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Ex-Osram in Augsburg

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Wie geht es weiter bei Ledvance in Augsburg?

Bei Ledvance in Augsburg bangen 650 Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz, nachdem die Geschäftsführung angekündigt hatte, den Standort Ende 2018 zu schließen. Heute sollen auf drei Betriebsversammlungen die Beschäftigten informiert werden.

Über dieses Thema berichtet: Bayern am .

Die Betriebsversammlungen finden für die Beschäftigten der drei Schichten um 8.00 Uhr, um 14.00 und um 20.00 Uhr statt. Dabei sollen der Betriebsrat, die Arbeitgeberseite und die Gewerkschaft sprechen. "Wir wollen erläutern, was in der vergangenen Wochen passiert ist", so Angela Steinecker von der IG Metall. Denn Betriebsrat und Gewerkschaft wollen das Unternehmen in Augsburg erhalten, zusammen mit OB Kurt Gribl und der Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer wurde ein Runder Tisch einberufen, um gemeinsam Gespräche mit der Unternehmensseite zu führen. Gribl hat zudem mit dem chinesischen Generalkonsul in Sachen Ledvance gesprochen, der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Matthias Machnig, hat ferner den chinesischen Botschafter und die Unternehmensführung ins Ministerium eingeladen.

Unternehmensleitung ohne bisherigen CEO

Zuletzt hatte die Belegschaft elektrisiert, dass der bisherige CEO, Jes Munk Hansen, sehr überraschend die Unternehmensleitung verlassen hat. Er war in Augsburg ausgepfiffen worden, als er die Schließungspläne verkündet hatte und die Versammlung der Mitarbeiter bereits nach wenigen Minuten wieder verlassen hatte, ohne Fragen zu beantworten.

Die Mitarbeiter sind fest entschlossen, für den Augsburger Standort zu kämpfen. Ihrer Meinung nach sind dort das Know-How, die Patente und spezialisierte Mitarbeiter vorhanden. Nach Ansicht der Gewerkschaft könnte die Fertigung schnell auf zukunftsfähige Produkte umgestellt werden, zum Beispiel ultraleichte Solarpanele, die auch auf Dächer montiert werden können, die für herkömmliche Solarzellen zu wenig Tragkraft haben. An den chinesischen Investor richten die Mitarbeiter den Appell, dass sie den Umschwung schaffen können, wenn man sie lässt und in den Standort Augsburg investiert.

Bundesweit 1.300 Jobs bedroht

Wie berichtet, war ein Teil des Augsburger Traditionsunternehmens OSRAM im Sommer 2016 von einem chinesischen Investor übernommen worden. Das neue Unternehmen, das unter dem Namen Ledvance firmiert, soll nach nur etwas mehr als einem Jahr am Markt nun dicht gemacht werden. Insgesamt geht es dabei bundesweit um 1.300 Jobs, denn neben Augsburg soll auch das Werk in Berlin geschlossen werden.