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Prügelattacke: Macron-Mitarbeiter kommt vor Untersuchungsrichter | BR24

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    Prügelattacke: Macron-Mitarbeiter kommt vor Untersuchungsrichter

    Nach der Prügelattacke gegen Demonstranten soll ein Sicherheitsmitarbeiter von Frankreichs Präsident Macron einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Die Pariser Staatsanwaltschaft prüft, ob ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann eröffnet wird.

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    Auch vier weitere Verdächtige in dem Fall, darunter drei Polizisten, sollen demnach am Sonntag einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Der Polizeigewahrsam gegen die fünf Männer wurde der Staatsanwaltschaft zufolge am Samstagabend aufgehoben.

    Macron-Mitarbeiter schlägt Demonstranten

    Der Skandal um die Prügelattacke war diese Woche mit der Veröffentlichung mehrerer Videos durch die Zeitung "Le Monde" ins Rollen gekommen. Darauf ist zu sehen, wie ein 26-jährige Sicherheitsmitarbeiter von Macron Teilnehmer einer Kundgebung am 1. Mai in Paris heftig angeht und schlägt. Er trug dabei einen Polizeihelm, obwohl er kein Polizist ist.

    Als Polizist verkleidet

    Am Freitag nahm die Polizei den Mann in Gewahrsam, am Samstagmorgen durchsuchte sie seine Wohnung. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem vor, als öffentlicher Amtsträger Gewalt angewendet und sich als Polizist ausgegeben zu haben. Am Freitag kündigte das Präsidialamt die Entlassung des Beschuldigten an.

    Auch Partei-Mitarbeiter überschritt Kompetenzen

    Auch ein Mitarbeiter von Macrons Partei "La République en Marche", Vincent Crase, wurde in Polizeigewahrsam genommen, weil er nach Regierungsangaben bei den Demonstrationen seine Kompetenzen überschritt. Er soll am Sonntag ebenfalls vor einen Untersuchungsrichter gestellt werden.

    Zudem wurden im Zusammenhang mit den Ermittlungen drei Polizisten zunächst suspendiert und dann festgenommenen. Sie sollen Macrons Sicherheitsmitarbeiter Videomaterial von Überwachungskameras der Stadt Paris beschafft haben.

    Macron schweigt zu Vorfällen

    Präsident Emmanuel Macron steht in der Angelegenheit enorm unter Druck, hat sich bislang jedoch nicht geäußert. Bei seinem Amtsantritt hatte er angekündigt, Moral und Transparenz in Frankreichs Politik zurückzubringen.