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Biertrinkende Kelten waren auch Fans von importiertem Wein | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Eine neue Studie deckt die kulinarischen Gewohnheiten der Kelten auf und zeigt, was vor 2.600 Jahren auf dem Speiseplan stand. Ein Gespräch mit dem LMU-Archäologen Professor Philipp Stockhammer, der die Forschungen geleitet hat.

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Biertrinkende Kelten waren auch Fans von importiertem Wein

Die mediterrane Lebensweise war schon bei den Kelten beliebt. Sie tranken nicht nur Met und Bier, sondern auch Wein - schon damals ein Import aus dem Mittelmeerraum - stilecht aus griechischen Trinkgefäßen und nutzen diese auch für ihr Bier.

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Die Kelten tranken nicht nur gerne Met und Bier, sondern waren auch einem guten, mediterranen Wein nicht abgeneigt. Den ließen sie sich aus griechischen Trinkgefäßen aus Keramik schmecken. Diese Gefäße nutzten sie vor 2.600 Jahren aber nicht nur für den edlen Import-Tropfen, sondern auch für ihr Bier. Das haben Forscher nun herausgefunden: "Die Kelten haben also die fremden Traditionen nicht einfach nur übernommen. Sie nutzten die Gefäße und Produkte auf ihre eigene Weise und für ganz unterschiedliche Zwecke", so der Mitautor und Münchner Archäologe Philipp Stockhammer. "Das war eine Zeit des Wandels."

Gefäße wurden auf Nahrungsmittelrückstände untersucht

Das internationale Team unter Leitung von Forschern der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Tübingen hatte mittels einer chemischen Nahrungsrückstandanalyse 99 heimische oder aus Athen importierte Keramikgefäße aus der Zeit um 500 vor Christus untersucht. Sie waren an der ehemaligen Keltenansiedlung am Mont Lassois im französischen Burgund gefunden worden. Ihre Studie veröffentlichten die Wissenschaftler im Juni 2019 in der Fachzeitschrift "PLOS ONE".

© dpa-Bildfunk/Victor S. Brigola

Die Wissenschaftler untersuchten fast 100 Exponate auf Lebensmittelrückstände.

Unterschiedliches Trinkverhalten - abhängig von der Standesschicht

Bei ihren Untersuchungen stellten sie erhebliche Unterschiede im Trinkverhalten der verschiedenen Bewohnergruppen fest. Die Soldaten, die am Tor der stadtähnlichen Ansiedlung lebten, hätten wahrscheinlich Hirsebier getrunken, sagte Stockhammer. Diese Biersorte wurde den Forschern zufolge wahrscheinlich von Menschen mit niedrigem Status konsumiert. Bier auf Gerstenbasis tranken anscheinend die etwas höher gestellten Bewohner. Entsprechende Reste wurden in Gefäßen aus dem Handwerkerviertel entdeckt. Wein, damals importiert nicht nur aus Griechenland, sondern auch aus Italien und Südfrankreich, fand sich dort vor allem in Kochgefäßen - sodass die Wissenschaftler vermuten, dass damit auch gekocht wurde.

Auch Frauen durften "trinken"

Trinkgefäße dienten sowohl Männern als auch Frauen als Grabbeigaben, sodass Stockhammer davon ausgeht, dass Frauen auch an Festen mit Alkoholkonsum grundsätzlich teilnehmen durften. Es gebe "keinen Grund anzunehmen, dass Frauen nicht auch bei Gelagen dabei sein durften".

Die Kelten mochten es süß

Neben Bier und Wein fanden die Forscher in den Gefäßen auch andere Lebensmittelreste wie Olivenöl und Milch - aber auch Bienenwachs. Diese fand sich in der Hälfte der heimischen Töpfergefäße, was möglicherweise darauf hindeutet, dass Met ein beliebtes fermentiertes Getränk war oder dass die frühen Kelten ihre Getränke gern mit Honig süßten.

© BR

Dass am Staffelberg vor über 2.000 Jahren die Kelten, nach damaligen Maßstäben, eine richtige Großstadt erbaut hatten, wissen wohl die wenigsten. Archäologen haben jetzt ein Stadttor ausgegraben, dessen Größe selbst die Experten staunen lässt.