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BR Fernsehen HD

Stand: 17.02.2020

Zuschauerin mit Flachbildschirm  | Bild: BR/Lisa Hinder

In den frühen Morgenstunden des 30. April 2012 ist es soweit: Das BR Fernsehen startet in den beiden Regionalvarianten "BR Süd HD" und "BR Nord HD". Eine halbe Stunde vorher ist die Ära der analogen Satellitenverbreitung in Deutschland endgültig beendet: Ein gemeinsamer Schritt der deutschen TV-Veranstalter, der für klare Verhältnisse sorgen sollte. Seither sind deutsche Programme ausschließlich digital auf ASTRA 19,2 Grad Ost vertreten. Die Abschaltung der analogen Verbreitung schafft aber auch Platz für Neues: Zahlreiche Programme starten jetzt zusätzlich in HD.

Das Erste HD sowie das ZDF HD brillieren mit der neuen Auflösung und Detailschärfe bereits seit den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver und bauen ihr Angebot an nativ gedrehten HD-Sendungen konsequent aus.

Doch so richtig ins Rollen kommt HDTV durch das Ende der analogen Satellitenverbreitung - auch wenn anfangs erst ein Teil der Fernseher in den deutschen Wohnzimmern "HD-ready" ist: SAT-Zuschauer empfangen ihre Programme jetzt zwar digital, doch überwiegend noch in der bisher üblichen Standard-Auflösung (720 x 576 Pixel).

Heute ist HDTV "normal" bei Zuschauerinnen und Zuschauern

Zehn Jahre später haben sich der Anspruch an die Bildqualität und Geräteausstattung zuhause grundlegend geändert: Mit der gestiegenen Vielfalt an HDTV-Programmen und immer größeren Bildschirmdiagonalen ist auch die Zahl der HD-fähigen Endgeräte in den Haushalten stark angewachsen.

Inzwischen empfangen rund 84 Prozent der Fernsehhaushalte in Deutschland (Quelle: ASTRA TV-Monitor 2019) die frei verfügbaren Programme ganz selbstverständlich in der besseren Empfangsqualität des HDTV-Formats (1280 x 720 Pixel oder 1920 x 1080 Pixel für Full HD).

Private Free-TV-Programme, die im HD-Format verschlüsselt und gegen eine Servicegebühr zu sehen sind, werden dagegen überwiegend noch im unverschlüsselten SD-Format konsumiert.

Ultra HD ist kostenintensiv

Neue Fernsehgeräte und Monitore im Handel sind heute meist 4K-Fernseher bzw. UHD-tauglich. Warum gibt es dann aktuell erst wenige lineare TV-Kanäle in UHD mit der passenden Auflösung?
Ein wichtiger Grund ist der zusätzliche Kostenfaktor für Anbieter: sowohl in der Produktion als auch bei der Übertragung. Die vierfache Auflösung von UHD bzw. 4K (3840 x 2160 Pixel) gegenüber FullHD (1920 x 1080 Pixel) benötigt noch einmal deutlich gesteigerte Kapazitäten im Vergleich zu HDTV. Ein Kompromiss kann der Schritt sein, künftig hochwertige UHD-Produktionen alternativ in der Mediathek bzw. via HbbTV zur Verfügung zu stellen.

Bei den Zuschauerinnen und Zuschauern setzt die UHD-Technologie zudem die neuesten TV-Modelle oder Receiver voraus. Damit das Auge die feineren Details auch auflösen kann, darf es keinen zu großen Abstand zwischen Fernseher und Sofa geben, nur ungefähr die 1fache Bildschirmdiagonale. Bei Displays mit 55 Zoll (ca. 137,5 cm) sind das weniger als 2 Meter Sitzabstand.
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HD auf allen Wegen

Der HD-Empfang ist via Satellit, Digitalkabel, Internet, IPTV (DSL-Leitung) und über DVB-T2 HD möglich.

Voraussetzung für den HD-Empfang:

ein HD-tauglicher Flachbildfernseher oder ein zusätzlicher HD-Receiver, der mit dem Fernsehgerät über die HDMI-Schnittstelle verbunden wird.

Über Satellit sind die ARD-Programme in beiden Bildqualitäten HD und SD in weiten Teilen Europas zu empfangen. Erkennbar ist die bessere Qualität bei den Programmen am Namen oder am Logo mit HD-Zusatz.

Bei DVB-T2 HD ist das Ausstrahlungsformat für den terrestrischen Empfang mit Full HD (1080p/50) sogar noch höher als bei Satellit (720p/50) ausgelegt.

Livestreams und Mediatheksbeiträge liegen in der Regel in HD vor, hier passt sich die Qualität auch dynamisch den aktuellen Verhältnissen beim Internet-Traffic an. So kann es bei der Auflösung zu Einbußen kommen, wenn massenhaft Zugriffe auf einen Livestream, wie bei einer Fußball-WM, zu verzeichnen sind.

Welche Kabelnetz- und IPTV-Anbieter speisen die ARD-HD-Programme ein?

Auch viele Kabel- und IPTV-Netzbetreiber speisen die öffentlich-rechtlichen HD-Programme ein. Die Entscheidung dafür oder dagegen liegt aber immer beim einzelnen Netzbetreiber. Für das Angebot in Kabel- und IPTV-Netzen sind die jeweiligen Betreiber selbst verantwortlich und bieten es daher ihren Kunden direkt an. Allen Betreibern, die über die GEMA einen Vertrag über die Einräumung von Kabelweitersenderechten abgeschlossen haben, steht auch die Einspeisung der HD-Programme frei. Im Zweifel sollten sich Kabelkunden bzw. IPTV-Kunden direkt an ihren Betreiber wenden.


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