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Fahrrad-Check im Frühling: Tipps für die richtige Wartung

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    Fahrrad-Check im Frühling: Tipps für die richtige Wartung

    Frühlingshafte Temperaturen - viele holen ihr Rad aus dem Keller. Nach dem langen Winter sollte überprüft werden, ob es noch fahrtauglich ist. Neben Tipps für Wartung und Pflege, erfahren Sie auch, wie Sie ein Loch im Reifen flicken können.

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    • BR24 Redaktion

    Grundreinigung des Fahrrads

    Eine Radreinigung ist nicht unbedingt sicherheitsrelevant, dient aber neben optischen Effekten auch der Pflege. Denn Dreck und im Winter anhaftendes Streusalz beschleunigen die Korrosion. Am besten ist es, seinen Drahtesel mit Wasser und Lappen zu reinigen. Es gibt auch spezielle Fahrradreiniger zum Aufsprühen. Von Dampf- oder Hochdruckreinigern raten Experten ab. Durch den hohen Druck entfernen diese nicht nur Schmutz, sondern auch sämtliches Öl und Fett etwa an der Kette. Zudem kann Wasser in Naben, Tretlager und andere Teile eindringen.

    Schrauben am Drahtesel nachziehen

    Schrauben und andere Verbindungen können sich mit der Zeit lockern und sollten bei Bedarf nachgezogen werden. Vor allem Lenkervorbau, Lenkerstange und Sattel sollten vor dem Start unbedingt auf ihren Halt geprüft werden.

    Die Bremsen des Radls testen

    Auch die Bremsen des Fahrrads müssen dringend geprüft werden. Wichtig ist, dass sie genug Bremskraft entwickeln, sich frei bewegen lassen und die Bremsbeläge in gutem Zustand sind. Der ADFC rät, Bremsklötze auszutauschen, wenn die Querrillen nicht mehr deutlich zu erkennen sind oder sich eine Kante eingebremst hat. Die Bremsseile sollten Kappen an den Enden haben und nicht ausgefranst sein. Bei Seilzugbremsen sollte zudem das Drahtseilsystem geprüft und notfalls nachgezogen werden, weil es einrosten oder sich lockern kann.

    Fahrradkette schmieren

    Ist die Antriebskette des Fahrrads verdreckt und schlecht geschmiert, kostet das Treten unnötig viel Kraft und verursacht unangenehme Geräusche. Fahrradfahrer sollten bei ihrem Frühjahrscheck deshalb ihre Kette mit einem Lappen von Sand und Dreck befreien. Anschließend sollte das Öl dünn und gleichmäßig aufgetragen werden.

    Gangschaltung prüfen

    Vor allem Kettenschaltungen können sich während des Betriebs mit der Zeit verstellen, was Schwierigkeiten beim Gangwechsel verursacht. Mit der Schraube am Schalthebel, aus der der Seilzug austritt, kann die Spannung angepasst werden. Die Justierung ist für Laien aber meist schwierig und zeitaufwändig.

    Rad-Licht kontrollieren

    Scheinwerfer und Rücklicht sollten geprüft werden. Auch sollte geschaut werden, ob die Stecker des Lichtkabels an den Leuchten und am Dynamo festsitzen. Speichenreflektoren sind nicht nötig, wenn die Reifen reflektierende Streifen haben. Diese nutzen sich aber mit zunehmendem Alter ab.

    Beim Pedelec: Akku checken

    Generell sollte der Akku im Winter stets im Warmen aufbewahrt und direkt vor der Fahrt im Pedelec eingebaut werden, um dem Kapazitätsverlust durch Kälte entgegenzuwirken. Starke Hitze kann den Akku übrigens ebenfalls schädigen. Generell halten hochwertige Akkus einige Jahre, die Kapazität nimmt aber mit der Zahl der Ladezyklen ab.

    Fahrradreifen prüfen

    Poröse und rissige Reifen sind ein Pannenrisiko. Sind Mäntel und Reifenprofile zu stark abgenutzt, sollten neue Reifen angeschafft werden. Der richtige Reifendruck hat großen Einfluss auf den Fahrkomfort, die Pannensicherheit und den Kraftaufwand beim Treten. Bei längeren Standzeiten verlieren viele Reifen Luft, auch wenn sie kein Loch haben. Lässt sich der Reifen mit dem Daumen leicht eindrücken, sollte er aufgepumpt werden. Falls er ein Loch hat, muss der Fahrradreifen geflickt werden.

    So flicken Sie einen Fahrradreifen

    Vorbereiten

    • Das Rad mit dem "Platten" vom Fahrrad abmontieren.
    • Das Ventil und die an der Felge sitzende Überwurfmutter abschrauben.
    • Den Mantel mit Reifenhebern vorsichtig von der Felge lösen.
    • Den Schlauch von der Felge abziehen.
    • Das Ventil wieder in den Schlauch einsetzen und festschrauben.

    Das Loch finden

    • Den Schlauch aufpumpen, in einen Eimer mit Wasser halten und langsam drehen, bis Bläschen aufsteigen und das Loch anzeigen.
    • Die Stelle zunächst mit einem Finger, dann mit einem Stift markieren.
    • Prüfen, ob möglicherweise weitere Löcher im Schlauch sind und diese ebenfalls markieren.
    • Das Ventil wieder abschrauben und die Luft aus dem Reifen lassen.
    • Anschließend mit einem Stück Schmirgelpapier die markierte(n) Stelle(n) vorsichtig etwas aufrauen.

    Kleben

    • Klebstoff (Vulkanisierflüssigkeit) aus dem Flickzeug dünn und in der Größe des späteren Flickens auftragen und etwa fünf Minuten warten, bis der Klebstoff fast trocken ist.
    • Schutzhülle vom Flicken entfernen und fest auf den Klebstoff pressen, dann etwa zwei Minuten warten.
    • Ventil wiedereinsetzen und den Schlauch wieder aufpumpen.
    • Im Wassereimer prüfen, ob der Flicken hält und dicht ist - es dürfen keine Bläschen unter dem Flicken hervorkommen.
    • Wenn alles dicht ist, das Ventil wieder entfernen und die Luft aus dem Schlauch lassen.

    Prüfen

    • Wichtig: Das Felgenband und den Mantel genau prüfen, gegebenenfalls vorsichtig die Innen- und Außenseite mit den Fingern abtasten: Möglicherweise steckt die Ursache für das oder die Löcher noch im Mantel und muss entfernt werden (zum Beispiel eine Reiszwecke).

    Endmontage

    • Anschließend die Ventilschraube durch die Felgenöffnung führen und mit der Überwurfmutter leicht fixieren. Den Schlauch in den Mantel legen.
    • Den Schlauch vorsichtig und mithilfe der Reifenheber über die Felge stülpen.
    • Das Ventil einsetzen und festschrauben.
    • Den Reifen aufpumpen.
    • Das Ventil mit der Überwurfmutter an der Felge fixieren.
    • Das Rad wieder ans Fahrrad montieren - fertig

    Quelle: Fahrradklub ADFC und Autoklub ACE

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