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Wie verhält man sich richtig, wenn man einem Bären begegnet? | BR24

© Bayerisches Landesamt für Umwelt

Tatzen-Spuren im Schnee - ein Braunbär ist bei Garmisch-Partenkirchen in eine Fotofalle getappt.

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    Wie verhält man sich richtig, wenn man einem Bären begegnet?

    Im Februar wurden bei Garmisch-Partenkirchen Braunbär-Spuren im Schnee entdeckt. Und in den Dolomiten hat ein Bär zwei Wanderer angegriffen und verletzt. Wie verhält man sich richtig, wenn man auf Wanderschaft einem Bär begegnet?

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    Aufregung macht sich breit: Wieder ist ein Bär in Bayern unterwegs. Für Bruno, eigentlich JJ1, dem bekanntesten Braunbären in Bayern, endete das im Jahr 2006 tödlich. Er wurde erschossen. 13 Jahre später kommt der nächste Bär: Ende Oktober letzten Jahres ist ein junges Exemplar in eine Fotofalle im Landkreis Garmisch-Partenkirchen getappt. Einige Tage zuvor wurde im Balderschwanger Tal in den Allgäuer Alpen Bärenkot entdeckt - wahrscheinlich vom gleichen Tier. Mitte Februar 2020 dann Tatzenspuren im Schnee. Laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) könnte es sich auch hier um das gleiche männliche Tier handeln. Es wäre nicht ungewöhnlich, wenn Bären ihren Winterschlaf unterbrechen würden.

    Die Angst vor Bären ist allgegenwärtig. In den italienischen Alpen sind im Juni zwei Wanderer von einem Bären angegriffen worden. Die Männer im Alter von 59 und 28 Jahren wurden am Montag ins Krankenhaus eingeliefert. Lebensgefahr bestand demnach nicht.

    Verhaltensregeln gegenüber Bären

    Dass man tatsächlich einem Bären begegnet, ist sehr unwahrscheinlich. Aber für den Fall: Wie sollen sich Wanderer und Spaziergänger verhalten? Auch hier gibt das LfU wertvolle Tipps: So solle man generell in der Natur darauf achten, keine Essensreste oder Müll zurückzulassen. Treffen Sie tatsächlich auf ein Tier, gilt Folgendes:

    • Zeigen Sie Respekt und halten Sie Abstand
    • Bleiben Sie möglichst ruhig und gelassen
    • Bleiben Sie stehen
    • Machen Sie den Bären durch ruhiges Sprechen und langsame Armbewegungen auf sich aufmerksam
    • Nicht wegrennen und sich nicht dem Bären nähern
    • Lassen Sie den Bären in Ruhe - er könnte sich sonst bedrängt fühlen (keine Selfies!)
    • Versuchen Sie nicht, ihn zu verscheuchen oder mit Steinen oder Ästen zu bewerfen
    • Behalten Sie ihn im Auge und treten langsam und kontrolliert den Rückzug an
    • Lassen Sie dem Bären eine Ausweichmöglichkeit

    Der Bär richtet sich auf

    Und was, wenn er sich aufrichtet? Das ist nicht unbedingt als Drohung zu verstehen. Bären sind neugierige Tiere und wollen die Situation besser überblicken. Auch hier sollten Sie sich ruhig verhalten und vorsichtig auf sich aufmerksam machen. Für gewöhnlich sind die Tiere eher scheu und weichen dem Menschen aus - gerade, wenn sie gelernt haben, dass es in Menschennähe Futter gibt. Angriffe auf Menschen sind äußerst selten.

    Wenn der Bär angreift …

    Es kann zu Scheinangriffen kommen, wenn sich ein Bär verteidigen möchte. Wenn er angreift, sollten Sie sich auf dem Bauch flach auf den Boden legen. Oder Sie kauern sich auf den Boden und nehmen die Hände in den Nacken. Haben Sie einen Rucksack dabei, kann der Ihren Rücken schützen. In der Regel lässt der Bär von Ihnen ab oder schnuppert nur. Sie sollten auf jeden Fall in dieser Position bleiben, bis sich der Bär weit genug entfernt hat.

    Von Italien nach Südtirol

    Aber wo kommen die Bären eigentlich her? Die Spuren aus dem Herbst zeigen, dass Bären ein großes Streifgebiet haben, denn zwischen den beiden Fundstellen liegen etwa 50 Kilometer. Die nächste Bärenpopulation befindet sich im norditalienischen Trentino. Dort leben etwa 60 Tiere mit leicht steigender Tendenz. Gerade bei männlichen Jungtieren kommt es schon mal vor, dass sie weite Strecken für die Territoriumssuche zurücklegen. Und die können bis nach Bayern führen. Weitere Einzeltiere gibt es im Dreiländereck zwischen Slowenien, Italien und Österreich. Dass sich Bären in Bayern ansiedeln, wird momentan als eher unwahrscheinlich eingestuft, da eine Bärenpopulation nur sehr langsam wächst. Finden die Männchen hier kein geeignetes Weibchen, kehren sie zurück nach Italien.

    Spuren melden

    Wenn Sie einen Bären oder seine Spuren entdecken, können Sie sich an die Fachstelle "Große Beutegreifer" des LfU wenden - von einem Mitglied des Netzwerks wurden auch die letzten Spuren im Schnee entdeckt.