Bild im Dillinger Impfzentrum: Das Corona Virus, gezeichnet von einem Kind.

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Neue Corona-Impfstoffe: Wo, für wen und warum?

Neue Corona-Impfstoffe: Wo, für wen und warum?

Es gibt neue Corona-Impfstoffe, die besser gegen die neuen Omikron-Varianten helfen sollen. Der Leiter des Dillinger Impfzentrums erklärt, wer sich wann impfen lassen sollte und was der neue Impfstoff besser können soll als die bisherigen.

Impfen ohne Termin: Das wäre vor etwa eineinhalb Jahren undenkbar gewesen. Derzeit ist das vielerorts allerdings ohne große Wartezeiten möglich, etwa im Dillinger Impfzentrum. Dabei ist es durchaus möglich, dass die Nachfrage bald wieder größer wird: Denn es gibt neue, an Omikron angepasste Impfstoffe. Und die sollen genau das erfüllen, was an den bisherigen Impfstoffen kritisiert worden ist: Sie sollen eine Infektion und damit auch die Weitergabe des Virus verhindern. "Das ist ein Riesenvorteil", sagt der Leiter des Dillinger Impfzentrums Mathias Depel. Mindestens für drei, wahrscheinlich auch für sechs Monate soll dieser Schutz halten.

Nur "sehr geringer Unterschied" bei den neuen angepassten Impfstoffen

Bei den an Omikron angepassten Impfstoffen handelt es sich um mRNA-Impfstoffe. Es gibt die Vakzine sowohl von Biontech/Pfizer als auch von Moderna. Bereits erhältlich ist ein Impfstoff, der gegen die Omikron Variante BA.1 wirken soll. Bald soll ein weiterer, gegen die Subtypen BA.4 und BA.5 entwickelter Impfstoff erhältlich sein. Der Unterschied zum BA.1-Impfstoff sei allerdings marginal, so Impfzentrumsleiter Mathias Depel, deshalb müsse man jetzt nicht auf den derzeit noch nicht erhältlichen Impfstoff warten. Er führt folgenden Vergleich an: "Wenn man ein gutes IPhone 13 hat, wäre das so, als ob man auf das IPhone 14 warten würde. Es macht im Wesentlichen für den normalen User dann eigentlich keinen Unterschied."

Bei beiden Impfstoffen seien nur marginale Veränderungen vorgenommen worden. Das hätten jetzt auch die Zulassungsstudien bestätigt. Das sei ja gerade der Vorteil der mRNA-Impfstoffe, dass sie relativ leicht an neue Corona-Varianten angepasst werden könnten, so Depel. Aus diesem Grund seien auch keine anderen Nebenwirkungen zu erwarten als bei den ersten Impfungen.

Neue Impfstoffe sollen vorübergehend Ansteckung verhindern

Der Unterschied der neuen Impfstoffe im Vergleich zu den ersten, jetzt als "originale Impfstoffe" bezeichneten Impfstoffen sei hingegen größer, auch hinsichtlich ihrer Wirkung und der Angriffspunkte. Der bisher verwendete Impfstoff schütze weiterhin sehr gut vor schweren Verläufen oder sogar dem Tod. Deshalb wird er weiterhin für die Grundimmunisierung verwendet, also die erste und zweite Impfung. Die neuen Impfstoffe, bei denen es sich um eine Mischung aus dem originalen und einem angepassten Impfstoff handelt, werden nur für die Auffrischungsimpfungen - also die dritte und vierte Impfung - verwendet.

Unterschied der Original-Impfstoffe zu den angepassten sehr gering

Den Unterschied zwischen der Wirkungsweise der originalen, ursprünglich gegen die Wuhan-Variante entwickelten, zu den an Omikron angepassten Impfstoffen erklärt Depel folgendermaßen: "Wenn man sich das Spike-Protein wie einen Baum vorstellt, dann wenden sich die Originalimpfstoffe immer noch sehr zuverlässig gegen den Stamm. Die ganzen genetischen Veränderungen sind im Bereich der äußeren Äste zu finden. Und einer dieser Äste ist da eben BA.1, andere BA.4 oder BA.5." Diese Unterschiede bei den Ästen seien sehr gering. Genetisch stabil bleibe hingegen der Stamm, also der größte Bestandteil. Und gegen den würden die originalen Impfstoffe immer noch sehr zuverlässig wirken.

Auffrischimpfung gegen das Coronavirus

Bildrechte: Bernd Weißbrod/dpa/dpa-Bildfunk

Dritte Impfung nötig für "vollständige Impfung"

Ab 1. Oktober reichen zwei Impfungen nicht mehr aus, um als vollständig geimpft zu gelten. Um den aktuellen Impfstatus einer Person zu beurteilen, betrachtet man zwischenzeitlich die Zahl der "Immunereignisse", also wie oft eine Person geimpft oder genesen ist. Deshalb sei es sinnvoll, ins Impfzentrum zu kommen, um sich beraten zu lassen, ob und wann man sich erneut impfen lassen sollte, so Depel. Die vierte Impfung wird unter anderem von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) derzeit nur für bestimmte Personengruppen empfohlen, etwa für Menschen über 60, Schwangere und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Eine Stiko-Empfehlung für die vierte Impfung gibt es derzeit noch nicht.

Impfen im Impfzentrum oder beim mobilen Team

Wer sich im Landkreis Dillingen impfen lassen will, kann dafür ins Impfzentrum gehen. Dafür braucht er derzeit (Stand: 22.09.) keinen Termin vorab zu vereinbaren. Man muss sich allerdings ausweisen können und den Impfpass mitbringen. Gut wäre es auch, so Mathias Depel, wenn man seine bisherigen Impfzertifikate zur Hand hätte. Außerdem ist im Landkreis ein mobiles Team im Einsatz. Das kommt zum einen in die Pflegeheime, bietet aber auch öffentliche Impftermine an, etwa in abgelegeneren Gemeinden. Wo und wann, das ist auf der Homepage des Dillinger Landratsamts vermerkt. Zu pflegebedürftigen Personen, die auch mit Hilfe der Angehörigen nicht ins Impfzentrum kommen können, kommt das mobile Team nach Vereinbarung auch nach Hause. Natürlich sind auch Impfungen nach individueller Vereinbarung beim Hausarzt möglich.

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