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Der bayerischen Wirtschaft fehlen laut BIHK Dynamik und Impulse. Eine Frühjahrsbelebung bleibt aus.

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BIHK-Konjunkturumfrage: Bayerns Firmen erwarten Stagnation

Der bayerischen Wirtschaft fehlen Dynamik und Impulse. Eine Frühjahrsbelebung bleibt aus. Zu diesem Ergebnis kommt die Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags. Größtes Problem sei die fehlende Nachfrage.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Es sieht nicht gut aus für die bayerische Wirtschaft. Ein Silberstreif sei nicht in Sicht. Insgesamt würden die befragten Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage sogar noch schlechter beurteilen als zu Jahresbeginn. Das zeigt die neue Konjunkturumfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) unter 3.400 Unternehmen. Zwar klagen die bayerischen Firmen nicht mehr so sehr über Material- und Rohstoffknappheit oder steigende Energiepreise. Dafür umso mehr über fehlende Nachfrage und ausbleibende Kunden.

BIHK: "Alles in Molltönen" in der bayerischen Wirtschaft

Besonders der Handel und Dienstleistungen seien betroffen. Auch die Baubranche leide unter sinkenden Aufträgen, heißt es beim BIHK. Einzig der Tourismus in Bayern erwarte in den kommenden Monaten bessere Geschäfte. Auch wegen der gerade beginnenden Sommersaison.

Insgesamt sei die Stimmung in der bayerischen Wirtschaft zur Zeit "äußerst verhalten", so BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. Zu den Problemen aufgrund von Inflation, steigenden Zinsen oder höheren Arbeitskosten kommt auch der dauernde Personalmangel, unter dem viele Unternehmen leiden. Dieser hat vor allem demographische Gründe. Es gehen also mehr Mitarbeiter in Rente als neue nachrücken. Auch mit überflüssiger Bürokratie müssten Firmen nach wie vor viel Zeit verbringen. Das sei ein weiterer von zahlreichen, wirtschaftspolitischen Stolpersteinen. Aufgrund der insgesamt schlechten Rahmenbedingungen sei die bayerische Wirtschaft derzeit "ausgebremst" und stecke fest, so Gößl. Es fehle Schwung und kein Wachstumsdrang sei zu spüren: "Es ist alles in Molltönen".

BIHK sieht "schleichende De-Industrialisierung" in Bayern

Eine Folge: fehlende Inlandsinvestitionen. Die Neigung zu Investitionen im Ausland werde zunehmen und eine schleichende De-Industrialisierung fortschreiten, so BIHK-Präsident Klaus Josef Lutz.

Von der Politik fordert der Bayerische Industrie- und Handelskammertag nicht nur einen Industriestrompreis, so wie ihn Wirtschaftsminister Robert Habeck plant, sondern auch deutlich günstigere Strompreise für den Mittelstand und Privathaushalte durch Senkung von Steuern und Abgaben. Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen wollen eine bessere Energiepolitik. Außerdem mehr politische Initiative bei der Arbeitskräftesicherung. Um den Zuzug von Arbeitskräften zu ermöglichen, müsse allerdings auch der Wohnungsbau stark angekurbelt werden.

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