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Von Psoriasis geplagt: Neue Therapie bei Schuppenflechte | BR24

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Zwei Millionen Deutsche leiden an Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt. Die Autoimmunerkrankung treibt viele Betroffene in die Isolation. Nun gibt es Hoffnung auf eine effektivere Behandlung. Autorin: Daniela Remus

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Von Psoriasis geplagt: Neue Therapie bei Schuppenflechte

Schuppige, juckende Haut und rote Flecken an Armen oder Beinen – für Menschen mit Schuppenflechte sind Schwimmbadbesuche oder Berufe, bei denen die Hände zu sehen sind, kein Spaß. Neue Therapien können die Krankheit lindern.

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Psoriasis, wie die Krankheit nach dem altgriechischen Wort "psora" für Schorf unter Medizinern genannt wird, ist gar nicht so selten. Rund zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind betroffen, das sind mehr als 1,6 Millionen Menschen. Häufig kämpfen die Betroffenen mit der Reaktion auf ihr äußeres Erscheinungsbild. Denn viele Menschen nehmen noch immer an, die Hautkrankheit sei ansteckend oder Folge von mangelnder Hygiene.

Konservative Behandlung mit Salben, Licht und Salz

Der nächtliche Juckreiz wird meist konservativ behandelt: mit Cortisonsalben, UV-Lichttherapie oder Solebädern. Das mag für Patienten mit geringen Beschwerden ausreichend sein, doch bei zwanzig bis dreißig Prozent der Betroffenen befällt die entzündliche Krankheit in späteren Jahren auch die Gelenke und es kommt beispielsweise eine Arthritis hinzu.

Biologika - neue Medikamente in der Psoriasis-Therapie

Stefan Schneider, Direktor der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, spricht daher gar von "einer kleinen Revolution", wenn er über eine neue Therapiemöglichkeit bei Schuppenflechte spricht, die Behandlung mit sogenannten Biologika. Die neuen Medikamente enthalten Proteine, die bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, die die Krankheit auslösen, blockieren.

Nachteil: Therapie wirkt auf das Immunsystem

Die Mittel, die nach Aussage von Schneider, alle sehr gut wirken, haben aber einen Nachteil: Da sie auf das Immunsystem wirken, können Infektions- oder Autoimmunerkrankungen reaktiviert werden. Deshalb müsse für jeden Patienten eine individuelle Therapie gefunden werden, um gefährliche Nebenwirkungen auszuschließen.

Nur Linderung der Beschwerden, keine Heilung

Noch etwas muss der Patient wissen: Biologika können die Symptome der Schuppenflechte zwar zum Verschwinden bringen, heilen können sie sie aber nicht. Setzt man das Mittel ab, kommt die Krankheit möglicherweise schnell wieder. Allerdings lässt sich die Behandlung auf eine Spritze alle zwölf Wochen beschränken. Die Patienten müssten aber akzeptieren, so Schneider, dass sie die chronische und oftmals genetisch bedingte Erkrankung weiter in sich trügen. Die recht teure Behandlung mit Biologika ist bislang mittelschweren und schweren Fällen vorbehalten.

Welt-Psoriasis-Tag am 29. Oktober

Patientenorganisationen wie die Selbsthilfegemeinschaft Haut e.V. kämpfen gegen die Ausgrenzung der Erkrankten. Die WHO erkannte die Schuppenflechte 2014 in einer Resolution als chronische Volkskrankheit an, da es weltweit über 125 Millionen Betroffene gibt. Bereits seit 2004 veranstaltet die International Federation of Psoriasis Associations (IFPA) einen Welt-Psoriasis-Tag. Dieser findet alljährlich am 29. Oktober statt.