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Viele bayerische Städte wollen jetzt die Luftqualität prüfen | BR24

© picture-alliance/dpa

Feinstaub-Messstation

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    Viele bayerische Städte wollen jetzt die Luftqualität prüfen

    Immer mehr bayerische Städte wollen nach dem Diesel-Urteil die Luftqualität überprüfen lassen. Vereinzelt hat der Verkehrsclub Deutschland bereits selbst nachgemessen - und erhebliche Stickoxid-Belastungen festgestellt.

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    Nach dem Urteil zu möglichen Diesel-Fahrverboten rücken in Bayern vor allem Großstädte wie München oder Nürnberg in den Fokus. Dabei betreffen Stickoxide im Straßenverkehr auch viele kleine Städte - zum Beispiel Dachau.

    Dort gibt es bisher keine offiziellen Zahlen. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat deshalb gemeinsam mit einem Aktionsbündnis über mehrere Wochen an 15 Punkten nachgemessen. Das Ergebnis: An vielen Stellen liegt die Belastung bei bis zu 30 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft. An zwei Stellen wurde laut VCD sogar der offizielle EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm überschritten.

    "Da kommt man schon etwas ins Grübeln, wenn man wie ich täglich im Stadtverkehr radelt", sagt Sabine Geißler, Stadträtin und Umweltreferentin in Dachau, die selbst an der Messung beteiligt war. Ähnlich dachte wohl auch Bürgermeister Florian Hartmann und wandte sich daraufhin ans Landesamt für Umwelt (LfU). Eine offizielle Jahresmessung des LfU soll nun Klarheit bringen.

    VCD: Passau teilweise fast so schlimm wie München

    Neben Dachau hat der VCD vergangenes Jahr auch in Passau gemessen. Zwar steht dort eine offizielle LfU-Messstation, die laut Landesamt einen Jahresmittelwert von 33 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liefert - und damit unterhalb des EU-Grenzwerts von 40 Mikrogramm liegt.

    Doch der VCD spricht von einem "falschen Standort am Donauufer außerhalb des Zentrums". Der Verkehrsclub kam bei seinen Messungen an 14 Standorten im ganzen Stadtgebiet zu einem anderen Ergebnis. "Die Luft in Passau ist an manchen Stellen genauso stark belastet mit Stickoxiden wie in München", sagt Bernd Sluka, Vorsitzender des VCD-Kreisverbands Passau.

    Stadtverwaltung verweist auf positive Messwerte

    Zum Beispiel am Kirchenplatz in der Innenstadt. Dort hat der VCD im vergangenen Juli einen Stickstoffdioxidwert von 67 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft festgestellt - deutlich mehr als der EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm also.

    Der VCD errechnet aus seinen vierwöchigen Messungen einen Jahresmittelwert. Für einen repräsentativen Mittelwert fordert Bernd Sluka deshalb unter anderem, die Messstation weiter ins Zentrum zu verlegen und die Messung auch dort ein gesamtes Jahr lang durchzuführen.

    Die Stadtverwaltung verweist hingegen auf die bestehende LfU-Messstation und deren positive Werte. Das Thema werde derzeit im Stadtrat beraten, teilte eine Sprecherin dem BR mit. Die Stadt wolle sich deshalb erst nach einer möglichen Entscheidung näher dazu äußern.

    Viele Kommunen fragen nach Messstellen

    Das LfU bestätigte auf BR-Anfrage, dass sich zuletzt auffallend viele bayerische Kommunen um Messungen bemüht hätten. Seit Anfang des Jahres wird beispielsweise auch in der Münchner Vorort-Gemeinde Karlsfeld geprüft. Und für die Altstadt von Wasserburg am Inn sollten die Ergebnisse der Vorjahres-Messungen in einigen Wochen vorliegen.

    Und auch in Rosenheim wollen die Grünen mit einem Antrag im Stadtrat eine feste Messstelle einrichten lassen. Bisher fehlt diese in der Stadt. Mögliche Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge sind aber auch dort wie in anderen bayerischen Städten bislang kein Thema. Das bestätigten ebenso die drei größten unterfränkischen Städte Würzburg, Schweinfurt und Aschaffenburg.