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Bildrechte: BR/ Christoph Dicke

Demonstration für den Ledvance-Standort Augsburg

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    Mitarbeiter von Ledvance in Augsburg bleiben kämpferisch

    "Wir sind Augsburger - und Augsburger kämpfen." Die Ledvance-Mitarbeiter wollen sich nicht aufgeben. Auf den heutigen Betriebsversammlungen machten sie das noch mal deutlich und zeigten Präsenz.

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    Wie eine Sprecherin der IG Metall dem BR in Augsburg sagte, waren gleich am Morgen um 8.00 Uhr an die 250 Mitarbeiter aus der ersten Schicht in der Kantine zusammen gekommen, zur Spätschicht um 14.00 Uhr nochmals über 100 Beschäftigte. Um 22.00 Uhr zum Beginn der Nachtschicht wird noch die dritte und heute letzte Betriebsversammlung eingeläutet.

    Viele Fragen, kaum Antworten

    Die Belegschaft hatte viele Fragen an den Betriebsrat, die Gewerkschaft und die Werksleitung. Es ging dabei auch um das Thema Abfindungen und Sozialplan. Auf die Frage eines Mitarbeiters, was die Schließung des Augsburger Werks kosten würde und ob sich Ledvance das eigentlich leisten könne, konnte die Unternehmerseite keine Antwort geben, so Sprecherin Angela Steinecker von der IG Metall.

    Mitarbeiter wollen kämpfen

    Die Belegschaft gibt sich dennoch zum größten Teil ungebrochen kämpferisch. "Wir sind Augsburger, und Augsburger kämpfen", so ein Mitarbeiter zum BR. Betriebsrat und Gewerkschaft haben heute noch einmal dargestellt, was an Aktionen bisher alles gelaufen ist, um sich für den Standort stark zu machen, so Sprecherin Steinecker. Von der großen Kundgebung vor dem Werkstor bis hin zur Plakataktion am Hotelturm, dem Termin in Berlin im Wirtschaftsministerium und die Gespräch mit OB Kurt Gribl und der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner.

    Hat der Standort Zukunftspotenzial?

    Die IG Metall will jetzt ein Alternativkonzept erarbeiten, und damit aufzeigen, dass der Standort Augsburg sehr wohl Zukunftspotential hat, um damit die chinesischen Eigner umzustimmen und das Werk am Lech zu erhalten. Ulrich Gottwald, Diakon beim Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt der Evangelisch-Lutherischen Kirche war heute ebenfalls als Seelsorger zu Gast bei Ledvance und zeigte sich beeindruckt: "Da haben wohl nicht alle damit gerechnet, dass da so ein Widerstand kommt", so der Diakon angesichts der Geschlossenheit und des Willens der Belegschaft, für ihr Werk zu kämpfen.

    1.300 Mitarbeiter von Ledvance-Schließung betroffen

    Ledvance war ehemals ein Teil des Traditionsunternehmens OSRAM, bevor dieses seine traditionelle Leuchtmittelherstellung unter dem neuem Namen ausgliederte. Nach etwas mehr als einem Jahr am Markt soll Ledvance nun dicht gemacht werden. Bundesweit sind davon 1.300 Arbeitsplätze betroffen, denn neben Augsburg soll auch das Werk in Berlin geschlossen werden.