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Hungerndes Kind in Sanaa

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Katastrophale Lage im Jemen: Helfer dringen auf Hafenöffnung

Ein Bündnis aus mehreren Hilfsorganisationen appelliert an die internationale Gemeinschaft, sich für die Versorgung notleidender Menschen im Jemen einzusetzen. Acht Millionen Menschen seien in dem Land von Hunger bedroht.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Infoblock am .

"Wir weisen einmal mehr darauf hin, wie entscheidend die Häfen im Roten Meer sind, um die Versorgung der Menschen so schnell, kostengünstig und sicher wie möglich zu gewährleisten", teilte das Bündnis in Berlin mit.

"Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, Verantwortung zu übernehmen, damit der Zugang zu überlebensnotwendiger Nahrung für die Menschen im Jemen gesichert wird." Mitteilung der Hilfsorganisationen

Es sei viel zu lange versäumt worden, "massiven diplomatischen Druck" auszuüben, kritisieren die im Jemen tätigen Helfer. Dies müsse nun geschehen, "damit die Konfliktparteien die notwendigen Schritte unternehmen und den Konflikt beenden".

Aussetzung der Blockade geht zu Ende

Gefordert wird die "komplette und bedingungslose Öffnung des Hafens von Hudaydah, damit die Menschen endlich wieder uneingeschränkten Zugang zu Nahrung und Treibstoff erhalten". Im November hatte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition alle jemenitischen Häfen im Roten Meer blockiert, was zu einem "dramatischen Versorgungsnotstand" führte. In ein paar Tagen soll eine befristete Aussetzung der Blockade enden.

Save the Children beklagt die Lage der Kinder: "Das gesamte Land kämpft ums Überleben, und Kinder sind wie immer am schlimmsten betroffen." Oxfams Landesdirektor Shane Stevenson betonte:

"Alle Konfliktparteien müssen endlich aufhören, das Leben der Menschen aufs Spiel zu setzen." Shane Stevenson, Oxfam

Care-Generalsekretär Karl-Otto Zentel erklärte, dass schon jetzt acht Millionen Menschen von Hunger bedroht seien.

"Das Aussetzen der Blockade für 30 Tage reicht bei Weitem nicht aus, damit sich der jemenitische Lebensmittelmarkt erholen kann." Karl-Otto Zentel, Care-Generalsekretär

Zwei Milliarden aus Saudi-Arabien

Saudi-Arabien hatte dem Jemen gestern eine Finanzspritze in Höhe von zwei Milliarden Dollar zugesagt. Das Geld werde bei der Zentralbank im Jemen hinterlegt und solle dabei helfen, die wirtschaftlichen Probleme zu lösen, erklärte Saudi-Arabien. Einen Tag zuvor hatte der jemenitische Ministerpräsident Ahmed Obeid bin Daghir um Hilfe gebeten, um einen Zusammenbruch der Landeswährung Rial und damit eine Hungersnot zu verhindern. 

Verheerender Machtkampf

Im Jemen liefern sich seit Jahren schiitische Huthi-Rebellen und die sunnitisch geprägte Zentralregierung einen Machtkampf. Infolge des Bürgerkriegs und einer Abriegelung von Grenzen durch Saudi-Arabien ist die Gesundheitsversorgung nahezu zusammengebrochen. Unterstützung gegen die Rebellen kommt aus weiteren arabischen Staaten sowie den USA, Großbritannien und Frankreich.