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Handy-Video entlastet sieben "Hells-Angels"-Mitglieder | BR24

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Die Angeklagten Hells Angels vor Gericht

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    Handy-Video entlastet sieben "Hells-Angels"-Mitglieder

    Im Prozess gegen zehn "Hells-Angels"-Mitglieder, die in eine Schlägerei mit einem anderen Motorradclub verwickelt waren, wurde gegen sieben Mitglieder das Verfahren eingestellt. Eine wichtige Rolle spielte dabei ein Handy-Video. Von Annerose Zuber

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    Unter großen Sicherheitsvorkehrungen hat heute vor dem Landgericht Hof der Prozess gegen zehn Männer aus dem Umfeld des Motorradclubs "Hells Angels" wegen gefährlicher Körperverletzung und Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung begonnen. Hintergrund ist eine Schlägerei mitten in Hof mit Mitgliedern des rivalisierenden Motorradclub "Gremium" im Mai 2016.

    Harmlose Rangelei eskaliert

    In Hof ist die einzige "Hells-Angels"-Gruppe in Oberfranken. Auf einem dem Gericht vorgespielten Handy-Video einer Anwohnerin wurde schnell deutlich, wie aus einer anfangs eher harmlosen Rangelei zweier Männer schnell eine bedrohliche Situation wurde: Auf dem Video war zu sehen, wie plötzlich mehrere Autos vorfuhren und zehn Männer die beiden rangelnden Männer umringten. Einer aus der "Hells-Angels"-Gruppe schlug dann mit einem Gegenstand mehrfach auf den an der Rangelei beteiligten Mann vom "Gremium"-Motorradclub ein. Nach der Tat führte ein großes Polizeiaufgebot mehrfach Kontrollen im Umfeld der "Hells Angels" durch, um einen möglichen Bandenkrieg zwischen den Motorrad-Klubs zu verhindern.

    Hauptangeklagter schweigt weiter

    Zum Prozessauftakt verweigerten die Angeklagten noch jede Aussage. Nachdem das Gericht aber das Handy-Video vorspielte, räumten sieben der zehn Angeklagten doch ein, am Tatort gewesen zu sein. Da sie allerdings nicht aktiv an der Schlägerei beteiligt waren, stellte das Landgericht Hof die Verfahren gegen sie wegen geringer Schuld ein. Die sieben Männer müssen nun Geldbußen zwischen 600 und 6.000 Euro an verschiedene Hofer Schulen zahlen.

    Hauptangeklagter schweigt

    Der Hauptangeklagte aus der Führungsriege der "Hells Angels" Hof schwieg hingegen weiter. Nun werden in den nächsten Prozess-Tagen die Aussagen des Opfers erwartet, das bei der Rangelei eine Platzwunde am Kopf und eine Schwellung am Auge erlitt. Außerdem werden zahlreiche Polizisten als Zeugen gehört. Für den Prozess sind bis Mitte März sieben weitere Verhandlungstage angesetzt.