Amazon hat sich bereit erklärt, 30 Millionen Dollar zu zahlen. Dies ist Teil einer Einigung mit der US-Aufsichtsbehörde FTC. Sie wirft Amazon vor, die Privatsphäre der Nutzer verletzt zu haben. Die Vorwürfe betreffen die Dienste Ring und Alexa.
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Amazon hat sich bereit erklärt, 30 Millionen Dollar zu zahlen. Dies ist Teil einer Einigung mit der US-Aufsichtsbehörde FTC.

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FTC-Vorwürfe: Amazon verletzt Kinder-Datenschutzgesetz

Amazon hat sich bereit erklärt, 30 Millionen Dollar zu zahlen. Dies ist Teil einer Einigung mit der US-Aufsichtsbehörde FTC. Sie wirft Amazon vor, die Privatsphäre seiner Nutzer verletzt zu haben. Die Vorwürfe betreffen die Dienste Ring und Alexa.

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Amazon hat sich bereit erklärt, mehr als 30 Millionen US-Dollar zu zahlen, um eine Klage der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC) beizulegen. Darin wird dem Konzern aus Seattle vorgeworfen, durch seine Dienste Ring und Alexa die Privatsphäre seiner Nutzerinnen und Nutzer verletzt zu haben.

Vorwurf: Datenschutz von Kindern offenbar missachtet

In der Klage, die vom US-Justizministerium im Namen der FTC eingereicht wurde, heißt es, Amazon habe gegen den "Children's Online Privacy Protection Act" (COPPA) verstoßen. So soll es jahrelang die Sprach- und Standortdaten junger Nutzerinnen und Nutzer gespeichert haben, obwohl die Eltern die Löschung dieser Daten verlangt hatten.

Im Rahmen des Vergleichs, der noch von einem Bundesgericht genehmigt werden muss, erklärt sich Amazon bereit, eine zivilrechtliche Strafe in Höhe von 25 Millionen US-Dollar zahlen und inaktive Kinderkonten sowie bestimmte Sprachaufzeichnungen und Standortdaten zu löschen.

Tochterunternehmen Ring soll Videoaufnahmen nicht geschützt haben

Darüber hinaus wurde Ring, ein Unternehmen, das Millionen von Video-Türklingeln- und Überwachungskameras verkauft hat, beschuldigt, seinen Mitarbeitenden und Hunderten von Vertragspartnern vollen Zugriff auf die Videos aller Kunden gegeben zu haben. Die Aufnahmen wurden offenbar unverschlüsselt im Ring-Netzwerk gespeichert und konnten so von jedem Angestellten oder Auftragnehmer heruntergeladen, angesehen, geteilt oder weitergeleitet werden. Die Klage der FTC hebt einen Ring-Mitarbeiter hervor, der zwischen Juni und August 2017 "tausende" Aufnahmen von 81 Frauen angesehen haben soll. Er soll sich dabei insbesondere Aufzeichnungen von Kameras angesehen haben, die den Titel "Master Bedroom" (Schlafzimmer) oder "Master Bathroom" (Badezimmer) trugen.

Sicherheitsmängel bei Ring hatte Hacker-Angriff zur Folge

Darüber hinaus führten mangelnde Sicherheitsmaßnahmen dazu, dass zwischen Januar 2019 und März 2020 mehr als 55.000 US-Kunden von Hackern angegriffen wurden, die Ring-Geräte kompromittierten. Die Angriffe ermöglichten den Hackern den Zugriff auf Hunderttausende von Videos aus den Privaträumen der Verbraucher, einschließlich ihrer Schlafzimmer und der Schlafzimmer ihrer Kinder.

Amazon und Ring bestreiten Vorwürfe

Amazon und Ring haben in einer Stellungnahme die Vorwürfe der FTC zurückgewiesen und bestreiten, gegen Gesetze verstoßen zu haben. Der von der FTC vorgeschlagene Vergleich mit Ring sieht vor, dass das Unternehmen 5,8 Millionen Dollar an Rückerstattungen an die Verbraucher zahlt und Daten von Videos löscht, die es unrechtmäßig überwacht hat. Darüber hinaus müsste das Unternehmen ein Datenschutz- und Sicherheitsprogramm zum Schutz der Videos und Daten der Nutzer einführen und die FTC über Vorfälle informieren, bei denen Kundenvideos unbefugt eingesehen oder veröffentlicht wurden.

US-Behörde erhöht Druck auf Big Tech

Die Vorwürfe gegen Amazon und Ring kommen zu einer Zeit, in der die Praktiken großer Technologieunternehmen zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit und der Aufsichtsbehörden geraten. Die FTC unter der Leitung von Lina Khan hat Amazon schon länger im Visier und setzt sich verstärkt dafür ein, die Überwachungsmöglichkeiten von Big-Tech-Unternehmen einzuschränken.

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