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Sommerferien: Warum sind wir Bayern immer die Letzten? | BR24

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© Uli Scherr

Sommerferien - Warum sind wir Bayern immer die letzten?

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Sommerferien: Warum sind wir Bayern immer die Letzten?

Letzter Schultag in Bayern und endlich Ferien. Viel zu spät, sagen viele Schüler und Lehrer, die gerne früher schulfrei hätten. Seit fast 50 Jahren beharrt Bayern auf dem Ferientermin im Spätsommer. Und der Kultusminister will das auch nicht ändern.

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Bayerns Schulminister Bernd Sibler (CSU) aus Plattling sieht keinen Spielraum für einen früheren Start der bayerischen Sommerferien. Der späte bayerische Ferientermin von Ende Juli bis Mitte September habe sich gut bewährt und garantiere Schulkindern und ihren Eltern Planungssicherheit, sagt Sibler anlässlich des Ferienbeginns zum BR.

Von vielen Schülern und Lehrern dagegen wird immer wieder bemängelt, dass die Ferien nicht schon im hochsommerlichen Juli beginnen und stattdessen in den herbstlichen September hineinreichen.

Schüler als Erntehelfer - das war 1971 ein Argument für die Ferienplanung

1971 wurde im "Hamburger Abkommen" geregelt, dass die Bundesländer mit ihren Sommerferien-Terminen durchrotieren. Lediglich Baden-Württemberg und Bayern beharrten auf fixen Ferienterminen im Spätsommer. Die Begründung damals: Kinder aus landwirtschaftlichen Betrieben würden bei der Ernte benötigt.

Selbst im Bayerischen Schulministerium hält man dieses Argument heute für überholt. Schulminister Sibler sieht dennoch keine Notwenigkeit, vom späten Ferientermin abzuweichen und verweist auf die Pfingstferien im Frühsommer.

"Wir haben ein gutes und verlässliches System mit einem Akzent an Pfingsten am Ende des Frühjahrs und dann im August, in der zweiten Phase des Sommers. Wenn wir in den Juli reingehen, bekommen wir ein Problem mit den Pfingstferien, ganz einfach." Kultusminister Bernd Sibler (CSU)

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften GEW wünscht sich hier mehr Flexibilität. Anna Forstner vom GEW-Landesvorstand sagt: Wenn Bayern bei der Ferien-Rotation mitmachen würde, dann hätten heuer auch bayerische Schülerinnen und Schüler vom tollen Sommerwetter profitieren können.

Verpassen Bayerns Schüler die beste Zeit des Sommers?

Stattdessen würden Bayerns Schüler nicht nur die die beste Zeit des Sommers verpassen, sie können bei der Hitze im Juli ohnehin keine Leistung bringen, sagt die Fachoberschullehrerin aus Regensburg:

"Grad in diesem Jahr! Wir haben jetzt fast drei Monate Sommer hinter uns, Sommer in Schulen, die nicht auf ein Klima mit 30 Grad ausgelegt sind. Von dem her war es wirklich anstrengend für die Schüler, die kühle Luft bräuchten, um sich zu konzentrieren. Und für die Lehrkräfte genauso." Anna Forstner, Mitglied im GEW-Landesvorstand

Der Blick in die Wetteraufzeichnungen gibt den Kritikern am bayerischen Ferienkalender übrigens recht: im langjährigen Durchschnitt ist der ferienfreie Monat Juli bayernweit um fünf Grad wärmer als der Ferienmonat September.