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USA nennen Raketen in Syrien nur noch "Option"

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USA nennen Raketen auf Syrien nur noch "Option"

Im Syrien-Konflikt schlägt Washington wieder etwas gemäßigtere Töne an. Nach den massiven Drohungen an die Adresse Russlands gestern heißt es jetzt aus dem Weißen Haus, der Einsatz von Raketen sei eine "Option", aber nicht die einzige.

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In der allgemeinen Aufregung in Washington lohnt es sich, Verteidigungsminister Mattis zu folgen. Der Ex-General erklärt mit Gelassenheit, dass die USA noch untersuchen, wer für den Angriff auf die syrische Stadt Duma verantwortlich ist und welcher Kampfstoff dabei eingesetzt wurde.

"Wir werten immer noch unsere Geheimdienstinformationen dazu aus und die unserer Verbündeten. Ein militärischer Einsatz ist möglich, wenn er angemessen scheint. So hat es der Präsident entschieden." Jim Mattis, US-Verteidigungsminister

Tweet zu "schönen Raketen"

US-Präsident Trump hatte gestern dagegen getwittert , Russland solle sich bereit machen für einen US-Angriff auf Syrien - mit "schönen, neuen und intelligenten" Raketen. Er hat das tatsächlich so geschrieben. Im wirklichen Leben ist die Entscheidung über einen militärischen Einsatz freilich noch gar nicht gefallen. So kann man zumindest Trumps Specherin Huckabee Sanders verstehen:

"Nochmal, der Präsident hat keinen Zeitplan vorgegeben. Und er behält sich auch noch andere mögliche Reaktionen vor. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen." Huckabee Sanders, Trump-Sprecherin

Syrien-Strategie? Fehlanzeige!

Zum Problem wird zunehmend, dass Trump nach seinen Auftritten mittlerweile gezwungen scheint, militärisch zu reagieren. Aber ein einmaliger Schlag allein ändere nichts an der Situation in Syrien, erklärt der frühere Diplomat und politische Analyst, Fred Hof:

"Die wichtigste Frage - neben Zielen und der Wirkung - ist, was kommt danach? Das fehlte beim Militärschlag vor fast genau einem Jahr." Fred Hof, politischer Analyst 

Erfolgloses Bombardement 2017

Nach dem Einsatz von Sarin in der Stadt Chan Schaichun hatte die US-Administration im April 2017 einen Militärflugplatz der syrischen Armee bombardiert – mit 59 Tomahawk Marschflugkörpern. Doch den Einsatz von Giftgas in Syrien beendete der Schlag nicht. Wenn Trump auf das Militär setzt, müsse die Nachricht nicht nur Assad, sondern auch dessen Verbündete erreichen, sagt Hof:

"Ein deutliches Signal vor allem an die Russen, wie: Ihr habt gesehen, was wir anrichten können. Ihr müsst Assad aus dem Spiel nehmen. Es geht nicht nur um Giftgas-Angriffe, sondern um Massenmord. Denn diese Massenmord-Kampagne hat Folgen für die Sicherheit unserer Freunde und Verbündeten und letztendlich für die nationale Sicherheit der USA." Fred Hof, politischer Analyst 

Keine Zeit für Diplomatie

Hof selbst glaubt, dass der Iran deutlich mehr Einfluss auf Assad hat als die Russen. Doch für Diplomatie mit Teheran fehlt in Washington derzeit jeder Ansatz. Auch das Verhältnis zu Russland hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Trumps Sprecherin nimmt Moskau noch einmal verbal in die Pflicht:

"Russland trägt Verantwortung. Die hatten garantiert, dass Syrien keine chemischen Waffen mehr einsetzt. Das haben sie nicht eingehalten. Sie haben außerdem Syrien unterstützt, indem sie sechs Resolutionen im Sicherheitsrat blockiert haben. Sie sind schlechte Darsteller in dem Spiel." Sarah Huckabee Sanders, Trump-Sprecherin

Neue Wirtschaftssanktionen gegen Moskau wären sicher auch eine mögliche Entscheidung in Washington. Allerdings hat sich Trump mittlerweile öffentlich auf einen Militärschlag festgelegt.