BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Schutz vor FSME und Borreliose: So entfernen Sie Zecken richtig! | BR24

© picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Zecke in Nahaufnahme

Per Mail sharen
  • Artikel mit Bildergalerie
  • Artikel mit Video-Inhalten

Schutz vor FSME und Borreliose: So entfernen Sie Zecken richtig!

Zecken lauern im hohen Gras, im Gebüsch oder im Unterholz. Da sie Borreliose oder FSME übertragen können, sollte man sich bei einem Spaziergang von vorneherein schützen. Und wissen, wie man die Blutsauger entfernt, wenn es doch passiert ist.

Per Mail sharen

Die beste Maßnahme, um sich vor Borreliose oder FSME zu schützen, ist, Zecken so schnell wie möglich zu entfernen.

Verschiedene Hilfsmittel zur Zeckenentfernung

Im Handel gibt es zahlreiches Equipment – von Zeckenzangen, Pinzetten, Zeckenschlingen bis hin zu sogenannten Zeckenkarten. Diese führt man flach über die Haut und schiebt die Zecke in die vorgesehene Aussparung. Dann hebt man sie langsam ab. Zeckenkarten sind zwar praktisch, da man sie gut zu den übrigen Karten ins Portemonnaie stecken kann, aber die vorhandenen Schlitze für verschiedene Zeckengröße passen nicht in jedem Fall.

Die Zeckenschlinge hat Ähnlichkeit mit einem Kugelschreiber. Anstelle der Mine schaut eine kleine Schlinge unten heraus, die hautnah um die Zecke gelegt wird. Der Schlaufendurchmesser wird durch Drücken eines Knopfes am oberen Ende des "Kugelschreibers" verkleinert, bis die Zecke abgezogen werden kann.

© picture alliance / dpa Themendienst

Eine Pinzette aus Metall.

© picture alliance/APA/picturedesk.com

Mit einer leicht gebogenen Pinzette aus Chirurgenstahl kann man auch in einem dicken Hundefell eine Zecke gut packen.

© picture alliance/imageBROKER

Handelsübliche Zeckenzange aus Plastik.

© picture alliance / dpa Themendienst

Die Karte führt man flach über die Haut und schiebt die Zecke in die vorgesehene Aussparung. Dann hebt man sie langsam ab.

© picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

So nah will man das Tier eigentlich gar nicht sehen.

Zecken mit Pinzetten entfernen

Mit einer Pinzette liegt man immer richtig, um eine Zecke fachgerecht zu entfernen. Sie sollte schmale, nicht zu scharfe Enden haben, mit denen man die Zecke nahe der Hautoberfläche, also an ihrem Kopf, greift. Damit zieht man sie langsam, aber gleichmäßig und ohne zu drehen aus der Haut. Trauen Sie sich die sichere Entfernung der Zecke nicht zu oder sitzt sie an einer Stelle, die Sie nicht selbst erreichen, wenden Sie sich an einen Arzt.

Zecken nicht quetschen

Wichtig ist, die Zecke nie an ihrem vollgesogenen Leib zu fassen, denn dabei wird sie gequetscht und der "Inhalt" in die Blutbahn gedrückt. Scharfe Pinzetten können dazu führen, dass Teile des Kopfs oder des Saugapparats abreißen und in der Wunde verbleiben. Das ist an sich nicht schlimm, denn die Teile werden vom Körper irgendwann abgestoßen. Wenn es dumm läuft, kann es jedoch zu Entzündungen führen.

Keine "Hausmittel" zur Zeckenentfernung

Auf gar keinen Fall sollte man die Zecke mit Öl oder Klebstoff beträufeln. Zwar sterben die Tiere dabei, doch im Todeskampf "übergeben" sie sich - und pumpen so die Borreliose-Erreger erst recht ins Blut.

Möglichst schnell muss es gehen

Unabhängig davon, für welche Methode man sich letztendlich entscheidet, eines ist grundsätzlich wichtig: Es muss schnell gehen! Denn je länger die Zecke im Körper bleibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie beispielsweise Borreliose-Bakterien oder FSME-Viren übertragen kann - wenn sie infiziert ist.

Man geht davon aus, dass es 12 bis 24 Stunden dauert, bis es zu einer Infektion mit Borreliose-Erregern kommt. FSME-Viren hingegen werden direkt nach dem Stich übertragen, denn das Virus befindet sich in den Speicheldrüsen der Zecke, so das Infoportal zecken.de. Deshalb bei jedem Spaziergang in der Natur eine Pinzette mitnehmen, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können. Im Notfall tun es auch die Finger bzw. Fingernägel.

Was sind Borreliose und FSME?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine virale Form der Hirnhautentzündung, bei der auch das Gehirn betroffen ist. Sie kann zu schweren neurologischen Schäden führen und schlimmstenfalls tödlich enden. Eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich. Gegen FSME kann man sich impfen lassen.

Borreliose ist die am häufigsten von Zecken übertragene Krankheit in Europa und wird von Bakterien ausgelöst. Borreliose ist schwer zu diagnostizieren. Ein mögliches und deutliches Symptom ist die sogenannte Wanderröte, eine ringförmige und schmerzlose Rötung an der Stichstelle, aber auch an anderen Körperstellen. Die Rötung kann auch erst Tage bis Wochen nach dem Biss auftreten, deswegen sollte auch nach der Entfernung einer Zecke die Stichstelle beobachtet werden. Die Rötung tritt allerdings längst nicht bei allen Patienten auf. Andere Symptome können Abgeschlagenheit, Fieber, Lymphknotenschwellungen und Kopfschmerzen sein. Gegen Borreliose werden Antibiotika eingesetzt.

© colourbox.de

Die sogenannte Wanderröte bei Borreliose.

So schützen Sie sich vor Zeckenstichen

Den einfachsten Schutz vor Zecken ist geschlossene Kleidung, wenn man in die Natur zum Ausspannen will. Dazu gehören feste Schuhe, lange Hosen und ein langärmeliges Oberteil mit Bündchen. Auch wenn es blöd aussieht: Die Socken über die Hosenbeine ziehen, so können die Blutsauger nicht über die Socken unter die Hose krabbeln.

Diese Maßnahme bietet allerdings keinen hundertprozentigen Schutz, deshalb sollte man sich nach einem Aufenthalt im hohen Gras, Gebüsch oder Unterholz nach Zecken absuchen. Auf heller Kleidung geht es deutlich leichter, die dunklen "Pünktchen" zu entdecken. Am sichersten ist es, wenn man sich beim Absuchen gegenseitig hilft, denn hinten hat man keine Augen. So kann man auch nach einem Spaziergang noch verhindern, gestochen zu werden, denn die Zecken sind wählerisch. Wenn sie auf ihren Wirt übergegangen sind, suchen sie nämlich noch ein Weilchen nach dem idealen Ort für ihr Festmahl - und das ist dünne Haut.

Diese Vorsichtsmaßnahmen ziehen bei Kindern eher weniger - zumal sie sich auch ungeplant "ins Unterholz schlagen", und so die Kleidung nicht immer die richtige ist. Deshalb sollten sie nach dem Spielen im Freien immer gründlich abgesucht werden. Die Zecken lieben zarte Haut wie in den Kniekehlen, an den Ohren und am Hals, unter den Achseln und im Genitalbereich.

© picture alliance / dpa Themendienst

Kinder nach dem Spielen immer gründlich nach Zecken absuchen.

Wissenswert: Es heißt Zeckenstich und nicht Zeckenbiss

Meistens ist die Rede von einem Zeckenbiss. Das ist allerdings nicht ganz korrekt, denn eine Zecke sticht tatsächlich! Sie ritzt mit ihren scharfkantigen Mundwerkzeugen die Haut ihrer Trinkquelle auf und führt dann ihren Stechrüssel ein. Das Fatale: Man merkt das Ganze nicht, denn der Speichel der Zecke enthält ein Sekret, das den Juckreiz unterdrückt. Deswegen werden auch viele Zeckenstiche nicht bemerkt. Umso wichtiger ist es, den Körper gründlich nach einem Aufenthalt im Freien abzusuchen.

Wie man eine Zecke vernichten kann

Eine Zecke zu töten, ist gar nicht so einfach, denn sie sind unglaublich zäh und widerstandsfähig. Eine sichere Methode ist, den Kopf mit einem Messer abzutrennen. Nicht zerdrücken, dann könnten sich Eier verteilen. Auch ein Insektizid tötet Zecken zuverlässig. Mehr Infos im Video!

© BR

Wie entfernt man eine Zecke? Mit Benzin, Nagellackentferner oder Kleber? Auf keinen Fall! Sondern vorsichtig mit einer Zeckenzange. Und dann? Wie tötet man sie? Die verschiedenen Möglichkeiten, wie es wirklich klappt, gibt es hier.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!