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Online-Nachrichten 12.5.

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Killer's Security: Google's Assistant stottert

Um künstliche Intelligenz ist's diese Woche bei den Entwicklerkonferenzen von Microsoft und Google gegangen. Google baut gewaltige Supercomputer, damit KI-Apps schön menschlich stottern und der Konzern die Surfer überwachen kann. Von Achim Killer

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Künstliche Intelligenz

Das absolute Hype-Thema derzeit. Natürlich auch auf den beiden Entwickler-Konferenzen diese Woche, der von Microsoft und der von Google. Google’s Assistant, das Programm auf Android-Handys, das man was fragen kann und das dann meistens in Wikipedia nachschlägt, das ist noch intelligenter geworden und hat gelernt, eigenständig zu telefonieren. Man kann es also bald beispielsweise damit beauftragen, beim Friseur anzurufen und einen Termin zu vereinbaren. Und damit der Friseur nicht erschrickt, wenn ein Computer anruft, hat der Assistant gelernt, richtig menschlich „hmhm“ und „äh“ zu sagen. Soviel zu den Spielereien für die User.

Google's Supercomputer

Jetzt zum ernstem Hintergrund in den Rechenzentren von Google: „This Talk is about Supercomputers for machine-learning“. So hat Zak Stone von Google auf der Entwickler-Konferenz seinen Vortrag eingeleitet. Die Intelligenz vom Android-Assistant, die steckt nicht im Smartphone, sondern im Rechenzentrum. Spezial-Chips hat Google dafür entwickelt, sogenannte TPUs, Tensor Processing Units, und deren Leistung jetzt wieder mal verzehnfacht. 64 solcher Chips steckt Google zu Spezialrechnern zusammen. Und jeder von denen bringt es auf eine Leistung 100 PetaFlOPS, 100 Billiarden schwierige Rechenaufgaben pro Sekunde. Mehr als der stärkste Supercomputer der Welt. So viel ist nötig, um „hmhm“ zu sagen und – „ähm“ - im großen Stil Nutzerdaten abzugreifen.

Ich hab’ nichts zu verbergen

Das ist so in etwa das blödeste Argument, das gegen Datenschutz und Privatsphäre vorgebracht werden kann. Niemand steht gerne ständig unter Beobachtung, auch nicht im Netz. Angesichts dessen kann’s ja mal ganz nützlich sein, zu schauen, wie’s Leute halten, die nun wirklich viel zu verbergen haben und das auch wissen: Cyberkriminelle, Internet-Gauner und –Verbrecher. Die haben sich bislang meist auf geheimen Foren im Web ausgetauscht. Das ist ihnen zu unsicher geworden, hat die IT-Sicherheitsfirma Checkpoint beobachtet. Und deshalb wechseln sie jetzt, die Gauner, massenhaft zum Messenger Telegram, mit dem man Chats gut verschlüsseln kann. Ja, es schlecht, wenn man ihnen deswegen nicht auf die Schliche kommt. Aber man könnte sich ja auch die Expertise dieser Leute zum Schutz seiner eigenen Privatsphäre zunutze machen. Russland und der Iran versuchen aktuell aus politischen Gründen, Telegram zu blockieren. Noch’n Argument für diesen Messenger: Autokraten und Theokraten hassen ihn.