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Augsburg: Beim Maschinenbauer KUKA bereitet Michaela Frank einen Roboter für die Erstinbetriebnahme vor
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Roswitha Polaschek
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Augsburg: Beim Maschinenbauer KUKA bereitet Michaela Frank einen Roboter für die Erstinbetriebnahme vor

Kuka und 2017 – für den Augsburger Hersteller von Robotiksystemen war es ein Rekordjahr bei Aufträgen und Umsatz, allerdings nicht in der Gewinnmarge. 2018 soll noch besser werden. Auch dank China. Wenn Kuka-Chef Till Reuter an China denkt, ist die Begeisterung unüberhörbar:

"Wir haben heute knapp 25.000 Roboter-Kapazität in Shanghai. Wir planen bis 2014 weitere 75.000 Roboter. Das heißt: Gesamt 100.000 Roboter für China. Das sind Zahlen, die haben wir nie erwartet, gigantische Zahlen. Das zeigt das Potential, das wir haben. Wir wollen in diesem Markt Nummer eins werden, gemeinsam mit Midea - auf gut deutsch - Gas zu geben." Till Reuter, Kuka-Chef

Kuka und Midea planen drei Gemeinschaftsunternehmen

Dabei sollen drei neue Joint Ventures mit dem chinesischen Eigentümer von Kuka helfen. Alle zu 50 Prozent in der Hand der Augsburger. Im besonders wichtigen Robotergeschäft führt Kuka die Gemeinschaftsfirma. Mit dem seit der Übernahme durch die Chinesen 2016 von vielen befürchteten Technologieabfluss rechnet Till Reuter nicht.

"Midea ist weiße Ware. Kuka ist innerhalb der Midea-Gruppe die Robotik-Marke. Wenn jetzt Midea eine eigene Robotik-Marke hätte und selbst Roboter bauen würde, würde ich sagen: Da müssen wir aufpassen. Aber wenn Kuka genau der Fokus ist - wir sind Teil der Familie - dann gibt es das Problem, sollte es das nicht geben." Till Reuter, Kuka-Chef

Gehen die Kuka-Daten nach China

Was die Daten von Kunden angeht – auch die seien sicher, sagt Reuter.

"Die Informationen sind in der Kuka. Kuka hat eine rechtliche Hülle, ist eine AG, ein Joint Venture. Und dieser rechtliche Rahmen: Da kam vor Midea keine Information raus, und nachher nicht. Und alle Informationen bleiben bei Kuka in den Kundenprojekten. Wir haben eine Abschirmvereinbarung, das heißt: Alle Informationen der Kunden sind doppelt geschützt." Till Reuter, Kuka-Chef

Auch die Gewerkschaft sieht die Zukunft von Kuka optimistisch

Ähnlich optimistisch ist Arbeitnehmervertreter Michael Leppek von der IG Metall. Auch aus seiner Sicht läuft die Zusammenarbeit zwischen Kuka und Midea gut.

"Man merkt hier natürlich nicht so viel. Das ist ein Geheimnis des Erfolges. Warum? Weil wir hier ganz normal weitermachen. Investitionen, die schon vorher geplant worden sind, über 100 Millionen in den Standort Augsburg sind freigegeben worden. Es sind neue Ingenieursstellen geschaffen worden, also auch neue Arbeitsplätze hier. Das was man befürchtet hat, dass man sehr schnell irgendetwas sieht, ist nicht eingetreten." Michael Leppek, IG Metall

Derzeit keine Stellenstreichungen bei Kuka geplant

Am Stammsitz in Augsburg will Kuka seine 4000 Beschäftigten halten. Obwohl zuletzt 250 Arbeitsplätze im Anlagenbau gestrichen wurden, auch wegen Problemen mit Zulieferern. Die Frage an Firmenchef Till Reuter: Ist das nun vorbei?

"Natürlich ist das immer sehr unschön, wenn man hier etwas verändern muss und Personal abbauen muss. Veränderung ist ständig. Generell glauben wir, dass wir in unseren Märkten wachsen. Wir sind 120 Jahre alt dieses Jahr, also haben Jubiläum. Wir kommen aus der Mechanik, gehen in die Mechatronik, in die Software und IT rein. Wir müssen uns in dieser Entwicklung auch hier anpassen. Wir sollten nicht warten, wir sollten Veränderung aktiv angehen, sowohl global als auch in der Technologie." Till Reuter, Kuka-Chef

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