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20 Jahre "IGeL-Leistungen" - etabliert, aber umstritten | BR24

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    20 Jahre "IGeL-Leistungen" - etabliert, aber umstritten

    Seit 20 Jahren gibt es in der Medizin so genannte IGeL-Leistungen, die die Patienten selbst bezahlen müssen. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung stellt heute vor, welche IGeL-Leistungen am häufigsten verkauft werden. Von Nikolaus Nützel

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    Es ist ein Markt mit einem beträchtlichen Volumen, den sich viele Ärzte mit den "Individuellen Gesundheitsleistungen" erschlossen haben. Auf deutlich über eine Milliarde Euro pro Jahr wird der Umsatz geschätzt. Besonders häufig angeboten werden Früherkennungsuntersuchungen - etwa beim Augenarzt oder auch beim Frauenarzt. Der Medizinische Dienst der gesetzlichen Krankenversicherung sucht regelmäßig weltweit in Studien nach Daten über den Nutzen und möglichen Schaden von IGeL-Leistungen.

    Medizinischer Dienst kritisiert IGeL als "zweifelhaft"

    Das Ergebnis lautet in den allermeisten Fällen, dass ein Nutzen nicht belegbar oder zweifelhaft ist. Der Medizinische Dienst sieht es deshalb kritisch, wenn Mediziner IGeL-Leistungen anbieten. Viele Ärzteverbände hingegen halten etliche IGeL-Leistungen für notwendig, um den neuesten Stand der Medizin anbieten zu können. Den Vorwurf, dass es nur darum gehe, Umsatz zu machen, weist etwa der Berufsverband der Augenärzte zurück.

    Kein Zwang und Drang zu IGeL

    Die Spitzenverbände der Ärzteschaft schlagen in der Diskussion eher leise Töne an. Sie stellen zwar selbst fest, dass es IGeL-Leistungen gibt, die mehr schaden als nutzen. Vor allem aber empfehlen Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung, Patienten dürften nicht dazu gedrängt werden, etwas aus der eigenen Tasche zu zahlen.