Radler, die in die falsche Richtung fahren, sind eine Gefahr. Deshalb kontrolliert die Polizei in Augsburg gefährliche Kreuzungen.

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Gefahr auf zwei Rädern: Geisterradler in Augsburg

Gefahr auf zwei Rädern: Geisterradler in Augsburg

Sie fahren in die falsche Richtung und gefährden so sich selbst und andere, und das passiert immer häufiger. Das Problem ist auch, viele Radler kennen die Verkehrsregeln nicht und werden deshalb zu Geisterradlern. Heute gab es in Augsburg Kontrollen.

Die Zahl der Geisterfahrer auf dem Fahrrad nimmt zu. Deshalb kontrolliert die Polizei in Augsburg diese Woche verstärkt die Radwege. Vielen ist offenbar eine wichtige Rad-Verkehrsregel nicht klar: Der Radweg muss in Fahrtrichtung rechts benutzt werden, außer es ist per Schild oder auf der Fahrbahn ausdrücklich anders geregelt. Und so sind auch heute morgen schon einige Radler in Augsburg von der Polizei angehalten worden.

Unfälle, weil Autofahrer Geisterradler übersehen

An der Ackermannstraße, einer Hauptverkehrsader, waren mehrere Radler in falscher Richtung unterwegs. Ein Unfallschwerpunkt, sagt Bianca Fuchs von der Augsburger Verkehrspolizei: "Und wenn es dann eben zum Zusammenstoß kommt, dann sind die Verletzungen leider auch nicht immer ganz so glimpflich." Konkret an dieser Straße schauen Autofahrer, die in die Hauptstraße einbiegen wollen, natürlich nach links, um zu sehen, ob Autos, Fußgänger oder eben Radler kommen. Wenn dann aber ein Radler entgegen der Fahrtrichtung von rechts kommt, kann es krachen. Und der Autofahrer hängt in der Schuldfrage mit drin. Für die Radfahrer heißt das oftmals: Notarzt, Krankenhaus, teils schwere Verletzungen.

Wenn Autofahrer Geisterradler überfahren, sind beide schuld

Bianca Fuchs sagt: "Der Vorfahrtsverstoß ist der höherrangige Verstoß und der Autofahrer muss auf die Vorfahrt für die komplette Fahrbahn achten. Dass der Geisterradler dann auch mit schuld ist, weil er eben etwas verkehrt macht, ist klar, aber der Autofahrer wird nicht aus der Sache herauskommen." Ein Problem: Viele Geisterradler sehen es eher als Kavaliersdelikt, denn als echte Gefahr. Sie glauben, die Lage unter Kontrolle zu haben.

Problem Geisterradler-Bekehrer

Und dann gibt es noch das: Andere Radfahrer, die Geisterfahrer bekehren wollen. Aber genau das sollte man laut Gerhard Stern vom Polizeipräsidium Schwaben Nord keinesfalls machen: "Selbst Polizei spielen und selbst einen Eingriff vornehmen oder auf ein Fehlverhalten reagieren, indem ich jemanden anhalte, davon raten wir dringend ab. Im schlimmsten Fall kann das dazu führen, dass der Angehaltene zum Sturz kommt, dann muss ich sogar möglicherweise eine Straftat prüfen, nämlich einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr." Deshalb empfiehlt die Polizei, wer Geisterradler sieht, soll die Polizei informieren, und eben nicht selbst handeln.

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