US-Flugzeugbauer Boeing muss Geldbuße zahlen

Die US-Börsenaufsicht SEC hat gegen den Flugzeugbauer Boeing eine Geldbuße in Höhe von 203 Millionen Euro verhängt

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Richard Drew
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    Boeing muss 200 Millionen wegen abgestürzter 737 Max zahlen

    Boeing muss 200 Millionen wegen abgestürzter 737 Max zahlen

    Die US-Börsenaufsicht hat gegen Flugzeugbauer Boeing eine Geldbuße in Höhe von umgerechnet 203 Millionen Euro verhängt. Das Unternehmen habe fahrlässig gehandelt und Profit über Menschenleben gestellt.

    Mehr als drei Jahre nach zwei Abstürzen von Flugzeugen des Typs Boeing 737 Max mit hunderten Toten hat die US-Börsenaufsicht SEC gegen den Flugzeugbauer eine Geldbuße in Höhe von 200 Millionen Dollar (rund 203 Millionen Euro) verhängt.

    SEC: Boeing habe "fahrlässig gehandelt" - "Profit vor Menschenleben"

    Boeing habe "fahrlässig" gegen die Betrugsbekämpfungsvorschriften der US-Wertpapiergesetze verstoßen, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung der SEC. Das Unternehmen soll nach den tödlichen Crashs im Jahr 2018 und 2019 die Öffentlichkeit über die Sicherheit der 737-Max-Maschinen getäuscht haben.

    Boeing habe "Profite über Menschenleben" gestellt, erklärte die SEC weiter. Der Flugzeugbauer stimmte der Zahlung der Geldbuße zu, um das Verfahren zu beenden. Zudem willigte der frühere Boeing-Vorstandsvorsitzende Dennis Muilenburg der Zahlung von einer Million Dollar ein, um ein Zivilverfahren gegen ihn wegen derselben Vorwürfe beizulegen.

    Mangelhaftes Training mit neuem System

    Bei den Abstürzen von Boeing-737-Max-Maschinen der indonesischen Fluglinie Lion Air im Oktober 2018 und der äthiopischen Ethiopian Airlines im März 2019 waren insgesamt 346 Menschen gestorben. Andere Maschinen des Typs durften daraufhin monatelang nicht fliegen, bis die Ursache gefunden wurde. Wie sich später herausstellte, hatte unter anderem die mangelhafte Ausbildung der Piloten mit einem Flugassistenzsystem zu den Abstürzen geführt.

    Einen Monat nach dem ersten Absturz habe eine von Boeing-Chef genehmigte Pressemitteilung "selektiv bestimmte Fakten unterstrichen", hieß es in der SEC-Mitteilung am Donnerstag. Zudem seien darin menschliches Versagen des Piloten und eine mangelhafte Wartung der Maschine als Teilursachen des Absturzes dargestellt worden.

    Zudem sei in dieser Mitteilung die Sicherheit des Flugzeugtyps versichert worden. Dabei habe Boeing unterschlagen, dass dem Unternehmen damals schon bekannt war, dass ein wichtiges Assistenzsystem Sicherheitsmängel aufwies und deshalb zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gerade überarbeitet wurde. Das Unternehmen Boeing und Vorstandschef Muilenburg hätten "ihre wichtigste Pflicht verletzt" und mit ihren beschwichtigenden Aussagen über die Sicherheit der 737-MAX-Maschinen "Investoren in die Irre geführt".

    (ms) / Quelle: afp

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