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Empfang in einer Arzt-Praxis
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Autoren

Katrin Schirner
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Empfang in einer Arzt-Praxis

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte dazu bewegen, mehr Termine anzubieten. Zwar arbeitet die Mehrheit der Ärzte deutlich mehr als die bisher vorgeschrieben 20 Wochenstunden für gesetzlich Versicherte. Aber in einigen Praxen investieren die Mediziner trotz Kassenzulassung ihre Zeit lieber in die Behandlung der privat Versicherten – das ist deutlich lukrativer. Deshalb will Spahn die vorgeschriebenen Sprechzeiten für gesetzlich Versicherte von bisher 20 Stunden pro Woche auf 25 ausweiten.

Mehr Sprechstunden – auch ohne Termin

Ärzte der unmittelbaren Versorgung vor Ort - wie Haus- und Kinderärzte - sollen zudem mindestens fünf Sprechstunden pro Woche ohne Terminvergabe anbieten. Minister Spahn hofft, dass diese Maßnahme wie ein "Überlaufventil" wirkt, wenn die Wartezeit auf einen Arzttermin zu lange dauert. Im Gegenzug will der Bundesgesundheitsminister Ärzte, die mehr arbeiten, auch belohnen.

"Ärzte, die neue Patienten annehmen, die mehr Patienten annehmen, die helfen, das es schneller zu Terminvergaben kommt, die sollen nicht finanziell bestraft werden, sondern eine entsprechende Unterstützung bekommen." Jens Spahn, CDU, Bundesgesundheitsminister

Krankenkassen gegen höhere Ausgaben

500 bis 600 Millionen Euro zusätzlich würde das pro Jahr kosten, schätzt der Minister. Die Krankenkassen sperren sich allerdings gegen eine Ausweitung der Ausgaben.

"Die Ärzte erhalten pro Arztpraxis im Schnitt 380.000 Euro pro Jahr von der gesetzlichen Krankenversicherung. Mit dem Geld sollte man eigentlich ordentliche Sprechstunden organisieren können." Florian Lanz, Gesamtverband Gesetzliche Krankenversicherungen

Ausbau der Terminservicestellen

Apropos bessere Organisation: die Terminservicestellen sollen ausgebaut werden. Bisher helfen sie bei der Vereinbarung eines Facharzttermins, in jedem Bundesland gilt eine andere Telefonnummer. Über die bundesweit einheitliche Nummer 116117 soll es nach den Wünschen von Gesundheitsminister Spahn in Zukunft rund um die Uhr möglich sein, auch Hausarzttermine und Akutsprechstunden zu vermitteln.

Das würde übrigens auch helfen, die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten. Der Gesundheitsminister hofft, dass das neue Gesetz im Frühjahr 2019 in Kraft treten kann.

Autoren

Katrin Schirner

Sendung

Rundschau vom 23.07.2018 - 16:00 Uhr