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Ein Berlinale-Wettbewerb voller Monster und Antihelden | BR24

© kinokino, Gregor Wossilus

kinokino über den Berlinale-Wettbewerb

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Ein Berlinale-Wettbewerb voller Monster und Antihelden

Die neue Berlinale-Leitung hat düstere Geschichten, befremdliche Figuren und dunkle Erlebnisse versprochen – und Wort gehalten: Die Filme des Wettbewerbs sind weder gefällig noch leichte Kost, wie "Undine", "Hidden Away" und "El Prófugo" beweisen.

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Carlo Chatrian, neuer Co-Leiter der Berlinale, hat uns befremdliche Figuren und dunkle Filme versprochen. Und Chatrian hat Wort gehalten. Die Wettbewerbsfilme dieses Jahres, sie stellen uns faszinierende, düstere Seelen vor. Einer der stärksten Wettbewerbsfilme kommt dabei aus Deutschland, Christian Petzolds "Undine".

Paula Beer und Franz Rogowski als Liebespaar

Im Mittelpunkt eine Frau voller Geheimnisse, Undine, eine Stadtführerin in Berlin. Zu Beginn wird sie von ihrem Freund verlassen. Das Perfide: Undine droht ihm, würde er jetzt gehen damit, dass sie ihn töten müsse. Nur um dann eine Stunde später auf Schauspieler Franz Rogowski zu treffen, mit dessen Figur Undine eine neue, wilde Liebe erleben soll. Doch die Vergangenheit kreuzt immer wieder Undines Wege. Diese Geschichte wird kein gutes Ende nehmen ...

Christian Petzolds Film – ein modernes Märchen, eine Neuinterpretation des klassichen Undine-Mythos, stark gespielt, intensiv und nie ganz eindeutig. Und gerade deshalb so anziehend, so spannend.

"El Prófugo" verschiebt die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit

Eine weitere aufregende Frauenfigur stellt uns Natalia Menta in ihrem argentinischen Psychothriller "El Profugio – Der Eindringling" vor. Alles dreht sich hier um die Sängerin Ines, die sich von einer fremden Macht, einem Eindringling verfolgt sieht. Und den ganzen Film über sind wir nicht sicher, wer sie eigentlich ist. Realität und Traumwelt verschwimmen, Fragen werden aufgeworfen: Ist Ines verrückt, ist sie vielleicht hier die Böse?

Mut zur Hässlichkeit: Elio Germano begeistert als Maler Antonio Ligabue

Schönheit, Gefährlichkeit und Mut zur Hässlichkeit - diese drei Dinge vereint Elio Germano, einer der beeindruckendsten männlichen Darsteller dieses Berlinale-Wettbewerbs.

In "Hidden Away" mimt Germano den geistig und körperlich angeschlagenen Maler Antonio Ligabue, der nach einem entbehrungsreichen Leben erst sehr spät als Künstler entdeckt wurde.

"Wir hatten großen Respekt und auch Mitgefühl mit dieser Figur", sagt Germano über seine Rolle. "Kino will ja oft eine Charakter in eine bestimmte Geschichte hineinpressen für eine bestimmte Botschaft. Uns ging es darum, ihn so expressiv zu zeigen, als wäre er noch unter uns."

"Hidden Away" ist dabei Biografie, Zeitporträt und Charakterstudie zugleich – mit einem schrägen, aber liebenswerten Protagonisten, der für das steht, was diese Berlinale bisher auszeichnet. Kino, das uns befremdet, aber dafür auch bis weit nach dem Kinobesuch fasziniert.

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