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PFOA im Trinkwasser: Kastl will teuren Filter bestellen

Die Gemeinde Kastl will auf eigene Faust eine temporären Filteranlage errichten lassen, um die Trinkwasserbelastung mit PFOA schnell in den Griff zu bekommen. Auch wenn die Genehmigung des Umweltministeriums noch aussteht. Von Christine Haberlander

Über dieses Thema berichtete Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Wegen der Trinkwasserbelastung durch die frühere Produktion von Perfluor-Octansäure (PFOA) im Industriepark von Gendorf (Lkr. Altötting) will die benachbarte Gemeinde Kastl nicht mehr länger warten. Der Leitwert für die unter Krebsverdacht stehende Chemikalie liegt bei 0,1 Mikrogramm pro Liter Wasser. Derzeit befindet sich noch 0,16 Mikrogramm im Trinkwasser von Kastl.

Mobile Filteranlage soll am 1. September in Betrieb gehen

Bürgermeister Gottfried Mitterer (Freie Wähler) sagte dem BR, die temporären Filteranlage solle ab 1. September in Betrieb gehen. Dazu bräuchte er eigentlich die Genehmigung des bayerischen Umweltministeriums, das der Gemeinde eine Zwischenfinanzierung zugesagt hat.

Zwischenlösung im Sinne der Bürger

Die Genehmigung liegt aber noch nicht vor. Deshalb sei er bereit, die rund 400.000 Euro teure temporäre Filter-Anlage nun dennoch in Auftrag zu geben. Die Rückendeckung des Gemeinderats hat er dazu: "Wir machen das für Bürger, die geduldig sind und für die Gemeinde Verständnis zeigen, weil sie wissen, dass wir etwas voranbringen wollen."

Dauerhafte Filteranlage soll erst 2019 kommen

Laut Mitterer laufen auch die Verhandlungen mit dem für die PFOA-Belastung verantwortlichen Betrieb in Gendorf (Gemeinde Burgkirchen an der Alz) zufriedenstellend. Das Unternehmen werde den Bau einer stationären Anlage übernehmen.

Allerdings könne diese Anlage, die rund drei Millionen Euro kostet, nicht wie geplant im Spätsommer 2018 in Betrieb gehen, sondern nach Firmenangaben erst 2019. Der Kastler Bürgermeister möchte erreichen, dass die Nachweisgrenze von PFOA künftig "nicht nur unter, sondern weit unter der Leitwert liegt".