#fragBR24ūüí° Mit Blut das Leben von Corona-Patienten retten
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#fragBR24ūüí° Mit Blut das Leben von Corona-Patienten retten

Wer Corona √ľberstanden hat, kann mit seinem Blut Leben retten. Beziehungsweise mit dem Blutplasma, das daraus gewonnen wird. In Bayern testen unter anderem bereits die Unikliniken Regensburg, Augsburg, Erlangen und M√ľnchen dieses Verfahren.

√úber dieses Thema berichtete BR24 im BR Fernsehen.

Wer Covid-19 √ľberstanden hat und als geheilt gilt, kann mit seinem Blut Gutes tun: Er kann schwer erkrankten Corona-Patienten helfen. In seinem Blut befinden sich n√§mlich in der Regel Antik√∂rper gegen die Corona-Viren. Diese Antik√∂rper k√∂nnen mit dem Blutplasma, dem von roten Blutk√∂rperchen, Thrombozyten und Leukozyten bereinigten Blut, auf andere Menschen √ľbertragen werden. Das Ziel: Das Immunsystem von schwer erkrankten Corona Patienten soll Unterst√ľtzung im Kampf gegen das Corona-Virus bekommen.

"Aktuelle wissenschaftliche Daten weisen darauf hin, dass durch COVID-19-Immunplasma eine deutliche Abschwächung der lebensbedrohlichen Verläufe möglich ist." Prof. Holger Hackstein, Universitätsklinikum Erlangen

Auch das Robert-Koch-Institut urteilt positiv.

"Das ist ein lohnenswerter Ansatz… Es gibt viele Studien, die zeigen, dass das Plasma von Rekonvaleszenten helfen kann." Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts

Nur vereinzelt Erfolge in Regensburg

Eine erste Zwischenbilanz am Uniklinikum Regensburg, wo seit dem 7. April Patienten mit Blutplasma genesener Covis-19-Erkrankter behandelt werden, meldet allerdings nur vereinzelt Erfolge.

"Bisher zeigt sich als erster Zwischenstand noch keine durchgreifende Verbesserung des Krankheitsverlaufes." Zwischenbilanz am Uniklinikum Regensburg

Die Erprobung der Behandlungsmethode werde aber fortgesetzt. Denkbar sei, dass die Behandlung wirksamer ist, wenn das Blutplasma der Genesenen den Patienten in einer fr√ľheren Phase der Erkrankung verabreicht wird. In einem Stadium in dem noch keine k√∂rpereigenen Antik√∂rper gebildet werden, k√∂nnte laut den Regensburger Medizinern damit eine ungehemmte Ausbreitung des Virus fr√ľhzeitig gebremst werden.

Wer darf spenden?

Die derzeitigen Voraussetzungen f√ľr eine Spende sind in der Regel: Der von Covid-19 geheilte Blutspender, hat seit 14 Tagen keine Symptome mehr. Er (oder sie) ist zwischen 18 und 60 Jahren alt. Und er ist frei von Infektionskrankheiten wie HIV, Hepatitis oder Syphilis.

Blutplasma gegen Corona in Bayern

In Bayern setzen unter anderem bereits die Unikliniken Regensburg, Augsburg, Erlangen und M√ľnchen auf dieses Verfahren. Zum Teil sind so viele Menschen dem Blutspendeaufruf gefolgt, dass keine weiteren Spender mehr gesucht werden. Vom Uniklinikum Erlangen hie√üt kurz nach dem Aufruf, dass sich innerhalb weniger Stunden mehr als 200 Personen gemeldet hatten, die an COVID-19 erkrankt waren und Blutplasma spenden wollten.

"Das waren viel mehr, als wir zum jetzigen Zeitpunkt in unser Programm aufnehmen konnten." Prof. Holger Hackstein, Universitätsklinikum Erlangen

Augsburg hingegen such weiter Spender. Ebenso die Uniklinik Regensburg. Hier sollen sich weiterhin genesene Covid-19-Patienten melden, wenn sie bereit sind, ihr Blutplasma zu spenden.

Altbekannter Behandlungsansatz

Neu ist die Therapie nicht. So wurden etwa an Sars 1, Mers oder Ebola Erkrankte mit ihr behandelt. Auch 1918 kam sie zum Einsatz. Zur Behandlung der weltweit w√ľtenden Spanischen Grippe.