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Corona: Die Ereignisse vom 10. Februar bis 16. Februar | BR24

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Corona: Die Ereignisse vom 10. Februar bis 16. Februar

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Corona: Die Ereignisse vom 10. Februar bis 16. Februar

Hier finden Sie die Ereignisse der Coronakrise im chronologischen Überblick vom 10. bis zum 16. Februar.

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SONNTAG, 16. FEBRUAR 2020

19.26 Uhr: 40 Amerikaner auf Schiff "Diamond Princess" mit Coronavirus infiziert

40 der Amerikaner auf dem in Japan liegenden Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" haben sich nach offiziellen Angaben mit dem neuen Coronavirus infiziert. Das sagte der Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten in den USA, Anthony Fauci, am Sonntag dem Fernsehsender CBS. Sie würden nicht in die USA ausgeflogen, sondern zunächst in Krankenhäusern in Japan behandelt. Die übrigen amerikanischen Passagiere auf dem Schiff sollen mit Charterflügen in die Vereinigten Staaten zurückgebracht werden.

14.20 Uhr: Weitere Coronavirus-Patienten aus Klinik entlassen

In Bayern sind am Wochenende weitere Coronavirus-Patienten aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag in München mit. Die Entlassungskriterien des Robert-Koch Institutes (RKI) seien erfüllt, sagte eine Ministeriumssprecherin. Nähere Angaben zu den Betroffenen wollte die Behörde nicht machen.

Der erste der insgesamt 14 in Bayern registrierten Patienten war am vergangenen Mittwoch aus einer Münchner Klinik entlassen worden. Die Person sei wieder vollständig gesund und nicht mehr ansteckend, hatte das Krankenhaus mitgeteilt. Alle 14 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 in Bayern stehen in Zusammenhang mit dem Stockdorfer Autozulieferer Webasto. Eine chinesische Kollegin hatte den Erreger im Januar bei einer Dienstreise eingeschleppt.

13.41 Uhr: Quarantäne für China-Rückkehrer beendet

Die Quarantäne für die gut 120 in einer Kaserne in Rheinland-Pfalz isolierten China-Rückkehrer ist am Sonntag zu Ende gegangen. Erneute Labortests kurz vor der geplanten Abreise der 100 Rückkehrer und rund 20 Helfer verliefen laut einer Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Rheinland-Pfalz allesamt negativ. Das neuartige Coronavirus sei bei den Menschen "zu keinem Zeitpunkt nachweisbar" gewesen. Somit konnte der zuständige Amtsarzt nun die Quarantäne aufheben.

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China hatte eine Maschine der deutschen Luftwaffe Anfang Februar 126 Menschen aus der besonders betroffenen Stadt Wuhan in der Provinz Hubei ausgeflogen. Bei zwei Menschen wurde nach der Ankunft Infektionen mit dem Virus diagnostiziert, sie wurden zur Behandlung in die Universitätsklinik Frankfurt am Main gebracht.

10.37 Uhr Hubei: Schwer betroffene Provinz verbietet Autoverkehr

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, erlässt die Regierung in der besonders betroffenen chinesischen Provinz Hubei ein Fahrverbot. Davon ausgenommen seien Polizeiautos, Krankenwagen, Fahrzeuge mit lebenswichtigen Gütern oder solche, die für den öffentlichen Dienst benötigt würden, teilt die Regionalregierung mit. Private Fahrten sind demnach nicht mehr zugelassen. Zudem würden regelmäßig Gesundheitskontrollen für alle Einwohner der Provinz vorgenommen. Auch könnten Firmen erst wieder ihre Arbeit aufnehmen, wenn sie eine Genehmigung der Regierung erhalten haben.

In Hubei wurden landesweit die mit Abstand meisten Todesfälle und Infektionen mit der auf den Namen Covid-19 getauften Lungenkrankheit gemeldet. Die Provinz hat etwa 60 Millionen Einwohner.

06.45 Uhr: Zahl der Infizierten auf Kreuzfahrtschiff erhöht sich weiter

In Japan sind an Bord des unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiffes "Diamond Princess" 70 neue Coronavirus-Fälle festgestellt worden. Damit erhöhe sich die Zahl der Infizierten an Bord auf 355, sagte der japanische Gesundheitsminister Katsunobu Kato am Sonntag. Bislang seien 1.219 Passagiere getestet worden. Laut der deutschen Botschaft in Tokio sind auch zwei von zehn deutschen Passagieren betroffen. Das Schiff steht seit rund eineinhalb Wochen unter Quarantäne und liegt bei Yokohama vor Anker.

SAMSTAG, 15. FEBRUAR 2020

21.08 Uhr Germersheim: Quarantäne-Ende in Sicht

Am Sonntag soll die Quarantäne für die über 100 China-Rückkehrer in einer Bundeswehrkaserne in Germersheim, Rheinland-Pfalz, enden. Zunächst werden noch die Ergebnisse weiterer Tests auf das Coronavirus erwartet. Sollten diese, wie bei den vorangegangenen drei Tests, erneut negativ ausfallen, ist eine abschließende ärztliche Untersuchung vorgesehen. Dann wird entschieden, ob die Quarantäne aufgehoben wird. Die Rückkehrer waren am Sonntag vor zwei Wochen aus Wuhan nach Frankfurt ausgeflogen worden und waren in die Kaserne in Germersheim gebracht worden.

15.30 Uhr: Zwei Deutsche auf Kreuzfahrtschiff mit Coronavirus infiziert

Auf dem vor Tokio in Quarantäne liegenden Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" haben sich auch zwei Deutsche mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die Deutsche Botschaft in Tokio mit. Inzwischen beläuft sich die Zahl der positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getesteten Passagiere und Crewmitglieder auf 285. Die Betroffenen werden in örtliche Krankenhäuser gebracht.

Nach Angaben des japanischen Außenministeriums sollen bis Montag alle Passagiere getestet sein, so dass die Resultate spätestens am Mittwoch vorliegen. Bis dahin gilt die über das Schiff verhängte Quarantäne.

12.15 Uhr: China sieht Fortschritte bei Eindämmung von Corona

Der chinesische Außenminister Wang Yi sieht große Fortschritte bei der Eindämmung des neuartigen Coronavirus in seinem Land. Als Ergebnis chinesischer Anstrengungen sei bisher nur ein Prozent der Fälle außerhalb der Landesgrenzen aufgetreten, sagte der Minister auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Die 1,4 Milliarden Einwohner Chinas führten den Kampf entschlossen. Er dankte auch der internationalen Gemeinschaft für die Hilfe.

11.30 Uhr: Erster Corona-Todesfall in Europa

Erstmals ist ein an dem Coronavirus erkrankter Mensch in Europa gestorben. Der chinesische Tourist sei in einer Pariser Klinik der Krankheit erlegen, teilte die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Samstag mit. Bei dem Mann handelte es sich demnach um einen 80-Jährigen aus der zentralchinesischen Provinz Hubei, in der auch die schwer betroffenen Stadt Wuhan liegt. Der Tourist war Anfang Februar auf die Intensivstation des Krankenhauses Bichat in der französischen Hauptstadt gebracht worden. Sie sei gestern über den Tod des Mannes informiert worden, sagte Buzyn. Der Patient sei mehrere Tage in kritischem Zustand gewesen.

10.35 Uhr: Flugreisende aus China zur Selbstauskunft verpflichtet

Für Flugpassagiere aus China gelten ab sofort die neue Sicherheitsmaßnahmen, die Bundesgesundheitsminister Spahn vor wenigen Tagen angeordnet hatte. Alle Passagiere aus China werden zu einer Selbstauskunft verpflichtet. Sie müssen bereits an Bord der Maschine auf einem Fragebogen angeben, ob sie Kontakt zu Corona-Virus-Infizierten hatten oder sich im Infektionsgebiet aufgehalten haben. Bei positiver Antwort werden die Reisenden an den Flughäfen München und Frankfurt am Main von Ärzten untersucht. Diese entscheiden dann über das weitere Vorgehen.

Nachdem auch die Direktflüge chinesischer Fluggesellschaften nach Düsseldorf und Berlin mit diesem Wochenende eingestellt werden, bestehen nur noch von München und Frankfurt/Main direkte Verbindungen nach China.

FREITAG, 14. FEBRUAR 2020

19.06 Uhr: Post nimmt keine China-Pakete mehr an

Die Zahl der Corona-Erkrankten steigt weiter - und auch die wirtschaftlichen Auswirkungen werden immer umfangreicher. So nimmt die Deutsche Post keine Päckchen und Pakete nach China, Hongkong und Macao mehr an. Grund seien die Coronavirus-bedingten Probleme beim Transport, der Verzollung und der Zustellung, sagte eine Sprecherin des Logistikkonzerns.

Briefsendungen würden dagegen bis auf Weiteres noch angenommen und bearbeitet. Allerdings sei aufgrund der aktuellen Einschränkungen im Verkehr mit Verzögerungen bei der Zustellung zu rechnen.

Nicht betroffen vom Annahmestopp für Päckchen und Pakete seien Sendungen nach Taiwan, betonte die Post. Auch der Express-Versand von Dokumenten nach China sei grundsätzlich noch möglich.

18.30 Uhr: Erster Coronafall in Afrika

Das neuartige Coronavirus ist erstmals auch in Afrika festgestellt worden. Das ägyptische Gesundheitsministerium teilte mit, es handele sich um eine Person aus dem Ausland. Der Patient zeige aber keine Krankheitssymptome und werde auf einer Isolierstation behandelt. Von woher er nach Ägypten einreiste wurde nicht bekannt.

Viele Experten haben die Sorge, dass das Virus Länder mit einem schlechten Gesundheitssystem etwa in Afrika oder Asien erreicht, wo es schwer zu kontrollieren wäre. Dann drohe sich die Lungenkrankheit dauerhaft auf der Welt einzunisten.

12.30 Uhr: China bekämpft Virus mit Überwachungsdaten

Eine Handy-App als Virus-Kontaktmelder, automatische Fiebermessung und Gesichtsmaskenerkennung sowie 30-Tage-Bewegungsdaten vom Mobilfunkbetreiber: Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus fährt China seine ganze Überwachungstechnologie auf. So fördern Regierung, Gesundheitskommission und China Electronics Technology (CETC) ein Handyprogramm, mit dem Nutzer feststellen können, ob sie in engem Kontakt mit jemandem waren, der mit dem Virus infiziert ist oder als Verdachtsfall gilt.

Nach Eingabe der persönlichen Daten und Identifikationsnummer greift das Programm auf die gesammelten Informationen der Behörden zurück, um die Bewegungsspur der Person mit dem Aufenthaltsort von Infizierten abzugleichen. Angezeigt wird etwa, ob beide in einem Raum waren, im selben Haus oder ob sie dasselbe Flugzeug benutzt haben. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, kann sogar festgestellt werden, ob ein Passagier im Flugzeug in derselben Reihe mit einem Infizierten oder drei Reihen davor oder dahinter gesessen hat.

Da an U-Bahnhöfen und Flughäfen automatische Fiebermessung und Gesichtserkennung erfolgt, entwickelte der Internetriese Baidu auch eine Erkennungssoftware, die in großen Menschenmengen jeweils Personen identifizieren kann, die keinen Mundschutz tragen. Zudem könnten Arbeitgeber damit bei ihren Beschäftigten verfolgen, ob sie Schutzmasken tragen.

09.30 Uhr: Sechs Krankenhausmitarbeiter in China gestorben

In China sind nach Behördenangaben bereits sechs Krankenhausmitarbeiter an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Zudem seien landesweit 1.716 Angehörige des medizinischen Personals infiziert, teilte der Vize-Chef der chinesischen Gesundheitskommission Zeng Yixin mit. Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in der Volksrepublik liegt inzwischen bei mehr als 64.000.

Mehr als 1.100 der Infektionen unter Ärzten und Pflegern wurden laut Zeng in der Metropole Wuhan in der zentralchinesischen Provinz Hubei nachgewiesen. Rund 400 weitere seien in anderen Städten der Provinz bestätigt worden. In der Region fehlt es an genügend Schutzanzügen und Atemschutzmasken für Ärzte und Krankenpfleger. Vor allem in Wuhan führten die Engpässe zuletzt dazu, dass Ärzte ein und dieselbe Schutzbekleidung mehrfach tragen mussten. Ein Arzt aus der Stadt sagte der Nachrichtenagentur AFP, er und 16 seiner Kollegen hätten Symptome, die auf eine mögliche Coronavirus-Infektion hindeuteten. Dazu gehören Husten und Atemnot. Trotzdem würden sie weiter Patienten behandeln müssen.

09.00 Uhr: Aida Cruises beendet Asien-Saison wegen Covid-19 vorzeitig

Wegen des sich in Ostasien weiter ausbreitenden neuartigen Coronavirus und der zunehmenden Reiseeinschränkungen in der Region hat die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises die Asiensaison vorzeitig beendet. Betroffen seien die Schiffe "Aidavita" und "Aidabella" mit insgesamt rund 3300 Passagieren, teilte das Unternehmen in Rostock mit. Ihre Fahrten enden demnach am Sonntag beziehungsweise Montag in Laem Chabang bzw. Bangkok (Thailand). Regulär hätte das Asien-Programm noch bis April gedauert.

Die "Aidavita" mit 1.100 zumeist aus Deutschland kommenden Passagieren und 400 Crew-Mitgliedern war vor kurzem die Einfahrt in die vietnamesische Hafenstadt Cai Lan in der Halong Bucht verweigert worden. Eine Begründung sei nicht genannt worden, sagte ein Sprecher von Aida Cruises. Laut Aida gab es weder Verdachtsfälle noch bestätigte Coronavirus-Erkrankungen an Bord. Nächster Halt der "Aidavita" soll nun der thailändische Hafen Laem Chabang sein.

Das Coronavirus trifft die Tourismus- und Luftverkehrbranche hart. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO erwartet wegen des Coronavirus-Ausbruchs in China Umsatzeinbußen von bis zu fünf Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro) für Fluggesellschaften weltweit. 70 Airlines hätten angesichts des neuartigen Coronavirus alle Flüge von und nach China eingestellt, teilte die UN-Organisation am Donnerstag mit. 50 weitere Fluggesellschaften reduzierten demnach die Zahl der Flüge von und nach China.

Die Lufthansa und ihre Töchter Swiss und Austrian Airlines setzen alle Flüge zum chinesischen Festland bis zum Ende des Winterflugplans am 28. März aus. Betroffen seien Verbindungen von und nach Peking und Shanghai, die bisher nur bis zum 29. Februar gestrichen waren, teilte der Konzern mit.

06.00 Uhr: Erste Passagiere verlassen Kreuzfahrtschiff "Westerdam"

Die ersten Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "Westerdam" können nach ihrer Irrfahrt in Kambodscha endlich von Bord. Etwa 500 Menschen sollten das Schiff am Freitag verlassen, wo die "Westerdam" nach mehreren Absagen anderer Länder schließlich einen Hafen anlaufen durfte. Thailand, Japan, Taiwan, die Philippinen und Guam hatten zuvor eine Einfahrt des Schiffes aus Angst vor dem Coronavirus verweigert.

An Bord befanden sich insgesamt 2.200 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Sie wurden bereits auf Gesundheitsprobleme untersucht, als das Schiff am Donnerstag noch etwa einen Kilometer vor dem Hafen von Sihanoukville ankerte. Laut dem Betreiber "Holland America Line" wurde bei niemandem an Bord die Atemwegserkrankung Covid-19 bislang bestätigt.

© Reuters News Picture Service - RNPS/Stringer
Bildrechte: Reuters News Picture Service - RNPS/Stringer

Erste Passagiere der "MS Westerdam" dürfen nach zwei Wochen in Kamobscha von Bord gehen

05.00 Uhr: Weitere 116 Todesfälle in Hubei - 4.823 Neuinfektionen

Die Zahl der Todesfälle in der besonders stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei ist nach Behördengaben am Donnerstag um 116 gestiegen. Zudem seien 4.823 neue Fälle registriert worden, teilt die Gesundheitskommission mit. Die Gesamtzahl der bekannten Erkrankungen in der Provinz rund um die Stadt Wuhan liegt damit bei 51.986. Am Mittwoch waren in der Provinz Hubei 242 Menschen gestorben. Nie zuvor gab es für einen einzigen Tag höhere Zahlen.

Der Anstieg der Neuinfektionen hängt mit einer Anpassung der Zählmethode zusammen. In der Statistik werden dort nun auch Infektionen anhand der ärztlichen Diagnose erfasst, ehe sie durch Labortests bestätigt sind. Von den 5.090 neuen Fällen fielen 3.095 in diese Kategorie.

DONNERSTAG, 13. FEBRUAR 2020

17.15 Uhr: Experte: Covid-19 verläuft in China ähnlich wie schwere Grippewelle

Bisherige Daten deuten darauf hin, dass die neue Lungenerkrankung Covid-19 in China ähnlich verläuft wie eine schwere Grippewelle. Das sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, am Donnerstag in Berlin. China habe drastische Maßnahmen unternommen, sodass sich das Virus bislang nicht größer außerhalb des Landes verbreitet habe. Wichtig sei, dass es bislang bei den Ansteckungsketten außerhalb Chinas immer einen Zusammenhang mit China gegeben habe. «Das ist eine wichtige Aussage, weil man damit belegen kann, dass sich das Virus noch nicht weit in der Welt verbreitet hat.»

Von einer Pandemie könne man noch nicht sprechen und es bestehe auch die Chance, dass es keine werde, sagte Wieler. Er betonte aber: «Wir sind momentan nicht in der Lage, die Dynamik des Ausbruchs zu prognostizieren.»

17.00 Uhr: Reisende könnten nach Infektionsrisiken befragt werden

Passagiere aus Gebieten mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 könnten bei der Einreise nach Europa demnächst nach möglichen Infektionsrisiken befragt werden. Die EU-Staaten einigten sich auf diese Option. Deutschland werde sie nun prüfen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Erfragt werden könnten Kontakte zu Bürgern aus einer von der Covid-19-Epidemie betroffenen Region, etwa der chinesischen Provinz Hubei, sagte Spahn. Es gehe vor allem um schnelle Identifizierung im Falle einer Infektion, auch der Sitznachbarn im Flugzeug. Schon jetzt gelte in Deutschland die Anordnung, dass Kontaktdaten von Reisenden für 30 Tage hinterlegt werden müssen.

14.10 Uhr: Erster Corona-Patient in Bayern aus Quarantäne entlassen

Der erste von 14 Corona-Patienten in Bayern ist aus der Klinik in München-Schwabing entlassen worden. Er habe die gute Nachricht gestern überbracht bekommen, teilte das Krankenhaus mit. Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums ist die Person wieder vollständig gesund und nicht mehr ansteckend.

Alle Kriterien für eine Entlassung seien erfüllt – dazu zählten mehrere negative Tests auf das neuartige Corona-Virus. Die Kriterien hatte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zusammen mit den Ärzten und einem wissenschaftlichen Expertengremium diskutiert und festgelegt.

Die übrigen acht Patienten in der München Klinik Schwabing seien stabil und können den Angaben nach vermutlich ebenfalls in absehbarer Zeit entlassen werden. Weitere fünf Patienten werden in Trostberg im Landkreis Traunstein behandelt.

12.00 Uhr: Spahn schließt weltweite Pandemie nicht aus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet hinsichtlich der Corona-Epidemie nicht mit einer schnellen Entspannung der weltweiten Lage. Vor einem Krisentreffen der EU-Gesundheitsminister in Brüssel sagte Spahn, es sei nicht ausgeschlossen, dass aus der bisher regional begrenzten Epidemie in China eine weltweite Pandemie werde. Daneben befürchtet Spahn im Kampf gegen das neuartige Corona-Virus erhebliche Arzneimittel-Engpässe in Europa. Hintergrund sei der Produktionsstopp in China bei wichtigen Wirkstoffen. Einen Alleingang Deutschlands in der EU bei der Einführung von Reisebeschränkungen lehnte Spahn ab. Aufgrund der offenen Grenzen in Europa mache "eine Entscheidung national nur für Deutschland in dieser Frage keinen Sinn", die EU-Länder müssten ihr Vorgehen abstimmen. Was ist eine Pandemie und wann wird sie gefährlich? Mehr dazu hier.

10.00 Uhr: Deutsches Tierschutzbüro warnt vor Fleisch aus China

Das Deutsche Tierschutzbüro warnt vor dem Verzehr von Geflügel- oder Kaninchenfleisch aus China. Noch immer ist nicht hundertprozentig geklärt, wo der Coronavirus seinen Ursprung hatte. Im Verdacht steht das Schuppentier (Pangolin), das zwar geschützt, aber in China eine besondere Spezialität ist. Aus diesem Grund vermutet das Tierschutzbüro, dass auch die Möglichkeit besteht, dass der Verzehr von Geflügel- oder Kaninchenfleisch zu einer Übertragung führen könnte. "Wer hundertprozentig sichergehen will, dass er sich nicht mit dem Virus ansteckt, sollte am besten kein Fleisch oder andere tierische Produkte aus China essen" sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender vom Deutschen Tierschutzbüro und ergänzt "es handelt sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme".

Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt hingegen Entwarnung: Aufgrund der bisher ermittelten Übertragungswege und der relativ geringen Umweltstabilität von Coronaviren sei es nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich, dass importiere Waren wie importierte Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände und Spielwaren, Werkzeuge, Computer, Kleidung oder Schuhe Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten.

09.00 Uhr: Siedlung bei Hanoi wegen Coronavirus abgeriegelt

Aus Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus Covid-19 sind in Vietnam mehrere Dörfer mit insgesamt rund 10.000 Einwohnern unter Quarantäne gestellt worden. Die Behörden ließen die rund 40 Kilometer von der Hauptstadt Hanoi entfernte Kommune Son Loi abriegeln, zu der mehrere Dörfer gehören. Die Maßnahme gilt demnach zunächst für 20 Tage. In der ländlichen Gegend wurden bislang sechs Fälle von Covid-19-Infektionen registriert. Die Quarantänezone in Vietnam ist die erste größere außerhalb Chinas.

07.30 Uhr: "MS Westerdam" darf vor Kambodscha anlegen

Das aus Hongkong kommende Kreuzfahrtschiff "Westerdam" ist vor Kambodscha eingetroffen. Das bestätigte der Hafendirektor von Sihanoukville. Wegen der Angst vor dem Coronavirus durfte das Schiff an mehreren asiatischen Häfen nicht anlegen. Zuletzt hatten Thailand, Taiwan, Japan, die Philippinen und Guam das Einlaufen in ihre Häfen verweigert. Dabei sind bislang keine Fälle von Coronavirus an Bord bekannt.

Die "MS Westerdam" mit rund 1.500 Gästen und 800 Besatzungsmitgliedern an Bord liege 2,5 Kilometer vom Hafen entfernt. Die Passagiere werden demnach medizinisch untersucht und auf Fieber überprüft. Laut dem Hafendirektor sollen am Donnerstag erst einmal 600 Menschen das Schiff verlassen, 800 am Freitag. Unter den Passagieren sind nach Angaben der Reederei Holland America Line 57 Deutsche.

05.30 Uhr: Weitere 44 Fälle von Coronavirus auf Kreuzfahrtschiff

Auf dem vor der japanischen Küste unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff gibt es Dutzende neue Infektionen mit dem Coronavirus. Weitere 44 Menschen auf der "Diamond Princess" seien positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, teilte das japanische Gesundheitsministerium mit.

Japan erlaubt jetzt Personen über 80 Jahren und Menschen mit Vorerkrankungen die Quarantäne vorzeitig zu verlassen. Ursprünglich sollten alle Passagiere und Besatzungsmitglieder erst am 19. Februar von Bord gehen, berichtet der japanische Sender NHK.

Auf dem Kreuzfahrtschiff befinden sich noch immer mehr als 3.500 Passagiere und Crewmitglieder. Seitdem das Schiff am 3. Februar am Hafen der Stadt Yokohama ankam, wurden 713 Menschen getestet, 218 von ihnen positiv.

05.00 Uhr: China meldet drastischen Anstieg bei Corona-Infizierten

China meldet einen drastischen Anstieg bei den Infizierten mit dem Coronavirus. In der Provinz Hubei wurden innerhalb eines Tages 242 neue Todesopfer registriert, die Zahl der Erkrankten stieg um 15.000. Die Gesundheitskommission der Provinz teilte mit, man habe die Diagnoseergebnisse "überarbeitet". Damit würden auch Krankheitsfälle aufgenommen, bei denen das Ergebnis der offiziellen Tests noch aussteht. Experten waren schon lange davon ausgegangen, dass es neben den offiziell bestätigten Erkrankten eine hohe Dunkelziffer an Infizierten gibt. Mittlerweile sprechen die Behörden von mehr als 60.000 Kranken und knapp 1.400 Toten.

Mittlerweise hat die rasante Ausbreitung des Virus zu ersten größeren politischen Konsequenzen geführt. Der oberste politische Chef der Provinz Hubei wurde abgesetzt. Er wurde wurde durch den bisherigen Bürgermeister von Shanghai ersetzt.

MITTWOCH, 12. FEBRUAR 2020

23.45 Uhr: Coronavirus beeinträchtigt Flugzeugbauer Boeing

Auch der Flugzeugbauer Boeing wird von dem Ausbruch des Coronavirus getroffen. Nachdem Boeing im Januar kein Verkehrsflugzeug verkaufte, sorgt sich die Firma, dass der Virusausbruch in China die Lieferung von Maschinen im ersten Quartal beeinträchtigt. Die Firma «verbringt viel Zeit» mit chinesischen Kunden, und versuche ihnen zu helfen, einen Einbruch von Reisen abzuwenden, sagte der Finanzchef von Boeing, Greg Smith, bei einer Konferenz.

Viele Länder haben Beschränkungen für Reisen von und nach China ausgerufen, und Fluggesellschaften wie American, United und Delta setzten Flüge wegen des Ausbruchs aus.

Der Vizepräsident von Boeings Sales- und Marketingabteilung, Ihssane Mounir, sagte Reportern bei einer Flugshow in Singapur, die Lieferkette der Firma sei noch nicht vom Ausbruch beeinträchtigt worden. «Der unmittelbare Effekt ist mehr ein logistischer Effekt», sagte er. «Wir haben eine Reihe von Lieferungen für chinesische Kunden fertig, die nicht nach Seattle kommen können, um sie entgegenzunehmen.»

20.00 Uhr: Weltgrößte Mobilfunkmesse abgesagt

Nachdem in den vergangenen Tagen immer mehr große Firmen ihre Teilnahme an der weltgrößten Mobilfunkmesse, dem Mobile World Congress in Barcelona, abgesagt haben, fällt die Veranstaltung nun komplett aus. Das teilte der Veranstalter mit. Die Messe hätte in zwölf Tagen beginnen sollen.

Schon vor einer Woche hatte der südkoreanische Elektronikkonzern LG erklärt, aus Sorge um die Gesundheit seiner Mitarbeiter der Messe fernzubleiben. Es folgten gut zwei Dutzend weitere Firmen, allein heute hatten die Deutsche Telekom, der Netzausrüster Nokia und der Smartphone-Hersteller HMD Global abgesagt.

Die Veranstalter hatten bis zuletzt an der Messe festgehalten und wollten den Besuchern die Sorgen mit schärferen Hygienevorschriften nehmen. In Spanien gibt es derzeit zwei bestätigte Coronavirus-Fälle, allerdings nicht in der Region Barcelona.

19.00 Uhr: Virus breitet sich laut WHO langsamer aus

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation hat sich die Zahl neuer Infektionen mit dem Coronavirus stabilisiert. Dass sich die Ausbreitung scheinbar verlangsamt habe, solle aber mit großer Vorsicht bewertet werden, erklärte die Organisation. Der Ausbruch könne sich immer noch in alle Richtungen entwickeln.

18.00 Uhr: Bundesregierung stellt weitere Mittel bereit

Für die Bekämpfung des Coronavirus will die Bundesregierung zusätzlich 23 Millionen aufwenden. Nach Angaben des Bundestags wurde der Haushaltsausschuss entsprechend vom Gesundheits- und vom Finanzministerium unterrichtet. Zudem hieß es, die Weltgesundheitsorganisation habe einen Finanzbedarf von 600 Millionen Euro angemeldet, um das Virus zu bekämpfen. Wie hoch der Aufwand sei, der sich daraus für Deutschland ergebe, sei noch nicht abzuschätzen.

14.30 Uhr: Spahn schließt Arzneimittel-Engpässe nicht aus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält Engpässe bei Arzneimitteln wegen Produktionsausfällen in China infolge der Coronavirus-Epidemie für möglich. Da die Fertigung in China teilweise eingestellt worden sei, könne dies Folgen haben für die Arzneimittelversorgung in Deutschland, sagte der CDU-Politiker in Berlin.

Container mit Lieferungen aus China bräuchten etwa vier Wochen bis nach Europa. Daher dürfte in den nächsten zwei, drei Wochen noch Wirkstoffe und Zulieferungen ankommen, die vor der Zuspitzung der Lage in der Volksrepublik abgeschickt worden seien. "Jetzt müssen wir uns auch darauf vorbereiten, wie wir damit umgehen", sagte Spahn. Dazu bedürfe es europäischer Absprachen.

14.15 Uhr: Details zu neuen Fällen in Bayern

Am Dienstagabend wurden zwei neue Corona-Fälle in Bayern publik gemacht – nun hat das Gesundheitsministerium Details zu den Betroffenen bekannt gegeben: Demnach handelt es sich im einen Fall um einen 49-jährigen Webasto-Mitarbeiter, der nun – wie bereits mehrere Kollegen von ihm - in der Münchner Klinik Schwabing behandelt wird. Bei dem anderen Infizierten handelt es sich um ein Familienmitglied eines anderen Mitarbeiters der Firma. Insgesamt gibt es 14 Corona-Fälle im Freistaat, alle stehen im Zusammenhang mit Webasto. Mehr dazu hier.

13.15 Uhr: Formel 1 verschiebt China-Rennen

Die Formel 1 verschiebt wegen des Coronavirus den Großen Preis von China. Das eigentlich für den 19. April geplante Rennen in Shanghai soll zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr nachgeholt werden, wenn die Situation sich verbessert, wie die Rennserie mitteilte.

12.45 Uhr: Chinas Tischtennis-Asse im "Corona-Exil"

Aus Angst vor einer Infizierung mit dem Coronavirus haben sich Chinas Tischtennis-Asse bis zur Mannschafts-WM in der zweiten März-Hälfte in Südkorea ins Exil nach Katar begeben. Angaben des Weltverbandes ITTF zufolge verlängern die Weltmeister-Teams ihren bereits laufenden Aufenthalt in dem Emirat vorsorglich bis zur Weiterreise zur WM in Busan (22. bis 29. März).

12.30 Uhr: Vermehrt Beschwerden wegen Diskriminierung

Bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes melden sich vermehrt Menschen asiatischer Herkunft, die von Ausgrenzungen wegen des neuartigen Coronavirus berichten. "Wir erleben gerade, dass Menschen pauschal wegen ihres Aussehens oder ihrer Herkunft ausgegrenzt und benachteiligt werden", teilte Behördenleiter Bernhard Franke in Berlin mit. Insgesamt hätten sich in den vergangenen Tagen 19 Betroffene an die Antidiskriminierungsstelle gewandt.

Die Behörde berichtete vom Fall einer Arztpraxis, die einem Patienten chinesischer Herkunft eine Behandlung verweigert habe, obwohl die betroffene Person wegen gänzlich anderer Symptome beim Arzt und seit Monaten nicht in China gewesen sei. In einem anderen Fall habe eine chinesische Studentin eine Absage bei einer Wohnungsbewerbung mit der Begründung bekommen: "Ich möchte keinen Coronavirus." Ein Gemüsehändler in einer süddeutschen Touristenmetropole habe chinesischen Touristen den Zutritt zu seinem Laden verboten.

11.00 Uhr: Webasto-Zentrale wieder geöffnet

Der Autozulieferer Webasto hat nach zweiwöchiger Schließung wegen mehrerer Corona-Infektionen seine Unternehmenszentrale in Gautinger Ortsteil Stockdorf wieder eröffnet. Am Morgen strömten die Mitarbeiter wieder in das zuvor von einer Spezialfirma gereinigte und desinfizierte Gebäude. Eine chinesische Webasto-Mitarbeiterin hatte den Erreger bei einer Dienstreise eingeschleppt. Alle nunmehr 14 Corona-Fälle in Bayern stehen in Zusammenhang mit Webasto. Neben Mitarbeitern haben sich auch Angehörige angesteckt.

Vorstandschef Holger Engelmann betonte am Morgen, die Schließung sei eine Vorsorgemaßnahme gewesen, um nach dem ersten positiven Test die Infektionskette im Unternehmen zu unterbrechen. Die beiden bisher letzten Fälle waren am Dienstagabend bekannt geworden. Es habe sich um zwei direkte Kontaktpersonen von Infizierten gehandelt, die bereits unter häuslicher Quarantäne standen.

06.00 Uhr: Beide Corona-Verdachtsfälle in Passau negativ

Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit dem BR soeben auf Anfrage bestätigt hat, sind die beiden Coronavirus-Verdachtsfälle aus dem Klinikum Passau negativ auf das Virus getestet worden. Bei beiden Patienten gab es von Anfang an nur einen vagen Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus, bei den Personen waren "unspezifische" Symptome festgestellt worden.

Damit bleibt es dabei, dass derzeit 14 Coronavirus-Infektionen in Bayern bekannt sind. Alle stehen im Zusammenhang mit der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg. Gestern Abend waren der 13. und 14. Coronavirus-Fall in Bayern bestätigt worden.

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Entwarnung in Passau: Corona-Verdacht nicht bestätigt

05.45 Uhr: Mittlerweile 174 Infizierte auf Kreuzfahrtschiff in Japan

An Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes im japanischen Yokohama ist unterdessen bei weiteren 39 Menschen eine Infizierung mit dem Coronavirus festgestellt worden. Darunter sind 29 Passagiere und zehn Crewmitglieder. Das gab das japanische Gesundheitsministerium bekannt. Vier Personen zeigten ernste Symptome. Damit erhöht sich die Zahl der Infizierten an Bord auf 174. Außerdem habe sich auch ein für die Quarantäne Zuständiger infiziert, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Die übrigen der rund 3.600 Passagiere und Crew-Mitglieder sollen mindestens noch bis zum 19. Februar an Bord bleiben. An Bord des Kreuzfahrtschiffes sind auch zehn deutsche Staatsangehörige, von ihnen ist bisher niemand infiziert.

05.30 Uhr: Wieder fast 100 neue Todesopfer durch Coronavirus in China

Das Coronavirus hat in China innerhalb von 24 Stunden erneut fast 100 Todesopfer gefordert: Wie die Nationale Gesundheitskommission am Mittwoch mitteilte, kamen landesweit im Vergleich zum Vortag 97 Todesfälle hinzu. Demnach sind bisher 1.113 Menschen an der Krankheit gestorben.

Von Montag auf Dienstag waren es noch 108 weitere Tote gewesen. Auch die Zahl der Infizierten stieg mit 2.015 neuen Fällen den zweiten Tag in Folge weniger stark an. 44.653 Menschen waren bis Mittwoch in Festlandchina der Gesundheitskommission zufolge an dem Virus erkrankt. Viele Experten gehen jedoch davon aus, dass eine große Zahl an Infektionen unerkannt geblieben ist.

DIENSTAG, 11. FEBRUAR 2020

19.20 Uhr: Zwei neue Coronavirus-Fälle in Bayern

In Bayern gibt es zwei weitere Coronavirus-Fälle. Das hat das Gesundheitsministerium mitgeteilt. Damit steigt die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Bayern auf insgesamt 14. Die beiden neuen Fälle stehen laut Ministerium ebenfalls im Zusammenhang mit der Firma Webasto aus dem Landkreis Starnberg. Einzelheiten sollen morgen bekannt gegeben werden.

Bei den beiden neuen Fällen handelt es sich nicht um die im Klinikum Passau auf das Virus getesteten Personen.

18.00 Uhr: Lungenkrankheit heißt jetzt Covid-19

Die neuartige Lungenerkrankung aus China hat einen eigenen Namen bekommen. Sie werde nun Covid-19 genannt, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Dienstag in Genf. Zugleich erhielt auch der Erreger der Lungenkrankheit, das neue Coronavirus, einen eigenen Namen: Sars-CoV-2. Der Erreger wurde zunächst 2019-nCoV genannt, der neue Name bezieht sich auf die sehr enge Verwandtschaft zum Sars-Virus Sars-CoV, an dem 2002/2003 Hunderte Menschen gestorben waren.

© BR / Uli Scherr
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Zwei Coronavirus-Verdachtsfälle in Bayern

16.17 Uhr: Zwei Verdachtsfälle in Passau

Am Klinikum Passau sind nach BR-Informationen zwei Patienten auf das Corona-Virus getestet und vorsichtshalber isoliert worden. Es besteht demnach keine Gefahr für andere Patienten. Ein Testergebnis lag bei den beiden Patienten am Dienstagnachmittag offenbar noch nicht vor. Bei den zwei Patienten sind den Informationen zufolge unspezifische Symptome festgestellt worden.

Das Klinikum Passau konnte zu den Verdachtsfällen am Dienstag keine Auskunft geben. "Sollte sich ein Verdacht bestätigen, erfolgt eine entsprechende Mitteilung seitens des zuständigen Bayerischen Gesundheitsministeriums", teilte das Klinikum mit.

15.12 Uhr: Familie in Klinikum Trostberg beschwerdefrei

Die fünfköpfige Familie aus Siegsdorf, die wegen des Coronavirus seit zwölf Tagen auf einer Normalstation des Trostberger Krankenhauses isoliert ist, ist klinisch beschwerdefrei. Das hat das Gesundheitsamt Traunstein auf Anfrage mitgeteilt. Wann das Ehepaar mit ihren drei Kindern aus der Klinik entlassen werden kann, steht noch nicht endgültig fest. Zur Zeit beraten in München Experten. Das sogenannte Entlassmanagement soll in Bayern einheitlich geregelt werden. Ursprünglich waren 14 Tage Quarantäne für Patienten mit dem Coronavirus vorgesehen.

11.37 Uhr: WHO: "Es geht darum, Leben zu retten"

"Es geht jetzt nicht um Publikationen, Patente und Profite. Jetzt geht es darum, den Ausbruch zu stoppen und Leben zu retten", sagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, zum Auftakt einer Expertenkonferenz zum neuartigen Coronavirus in Genf. Die WHO richtet heute und morgen einen Expertengipfel aus. Die WHO erhofft sich so einen schnellen Austausch der bisherigen Erkenntnisse zu der Lungenkrankheit.

11.30 Uhr: Kreuzfahrtschiff wird in Thailand Andocken verweigert

Aus Angst vor dem neuartigen Coronavirus kann in Asien ein aus Hongkong kommendes Kreuzfahrtschiff nicht andocken - obwohl keine Fälle an Bord bekannt sind. Thailands Gesundheitsminister Anutin Charnvirakul erklärte, er habe untersagen lassen, dass das Schiff festmacht. Zuvor hatten dies schon Taiwan und Japan verweigert, wie die Reederei Holland America Line mitteilte. An Bord sind nach Angaben der Reederei rund 1.500 Gäste und 800 Besatzungsmitglieder.

10.17 Uhr: Webasto öffnet wieder nach Schließung wegen Coronavirus-Fällen

Zwei Wochen nachdem der erste Coronavirus-Fall in Bayern bei einem Mitarbeiter der Firma Webasto aufgetreten ist, will die Firma morgen wieder öffnen. Das kündigte der Automobilzulieferer am Dienstagvormittag mit. Das Unternehmen hatte die Firmenzentrale in Stockdorf sofort geschlossen, nachdem der erste Mitarbeiter positiv auf den Virus getestet worden war. Insgesamt waren acht Mitarbeiter der Firma infiziert worden. Insgesamt hatten sich rund 180 Mitarbeiter auf das Virus testen lassen. Während der 14-tägigen Inkubationszeit war die Zentrale in Stockdorf geschlossen und die mehr als 1.000 Mitarbeiter arbeiteten im Homeoffice.

08.25 Uhr: China zählt Infizierte ohne Symptome nicht mehr in Statistik

China zählt mit dem neuen Coronavirus infizierte Personen, die keine Symptome zeigen, nicht mehr in seiner Statistik. Das geht aus neuen Bestimmungen zur Vorbeugung und Kontrolle der nationalen Gesundheitskommission in Peking hervor. Wie viele Infektionen damit gar nicht erst erfasst werden, ist unklar. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nehmen rund 80 Prozent der Infektionen einen milden Verlauf. Die neue Definition in Peking widerspricht klar den Vorgaben der WHO, die als Infizierten jemanden betrachtet, bei dem eine Infektion durch ein Labor bestätigt wurde - "ungeachtet klinischer Zeichen oder Symptome".

06.15 Uhr: Zwei "Bürgerjournalisten" in Wuhan festgesetzt

Zwei chinesische "Bürgerjournalisten", die über den Ausbruch des Coronavirus und die überfüllten Krankenhäusern in Wuhan im Internet berichtet haben, sind von der chinesischen Polizei festgesetzt worden. Wie die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch unter Hinweis auf Familie und Freunde berichtete, hätten Polizisten den Anwalt Chen Qiushi und den Blogger Fang Bin "unter dem Vorwand der Quarantäne abgeholt". Keiner von beiden habe Symptome einer Infektion gehabt. Sie seien nicht mehr erreichbar. Die Videos der beiden Männer, die in den völlig überfüllten Krankenhäuser auch Leichensäcke gefilmt und auf Youtube hochgeladen hatten, liefen weltweit auch in den Nachrichten.

MONTAG, 10. FEBRUAR 2020

20.45 Uhr: British Airways streicht Chinaflüge bis Ende März

British Airways streicht Flüge nach Peking und Shanghai bis zum 31. März. Flüge nach Hongkong fänden wie geplant statt, teilt die Airline mit. Zunächst hatte die britische Fluggesellschaft die Verbindungen zum Festland-China bis Ende Februar eingestellt. Die britische Regierung empfiehlt von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach China Abstand zu nehmen.

17.35 Uhr: Airbnb stoppt Vermietungen in Peking wegen Coronavirus

Der Apartment-Vermittler Airbnb hat Vermietungen in der chinesischen Hauptstadt Peking aufgrund des Coronavirus vorübergehend gestoppt. Bis Ende Februar könnten dort keine Unterkünfte gebucht werden, teilte das US-Unternehmen am Montag mit. Bereits bestehende Reservierungen werden storniert.

Airbnb reagiere mit dem Schritt auf den "neuartigen Coronavirus-Ausbruch" und folge den Vorgaben der regionalen Behörden. Alle von Stornierungen betroffenen Kunden sollen entschädigt werden. Zudem werde sorgsam an Lösungen gearbeitet, um die Gastgeber zu unterstützen, versprach die Buchungsplattform in der Mitteilung.

17.15 Uhr: Expertenteam der WHO nimmt Arbeit in China auf

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Expertenteam nach China geschickt, um weitere Informationen über das Coronavirus zu sammeln. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am Montag in Genf, dass das Team nun die Grundlage legen solle für ein dann größeres, internationales Expertenteam. Tedros betonte, dass dem Team freie Hand gelassen werde bei der genauen Konzeption seiner Arbeit. Die Expertengruppe solle möglichst frei an die Arbeit gehen, um dann hoffentlich Antworten auf noch offene Fragen liefern zu können. Auch die Entscheidung, ob die Experten etwa nach Wuhan reisen, liege bei diesem Team.

15.31 Uhr: Inkubationszeit unter Umständen auch länger als angenommen

Die Inkubationszeit beim Coronavirus könnte vorläufigen Analysen zufolge in seltenen Fällen bis zu 24 Tage betragen - und damit 10 Tage mehr als bisher angenommen. Im Schnitt betrage der Zeitraum zwischen Ansteckung und ersten Symptomen wohl aber drei Tage, ergab eine Auswertung des Experten Zhong Nanshan nach Angaben der Zeitung "China Daily". Der Leiter des nationalen Expertengremiums zur Eindämmung der Lungenkrankheit hatte mit seinem Team 1.099 Fälle aus 552 Krankenhäusern in China untersucht.

Ohne genaue Kenntnis der Methode lasse sich zunächst nicht sagen, wie gesichert die neuen Erkenntnisse seien, sagte der Coronavirus-Experte Christian Drosten von der Berliner Charité. Einen Grund zur Änderung von Richtlinien sehe er daher zunächst nicht. Auch Guan Weijie, Mitglied des chinesischen Expertengremiums, sagte, es gebe derzeit keinen Grund, die übliche Quarantänezeit von 14 Tagen zu verlängern.

14.59 Uhr: Erste Kontaktpersonen aus häuslicher Quarantäne entlassen

Knapp zwei Wochen nach Bekanntwerden des ersten Coronavirus-Falls in Bayern haben erste Kontaktpersonen von Infizierten die häusliche Quarantäne verlassen können. Allein im Landkreis Starnberg sei bis Sonntag für 16 Menschen die Isolation aufgehoben worden, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Montag mit. Rund 190 Menschen - Kollegen und private Kontaktpersonen der Infizierten - hatten sich in häuslicher Isolierung befunden. Bis Mitte dieser Woche werde voraussichtlich der Großteil von ihnen daraus entlassen, sofern die jeweiligen Gesundheitsämter keine Gründe für eine Verlängerung feststellten, teilte der LGL-Sprecher weiter mit.

Alle zwölf Coronavirus-Fälle in Bayern stehen in Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto; betroffen sind Angestellte sowie einige Angehörige. Ab Mittwoch sollen die Mitarbeiter wieder ins Firmengebäude können.

14.39 Uhr: Keine Deutschen unter den Corona-Fällen auf der "Diamond Princess"

Unter den inzwischen 136 positiv auf das neue Coronavirus getesteten Menschen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes in Japan befinden sich nach Kenntnis der Botschaft in Tokio keine deutschen Staatsangehörigen. Das teilte die Botschaft mit. Zuvor hatte das japanische Gesundheitsministerium 66 neue Fälle bekanntgegeben.

Man stehe in direktem Kontakt mit sechs dieser Passagiere sowie mit Kontaktpersonen an Bord der "Diamond Princess" und der Reederei, so die Botschaft. Die von dem Erreger Betroffenen wurden in Krankenhäuser gebracht. Das japanische Gesundheitsministerium erwägt nach örtlichen Medienberichten, alle rund 3.600 Passagiere und Crewmitglieder testen zu lassen. Wie lange das dauern würde, ist unklar. Die Quarantäne für die Menschen auf dem Schiff wurde vorläufig bis zum 19. Februar verordnet.

11.03 Uhr: Sondertreffen der EU-Gesundheitsminister zum Coronavirus

Die EU-Gesundheitsminister wollen bei einem Sondertreffen am Donnerstag ihr weiteres Vorgehen bei der Eindämmung des neuartigen Coronavirus abstimmen. Wie der EU-Rat am Montag mitteilte, sind mögliche Themen einheitliche Einreisekontrollen, eine drohende Medikamentenknappheit wegen Produktionsunterbrechungen in China und die beschleunigte Entwicklung eines Impfstoffes. An dem Treffen wird auch ein WHO-Vertreter teilnehmen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte in der vergangenen Woche mit Blick auf ein Einreiseverbot für China-Reisende in die USA auch eine EU-weite Debatte über schärfere Einreisekontrollen in Europa gefordert.

10.17 Uhr: Britische Regierung verordnet "Zwangs-Quarantänen"

Die britische Regierung hat das neue Coronavirus als "ernsthafte und unmittelbar bevorstehende" Gefahr für die öffentliche Gesundheit bezeichnet. Menschen mit dem Virus dürften daher nun zwangsweise unter Quarantäne gestellt werden und es stehe ihnen nicht mehr frei, zu gehen, kündigte die britische Gesundheitsbehörde am Montag als verschärfte Maßnahme an. In Großbritannien werden vier der insgesamt 39 bestätigten Fälle in Europa behandelt.

09.58 Uhr: Weitere Infektionen auf japanischem Kreuzfahrtschiff

In Japan sind an Bord eines unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiffes Medienberichten zufolge rund 60 neue Coronavirus-Fälle festgestellt worden. Damit erhöhe sich die Zahl der Infizierten an Bord der "Diamond Princess" auf rund 130, berichtete der Sender NHK. Das Kreuzfahrtschiff steht seit Anfang vergangener Woche vor der japanischen Küste unter Quarantäne, die noch bis 19. Februar andauern soll. An Bord befinden sich etwa 3.700 Passagiere und Besatzungsmitglieder.

09.31 Uhr: China-Rückkehrer nicht infiziert

Die 20 China-Rückkehrer in Berlin sind nicht mit dem Coronavirus infiziert. "Wir sind erleichtert. Alle Testergebnisse auf das neuartige Coronavirus der Rückkehrerinnen und Rückkehrer in Berlin sind negativ", teilte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) mit. Die 16 Erwachsenen und vier Kinder, die am Sonntag aus Wuhan nach Berlin zurückgekehrt waren, sollen dennoch während der theoretischen Inkubationszeit 14 Tage in Quarantäne bleiben.