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© BR/Bild: Günther Weitzer/LBV Mühldorf
Bildrechte: Günther Weitzer/LBV Mühldorf

Eigentlich hatten die Vogelschützer im historischen Neumarkt-St. Veit auf Störche gewartet. Jetzt nisten Wanderfalken in einer Nische im Turm der Johanneskirche.

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Seltener Wanderfalke nistet im Kirchturm von Neumarkt-St.Veit

Von einer Sensation spricht der Kreisvorsitzende des LBV in Mühldorf: Ein Wanderfalkenpärchen ist in eine Fensternische der Johanneskirche in Neumarkt-St. Veit eingezogen. Die Vogelschützer hoffen auf eine erfolgreiche Brut, haben aber auch Sorge.

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Von
  • Barbara Leidl

Eigentlich hatten die Vogelschützer im historischen Neumarkt-St. Veit auf Störche gewartet. Jetzt nisten Wanderfalken in einer Nische im Turm der Johanneskirche. Der Kreisvorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz in Mühldorf, Günther Weitzer, freut sich über das Raubvogelpärchen. "Das ist eine Sensation", sagt er.

Wanderfalken: Nur wenige Brutpaare in Bayern

Im Landkreis Mühldorf und im weiten Umkreis seien die Wanderfalken in Neumarkt-St.Veit die einzigen, so Weitzer. Bayernweit gebe es nur etwa 250 Brutpaare. Damit sei der Wanderfalke immer noch selten. So bedroht, wie er mal war, sei er aber nicht mehr, weiß der Mühldorfer LBV-Kreisvorsitzende. Der Raubvogel erreicht im Flug bis zu 300 Kilometer pro Stunde und gilt deshalb als der schnellste Jäger im Tierreich. Deshalb werden sie auch zur Taubenjagd eingesetzt.

Sorge um den Platz: Gefahr für Brut?

Der Vogelschützer hat leise Zweifel, ob die Brut erfolgreich sein wird. Der Platz in der Luke sei sehr schmal, die Eier könnten nach hinten rollen und hinunterfallen, so die Befürchtung. Der Falkenexperte in der LBV-Zentrale in Hilpoltstein teile diese Sorge aber nicht, so Günther Weitzer. Der Wanderfalke ist ein Felsenbrüter, der seine Eier in den "verwegensten Spalten" lege, und als solcher auch nicht besonders anspruchsvoll sei.

Gute Zusammenarbeit mit der Pfarrei

Auch eine weitere Sorge hat sich schnell in Luft aufgelöst. Die Vogelschützer waren nicht sicher, ob die Kirche vielleicht versuchen würde, die Vögel zu vergrämen. Er habe aber ein sehr nettes Telefonat mit dem Pfarrer gehabt, erzählt der Mühldorfer LBV-Kreisvorsitzende Weitzer, der aufgeschlossen gewesen sei und sich ebenfalls über die gefiederten Gäste gefreut habe.

Bei Erfolg wird ausgebaut

Im Moment ist eine nähere Begutachtung der Nische nicht möglich. "Wir wollen die Wanderfalken nicht stören", erklärt Vogelschützer Weitzer. Wenn die Brut allerdings von Erfolg gekrönt wird, will der LBV im Herbst einen Nistkasten befestigen und eine Webcam anbringen, um künftige Bruten besser zu beobachten und zu begleiten.

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