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Staatsanwalt erhebt Anklage nach Doppelmord in Höfen | BR24

© picture-alliance/dpa/Andreas Gebert

Doppelmord in Höfen

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    Staatsanwalt erhebt Anklage nach Doppelmord in Höfen

    Die Staatsanwaltschaft München II hat Anklage im Fall des Doppelmordes von Höfen erhoben. Die Anklage lautet auf Mord, erpresserischen Menschenraub und besonders schweren Raub. Von Anton Rauch

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    Angeklagt sind vier polnische Staatsangehörige im Alter zwischen 24 und 49 Jahren, drei Männer und eine Frau. Den drei angeklagten Männern wirft die Staatsanwaltschaft vor, in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar in ein freistehendes Wohnanwesen in Höfen (Gemeinde Königsdorf) eingedrungen zu sein.

    Opfer in Höfen malträtiert

    In dem Haus in Höfen sollen sie unter massiver Gewaltanwendung die 76-jährige verwitwete Hausbesitzerin sowie eine ebenfalls 76-jährige Bekannte und einen 81-jährigen Bekannten, die sich zu diesem Zeitpunkt zu Besuch im Hause aufhielten, überwältigt haben.

    Die Täter sollen dort Bargeld in fünfstelliger Höhe sowie diverse Schmuck- und Wertgegenstände geraubt haben. Nachdem sie ihre Opfer malträtiert hatten, ließen sie diese in hilflosem Zustand zurück. Infolge der erlittenen Misshandlungen starben die beiden Besucher vermutlich noch in der Tatnacht. Die Hausbesitzerin wurde erst am Abend des 25. Februar schwer verletzt und in akuter Lebensgefahr im Anwesen aufgefunden.

    Mord in Höfen geplant?

    Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass die Angeklagte im Jahr zuvor als Pflegekraft im Anwesen tätig war. Ihr wird zur Last gelegt, sie habe den Plan für die Einbruchstat entwickelt und abgesprochen. An der möglichen Beute sollen alle vier Personen gleichermaßen beteiligt werden.

    Die Ermittlungen konzentrierten sich bereits kurz nach der Tat auf die Annahme, dass das Tatobjekt nicht zufällig ausgewählt worden war. DNA-Treffer und die Auswertung von Telekommunikationsdaten führten schließlich auf die Spur der Angeschuldigten. Alle vier Tatverdächtigen sitzen in Bayern in Untersuchungshaft. Als letzter war Anfang April im polnischen Stettin der vorbestrafte 43-jährige Bruder der Pflegerin verhaftet worden, die im Haus der Seniorin vorher gearbeitet hatte. Die Tat und die bundesweite Fahndung sorgten für bundesweites Interesse.