteile.

Hans Kopp, Mittwoch, 29.März, 13:48 Uhr

3. Pollen

Erstaunlicher- und auch unverständlicher Weise gibt es Gerichtsurteile, die das Halten von höchst allergenen Bäumen (Birken, Hasel, Erle etc.) auch dann auf dem Nachbargrundstück erlauben, wenn zum Einen die Nacbarrechtsgesetze verletzt wurden (zu nah an der Grenze) und zum anderen ein Allergiker schwer unter diesen Emissionen leitet. Geht es um technische Emissionen, urteilen die Gerichte ganz anders.

Christina Latoschinski, Mittwoch, 29.März, 10:07 Uhr

2. "Irgendwas" gegen Allergien

Seit 2000 nehme ich hochdosierte, natürliche Pflanzenkonzentrate und D3 + K2! Mein Immunsystem ist mit 72 Jahren perfekt! Bis 2000 wurde ich wg. der Allergien mit Kortison "vollgepumpt"! Dann habe ich mir selbst Gedanken um meine Gesundheit gemacht, denn "die moderne Medizin kümmert sich um deine Krankheit, davon lebt sie! Um deine Gesundheit musst DU dich kümmern, davon lebst DU!" Beste Gesundheit für die Allergiker und ich wünsche allen Menschen, genießt den herrlichen Frühling. Sonnige Grüße aus dem Hessenland!

Oliver, Mittwoch, 29.März, 09:07 Uhr

1. "Irgendwas" gegen Allergie?

Ja, fasten. Kein Essen und nur Wasser trinke, nach ca. 48 h ist die Allergie weg. Ganz ohne Medikamente. Das ist bei mir das 3. Jahr, das ich so durchlebe. Es ist beim ersten Mal sehr schwer, ohne Essen. Wer es nicht länger aushält, kann dann max. 1 x pro Tag essen. Wenn die Leber rückwärts läuft, geht die Allergie weg. So ist das bei mir. Kann ich nur empfehlen. Vorher konnte ich diese Zeit nur mit 80 mg Cortison lebenswert überstehen.

  • Antwort von Thomas, Mittwoch, 29.März, 10:12 Uhr

    "Wenn die Leber rückwärts läuft" heist das das die Leber Giftstoffe aufnimmt und in das Blut abgibt? So einen Humbug habe ich nur sehr selten gehört.

  • Antwort von martina, Dienstag, 02.April, 21:35 Uhr

    wie lange fastest du denn? 3 wochen am Stück?