Der Rappenalpbach bei Oberstdorf ist jetzt kein Wildbach mehr, sondern ein Rinnsal mit versickerndem Wasser – wegen unzulässigen Bauarbeiten.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Udo Schmitz

Der Rappenalpbach bei Oberstdorf ist jetzt kein Wildbach mehr, sondern ein Rinnsal mit versickerndem Wasser – wegen unzulässigen Bauarbeiten.

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    Umweltausschuss: Rappenalpbach-Zerstörung muss aufgeklärt werden

    Umweltausschuss: Rappenalpbach-Zerstörung muss aufgeklärt werden

    Die Zerstörung des Rappenalpbachs im Oberallgäu muss aufgeklärt werden – da ist sich der Umweltausschuss des Landtags einig. Jetzt soll die Staatsregierung den ökologischen Schaden ermitteln und im Landtag über die Naturzerstörung berichten.

    Die Landtagsabgeordneten im Umweltausschuss des Landtages sind sich fraktionsübergreifend einig: Es müsse dringend aufgeklärt werden, wie es zu der massiven Zerstörung des Rappenalpbachs bei Oberstdorf kommen konnte. Aus dem einstigen wilden Gebirgsbach, der Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen bot, ist nun ein einförmiger Kanal mitten in einer Kieswüste geworden, der kaum noch Wasser führt. Der Rappenalpbach wurde durch Bagger zerstört, und das, obwohl der Bach in einem besonders streng geschützten Naturschutzgebiet liegt. Muscheln, Krebse und seltene Insekten haben die Bauarbeiten vernichtet.

    Ausschussvorsitzende: "Massiver Eingriff in die Natur"

    "Das ist ein massiver Eingriff in die Natur, den man natürlich auch im Landtag aufarbeiten muss. Niemand versteht, wie das passieren konnte", bekräftigt Rosi Steinberger (Grüne), Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz bei der Sitzung am 24. November. "Es war ein Kleinod, das wir hier im Allgäu hatten – hatten, muss man leider sagen, weil 1,5 Kilometer dieses Tals zerstört wurden."

    Anträge von Grünen-Fraktion und von Freien Wählern/CSU

    Die Grünen-Fraktion hatte einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag in den Umweltausschuss eingebracht, außerdem gab es einen gemeinsamen Antrag von CSU und Freien Wählern. Der Antrag der Grünen ging deutlich weiter, forderte neben Aufklärung des Falls auch Regeln zum Schutz der biologischen Vielfalt nachzuschärfen. Diese Antragspunkte wurden aber verschoben, bis es ein vollständigeres Bild über die Vorkommnisse in dem Schutzgebiet gibt.

    SPD: "Schwerer Imageschaden für Tourismusregion"

    Einen "schweren Imageschaden für diese tolle Tourismusregion" nennt der Fraktionsvorsitzende der SPD, Florian von Brunn, die Zerstörung des Rappenalptals, welches auch ein Vogelschutzgebiet ist, und fordert: "Ich finde das ist ein so schwerwiegender Tabubruch, was da passiert ist, dass man da wirklich auch zu härtesten Konsequenzen greifen muss." Auch die AfD zieht mit. Ingo Hahn fordert, dass der Fall aufgeklärt und die Natur wiederhergestellt werden müsse.

    Staatsregierung soll Schaden ermitteln

    Als ersten Schritt soll die Staatsregierung nun den ökologischen Schaden in dem Schutzgebiet ermitteln und dann im Landtag über die Zerstörung berichten. Einen Tag vor der Ausschusssitzung hatte Umweltminister Thorsten Glauber bereits den Rappenalpbach besucht und sich ein Bild von dem Schaden gemacht. Glauber sprach von einer "Kraterlandschaft", die zurückgeblieben sei.

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