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Bordellbesitzerin erpresst und bedroht - sechseinhalb Jahre Haft | BR24

© picture-alliance/dpa

Landgericht Schweinfurt

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    Bordellbesitzerin erpresst und bedroht - sechseinhalb Jahre Haft

    Unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubs hat das Landgericht Schweinfurt zwei 45 und 34 Jahre alte Männer zu Freiheitsstrafen von jeweils sechseinhalb Jahren verurteilt. Damit blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

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    Unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubs hat das Landgericht Schweinfurt die beiden 45 und 34 Jahre alte Männer aus Lettland zu jeweils sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte für die beiden Angeklagten Freiheitsstrafen von jeweils neun Jahren und sechs Monaten gefordert. Die Verteidiger der beiden forderten jeweils Freispruch. Der 45-jährige Angeklagte war Ende August 2011 mit einem Komplizen in die Wohnung einer Schweinfurter Bordellbetreiberin eingestiegen und hatte die damals 40-Jährige dort mit einem Komplizen rund sechs Stunden festgehalten. Weiterhin erpressten die beiden die Frau um 100.000 Euro. Ein 32- Jähriger, der allerdings nicht zum Prozess kam, soll das Duo gefahren haben. Der 34-Jährige Angeklagte hatte die Tat in Auftrag gegeben, weil er das Bordellgeschäft der Frau übernehmen wollte. Der Komplize wurde im September 2012 wegen dieses Falls vom Landgericht Schweinfurt zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Mann war zum Zeitpunkt des Urteils 43 Jahre alt.

    Frau mit Injektionsspritze bedroht

    Der 45-Jährige und der bereits verurteilte Mann hatten an der Wohnungstür der Frau in Schweinfurt geklingelt und gesagt, sie hätten mir ihrem Auto ein Problem. Daraufhin ließ sie die Männer ein. Dann begann für die Frau ein Martyrium: Die beiden Männer fesselten sie mit Klebeband an Händen und Füßen und hielten ihr eine aufgezogene Injektionsspritze an den Hals. Die Frau solle 100.000 Euro Schulden an Geschäftspartner in Lettland zahlen, forderten die Männer. Wenn sie das nicht tue, würden sie sie mit der vermeintlichen Giftspritze umbringen und keiner würde merken können, dass sie ermordet worden sei, drohten sie ihr. Auch ihren Sohn würden sie so zurichten, dass er künftig behindert sei, sollen sie gesagt haben.

    Erst nach Todesdrohungen Polizei aufgesucht

    Daraufhin sagte die Frau unter Todesangst, dass sie zahle. 56.000 Euro hatte sie in ihrer Wohnung. Sie rief dann eine ihrer Bordellmitarbeiterinnen an und sagte, sie solle alles, was ihre Prostituierten haben, einsammeln und ihr bringen. Da kamen dann nochmal 3.000 Euro zusammen. Den Rest sollte die Frau abstottern. Gut sechs Stunden war die Frau in ihrer Wohnung festgehalten worden. Die Männer forderten binnen drei Monaten weitere 40.000 Euro. Dann sind sie mit der Drohung gegangen, dass sie auf offener Straße umgebracht werde, falls sie nicht zahle. Die Frau ging da noch nicht zur Polizei. Sie zeigte die Männer erst an, als sie weitere Todesdrohungen bekam. In den kommenden Wochen vereinbarten die Männer per Handy einen Übergabetermin für das restliche Geld. Polizeibeamte nahmen am Übergabeort, am Nürnberger Hauptbahnhof, dann den bereits verurteilten Mann, einen Pfandleiher aus Lettland, fest.