Kleidermotte auf einem Stück Wollstoff
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Tipps gegen Motten in den Klamotten

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Was hilft gegen Kleidermotten? Hausmittel und Tipps

Kleidermotten sind eigentlich harmlos, nicht aber ihr gefräßiger Nachwuchs: Die Raupen hausen im Kleiderschrank, fressen sich durch Pullis oder Hemden und hinterlassen ihr Markenzeichen: jede Menge Löcher. Was hilft gegen Kleidermotten?

Um einen Befall des heimischen Kleiderschranks mit Motten zu verhindern, sind Fliegenklatsche und Zeitung meist nutzlos. Denn die träfen nur die Männchen, die auf der Suche nach einer paarungswilligen Partnerin sind. Dabei sind die Weibchen das Problem, denn sobald sie befruchtet sind, richten sie es sich gemütlich zwischen Spalten und Ritzen eben im Kleiderschrank ein und produzieren dort ihren Nachwuchs. Und die Raupen der Kleidermotte sind es, die für die Löcher in den Klamotten verantwortlich sind. Was gegen Kleidermotten hilft - ein FAQ.

Kleidermotten sind kein Anzeichen mangelnder Hygiene

In der Wärme von Wohn- und Lagerräumen legt ein Weibchen bis zu 300 Eier ab - jedes einzeln, beispielsweise auf Kleidung oder Möbeln. Nach 14 Tagen schlüpft der Nachwuchs. Auf der Speisekarte der Motten-Raupen stehen bevorzugt tierische Fasern, wie sie in Wollpullis oder in Klamotten aus Pelz und Leder verarbeitet sind. Kleidermotten sind kein Anzeichen mangelnder Hygiene, sondern zeigen, welche Stoffe im Schrank hängen: Durch Baumwolle und synthetische Textilien frisst sich die Raupe höchst selten.

Nach etwa drei Monaten beginnt die Verpuppung. Dafür baut sich der künftige Nachtfalter bis zu 15 Zentimeter lange Röhren. Schlüpft die Kleidermotte, ist sie für Textilien keine Gefahr mehr. Das Mundwerkzeug des Tiers ist verkümmert und zur Aufnahme von Nahrung nicht mehr geeignet - etwa zwei bis drei Wochen später stirbt die Kleidermotte. Doch trotz der kurzen Lebenszeit haben Motten genügend Zeit, sich zu paaren und die Eier für die nächste Generation zu legen.

Die chemische Keule: Mottenkugeln und Co.

Aber was hilft gegen die Motten oder eher gegen die Motten-Raupen: Im Handel gibt es eine Vielzahl chemischer Mittel, um die Brut des Nachtfalters wirksam zu bekämpfen und vorzubeugen. Doch in den Produkten wie Mottenkugeln sind oft Substanzen, die gesundheitsschädlich wirken können.

Eine Kleidermotte auf weißem Gewebe
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Stiftung Warentest hat Motten-Mittel und Cecilia Meusel von der Stiftung Warentest weiß die Ergebnisse.

Bewährte Hausmittel gegen Kleidermotten

Wer das nicht in Kauf nehmen will, kann auf Hausmittel gegen Kleidermotten setzen - auch wenn diese nicht hundertprozentig vor Löchern in den Lieblingsklamotten schützen.

  • Waschen Sie die Sachen, wenn möglich, bei über 50 Grad.
  • Wenn Sachen nicht so heiß gewaschen werden können, müssen sie vier Wochen eingefroren werden, um den Motten den Garaus machen zu können.
  • Wenn Sie einen Balkon oder Garten haben: Hängen Sie die Sachen in die pralle Sonne. Das passt den Motten überhaupt nicht. Die Sachen dann noch eingepackt in schwarze Folie - und die Tiere und Eier sterben innerhalb von Stunden ab.
  • Reinigen Sie den Kleiderschrank regelmäßig und gründlich bis in die tiefste Ritze - aussaugen und mit Essigreiniger putzen!
  • Der Duft von Lavendel und Zedernholz kann den lästigen Vielfraß teilweise vertreiben.
  • Teure Kleidung sollte man am besten in einem Plastikbeutel aufbewahren, damit sie vor den gefräßigen Kleidermotten geschützt sind.
  • Zudem sollte der Kleiderschrank mehrmals im Jahr umgeräumt werden. Die damit verbundene Unruhe ist der Kleidermotte meist zu ungemütlich.

Hormongesteuerte Männchen

Eine weitere Option sind Pheromon-Lockstofffallen. Sie helfen aber nicht gegen einen akuten Motten-Befall, können ihn aber zumindest nachweisen und mittel- und langfristig die Produktion des Nachwuchses stoppen.

In die Falle tappen nur die Männchen, die dann so die Weibchen nicht mehr befruchten können. Der Nachwuchs bleibt irgendwann aus.

Letzter Ausweg: Der Kammerjäger

Wenn Sie immer wieder mit Motten zu tun haben, sollten Sie einen Schädlingsbekämpfer zurate ziehen. Er kann auch große Stücke wie Teppiche oder Pelze mottenfrei bekommen. Sie kommen in luftdichte Kunststoffzelte und werden mit Stickstoff begast, die Motten-Raupen sterben ab, der Befall endet.

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