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Kommentar: Keine Macht dem Virus – Wir haben es in der Hand

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    Kommentar: Keine Macht dem Virus – Wir haben es in der Hand

    Der Kampf gegen die Pandemie ist mühsam, er fordert Verzicht, er beschränkt uns in unserer Freiheit. Und doch gibt es keine Alternative zu den geltenden Regeln, wenn man den vollständigen Lockdown verhindern will. Ein Kommentar von Jeanne Turczynski.

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    Man muss einfach das Gemüt eines Rheinländers haben, um in diesen Zeiten optimistisch zu sein. So wie Lothar Wieler. Der Chef des Robert Koch-Instituts hatte heute keine schlechte Laune, obwohl er wieder weit über 22.000 neue Corona-Infektionen melden musste, etwa 5.000 mehr als am Mittwoch.

    Deutschlands oberster Seuchenbekämpfer ist trotzdem optimistisch, dass die aktuellen Maßnahmen greifen. Vielleicht will Lothar Wieler ein Gegengewicht sein zur Kanzlerin. Die hat viele im Land erschreckt, indem sie strengere Maßnahmen forderte. Zum Beispiel, dass man sich im Winter nur noch mit einem Freund oder einer Freundin treffen darf.

    Heimliche Treffen am See

    Die Menschen vor solch eine Wahl zu stellen, das wird die Moral nicht heben in dieser Pandemie. Ein vollkommen unrealistischer Vorschlag. Ohnehin halten sich schon jetzt viele nicht an die bestehenden Regeln und legen die Kontaktbeschränkungen großzügig aus.

    Allerorten erzählen sich Menschen von Abendeinladungen, Kaffeekränzchen oder launigen Gruppentreffen im Park. Ganze Quarantäneklassen treffen sich zwar nicht mehr im Klassenzimmer, aber dafür am See. Da bleibt einem nach Monaten des Predigens von Distanz und AHA-Regeln dann doch etwas die Spucke weg.

    Zusammen Wein trinken per Skype

    Wir sehen jetzt, wie mühsam der Kampf gegen die Pandemie ist, die Zahlen sinken nicht, es braucht schon viel rheinländischen Optimismus, um eine Stagnation zu sehen. Wenn wir einen kompletten Lockdown verhindern wollen, dann müssen wir uns jetzt an die bestehenden Regeln halten – und vielleicht auch im Privaten einfach mal etwas kreativer werden.

    Wir können auch virtuell – per Skype oder Zoom – mit Freunden ein Glas Wein genießen, ernsthaft: Man kann dabei genauso betrunken werden wie im realen Leben! Wir können uns mit den Großeltern zum Spazierengehen treffen, mit Freunden im Park durchs Laub rascheln. Auch wenn die Kanzlerin davon abrät, es ist nicht verboten – und eigentlich auch völlig unbedenklich, solange man sich nicht unterhakt oder anderen ins Gesicht singt.

    Jetzt ist die Zeit der wetterfesten, warmen Winterjacken und Stiefel. Wer mag, nimmt heißen Tee mit oder Punsch. Und wer sich ganz sicher fühlen will, der wappnet sich mit FFP2-Masken gegen das Virus.

    Ein Lockdown wie in Spanien?

    Denn eines ist klar: Wir können nicht so tun, als gäbe es keine Regeln. Denn dann steht zu befürchten, dass die Politik zum letzten Mittel greift und alles wieder runterfährt. Einen echten Lockdown, etwa wie in Spanien: Monatelang nur noch in der Wohnung. Das kann keiner wollen.

    Wir haben es alle in der Hand, dass der RKI-Chef weiter optimistisch sein kann. Um es in Wielers Worten zu sagen: Kneifen wir die Pobacken zusammen, nehmen es rheinländisch gelassen, halten Abstand, aber rücken innerlich zusammen. Denn wer es nicht tut, ist leider auch dafür verantwortlich, wenn die Schotten ganz dichtgemacht werden.

    Ein Kommentar von Jeanne Turczynski, Redaktion Wissen und Bildung aktuell

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