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Aus zwei mach eins Windows XP - Fensterrahmen mit Sicherheitsglas

Windows XP bringt die beiden Windows-Linien NT und DOS zusammen. Zugleich gewinnt durch den Internetboom und die Dominanz des Internet Explorers Ende der 90er-Jahre das Thema Sicherheit vor Gefahren aus dem Netz rasant an Bedeutung. Das Betriebssystem hat viele offene Fenster für ungebetene Gäste, die über die Verbindung mit dem World Wide Web Zugang zu den Windows-Rechnern erlangen.

Von: Wolfgang Zehentmeier

Stand: 20.11.2015 | Archiv

Windows XP Logo | Bild: picture-alliance/dpa

Screenshot Windows XP

Für Hacker und Cybergangster sind Windows-Rechner zudem lohnende Opfer, weil das Betriebssystem so weitverbreitet ist. Da lohnt sich der Aufwand und Viren, Würmer, Trojaner und andere Schadprogramme, die die Schwächen von Windows ausnutzen, sind höchst effizient. Zwar schließt Microsoft per Update immer wieder bekannte Lücken, doch prinzipiell bleibt das System zunächst vollkommen offen.

Ein Windows fürs Büro und zuhause

Selbst als 2003 Windows XP auf den Markt kommt, ändert sich zunächst nichts an dieser Firmenphilosophie. Das Besondere an XP ist, dass es die beiden bis dahin bestehenden Windows-Linien wieder zu einer Systembasis zusammenführt: ein Windows im einheitlichen Fensterrahmen. Im Kern stützt sich XP auf die NT-Technologie, bringt aber von der DOS-Linie die Möglichkeit für Sendungen, Unterhaltungsprogramme, Computerspiele oder Multimedia-Anwendungen mit.

Das macht vieles einfacher: Programmierer haben nur noch eine Basis für alle Programme - gleich ob Office-Programm für's Büro oder Multimedia für zuhause. Und die Nutzer können die gleichen Programme überall nutzen und müssen sich bei der Bedienung nicht jedes Mal wieder von der Büro-Software auf die Software zuhause umstellen.

Steter Virus höhlt das Windows

Screenshot Windows XP

Doch trotz des neuen Systems gehen die Angriffe durch Viren und andere Schadprogramme weiter, steigern sich sogar noch. Denn die Zusammenlegung nutzt auch den Cyber-Kriminellen: Schließlich können Angreifer, die eine Schwachstelle in Windows XP gefunden haben, jetzt grundsätzlich Firmenkunden und Privatanwender mit einem Schlag treffen.

Schotten dicht mit Service Pack 2

Mit dem Service Pack 2, einem Sicherheits-Update für Windows XP, zieht Microsoft die Reißleine und dreht seine Philosophie um 180 Grad ins genaue Gegenteil: Alle Fenster, die vorher offen waren, werden jetzt verriegelt. Zugleich aber werden die Kunden mit der Entscheidung ziemlich allein gelassen, welche Verbindung sie denn zulassen sollen und welche nicht. Das führt zum einen dazu, dass so manche Netzwerkverbindungen nur unter großen Schwierigkeiten zustande kommen und umgekehrt Nutzer genervt und ohne es zu wissen fahrlässig Türen und Fenster öffnen, über die sie Cybergangstern erst recht Zugriff auf ihren Rechner gewähren.

Neues Firmen-Credo: Sicherheit

Screenshot Windows XP

Doch grundsätzlich hat Microsoft das Thema Sicherheit als neues Firmen-Credo entdeckt. Die mit dem Service-Pack 2 ins System integrierte Firewall soll ungewollte Zugriffe auf den Computer verhindern. Zugleich macht sich Microsoft für sicheres Surfen im Web stark und engagiert sich vehement gegen die Verbreitung von Spam, der im boomenden Internet immer weiter zunimmt.

Große Beliebtheit

Trotz der Aufregung um die Sicherhetswende ist Windows bei den Nutzern aufgrund seiner Stabilität und der neuen vielen Möglichkeiten, Büro- und Multimediasoftware gemeinsam zu nutzen, sehr beliebt. Im März 2014, ein Jahr nach dem Support-Ende von Windows XP, liefen nach Zahlen von des Marktforschungsunternehmens "Netmarketshare" immer noch 17 Prozent der Desktop-PC mit XP - mehr als mit dem damals aktuellen Windows 8 - was übrigens auch einiges über die Beliebheit von Windows 8 aussagt.


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