Der Saale-Dampfer "Kissingen"
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Der Saale-Dampfer "Kissingen"

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Saaledampfer Kissingen: 100 Jahre alt und für Überraschungen gut

Am Samstag startet die Saaleschifffahrt in Bad Kissingen in die neue Saison. Dieses Jahr können die Betreiber ein besonderes Jubiläum feiern, denn das Schiff "Kissingen" wird 100 Jahre alt.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Mainfranken am .

Im Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen startet pünktlich zu Ostern die Schifffahrt auf der Saale. Wie vieles in der Kurstadt hat auch die Schifffahrt eine lange Tradition. Seit 1877 verkehren die "Dampferle" auf dem Fluss durch die Stadt. Die "Kissingen", einer davon, nun bereits seit 100 Jahren.

Auf dem eingezäunten Gelände des Schiffsunternehmens direkt an der Saale in Bad Kissingen wird gearbeitet. Zwei Schiffe liegen auf dem Trockendeck, es sind die beiden Saaledampfer "Saline" und "Kissingen". Um die "Kissingen" nach der Winterpause wieder einsatzbereit zu machen, musste Schiffsführer Mario Dörr viel Zeit und Arbeit investieren. Der Schiffsführer kümmert sich um "sein" Schiff. So mussten etwa an den Rumpf neue Bleche geschweißt werden.

Die "Kissingen" ist ein ganz besonderes Schiff, denn dieses Jahr wird es 100 Jahre alt. 1924 ist der Dampfer vom Stapel gelaufen. Das Boot ist zehn Meter lang, drei Meter breit und etwas mehr als elf Tonnen schwer. Ein altehrwürdiges Schiff.

Seit 1877 Schiffe auf der Saale in Bad Kissingen unterwegs

Seit 1877 gibt es die Schifffahrt auf der Saale zwischen dem Rosengarten in der Bad Kissinger Innenstadt und der Saline am Stadtrand. Seit 1882 ist sie im Besitz der Familie Fischer. Zu dem Unternehmen gehören zwei Schiffe. Die 1964 gebaute "Saline" und die "Kissingen", die dieses Jahr 100 Jahre alt wird. Zwischen Frühjahr und Herbst sind die Boote unterwegs. Die Route ist bis heute gleich: vom Rosengarten zur Saline und zurück. Der heutige Besitzer Helmut Fischer ist mit den Booten aufgewachsen, erzählt er: "Meine Großeltern haben es betrieben, dann hat es meinen Vater betrieben. Also wir sind wirklich da reingewachsen und man sagt, glaube ich, nicht zu Unrecht: Die Dampferle gehören irgendwie zu Bad Kissingen."

Es gibt Probleme beim Einsetzen der Dampfer

Am 27. März dann der große Tag. Ein großer roter Kran rückt an und soll die beiden Schiffe vom Trockendeck in die Saale heben. Doch es läuft nicht alles glatt.

Das Schwesterschiff, die "Saline", soll zuerst mit dem Kran in die Saale gehoben werden - dann der Schock: Es plätschert, Wasser läuft ins Schiff. Die "Saline" muss wieder aufs Trockendeck, es muss geschweißt werden. Drei Anläufe braucht es schließlich, bis die "Saline" kein Leck mehr hat, kein Wasser mehr ins Schiff läuft. Das soll bei der "Kissingen" erst gar nicht passieren. Deswegen wurde der Rumpf richtig gründlich überarbeitet. Um die 700 Kilogramm neue Bleche haben Schweißer Michael Schlotter und sein Team an der Kissingen verarbeitet, damit auch wirklich alles dicht ist.

Die "Kissingen" hängt inzwischen am großen, roten Kran und wird in die Saale gehoben. Jetzt kontrollieren alle, ob Wasser in die "Kissingen" eindringt. Und ja, auch in die "Kissingen" drückt das Wasser von unten in den Rumpf. Es braucht auch hier mehrere Versuche.

Für Schiffseigner Helmut Fischer ist das auch ein bisschen frustrierend. Dieses Jahr, sagt er, dieses Jahr mussten sie besonders viele Schäden an den Schiffen beheben. Die Schiffe zu betreiben, das macht er nebenberuflich. Meistens rechnet es sich gerade so, erzählt er. Weil dieses Jahr die Reparaturen so teuer waren, weiß er aber nicht, wie das Jahr finanziell ausgeht.

Saaledampfer Kissingen: Jubiläumsfeier an Pfingsten

In wenigen Wochen soll das Jubiläum der "Kissingen" richtig gefeiert werden. In der Pfingstwoche sollen die Preise reduziert werden. Das Schiff "Kissingen" ist nun ein Jahrhundert alt und noch immer auf der Saale unterwegs. Die liebevolle Pflege scheint sich rentiert zu haben.

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