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Windows in den 90ern Von kleinen Fenstern zum Panoramablick

Anfang der 90er-Jahre schaffen bessere Grafik und mehr Rechenleistung der PCs die Grundlage für den Erfolg der dritten Auflage von Windows. Immer mehr Computernutzer wechseln von MS-DOS zu Windows 3.x.

Von: Wolfgang Zehentmeier

Stand: 20.11.2015 | Archiv

Pachung Windows 3.1 | Bild: Microsoft

Zugleich aber steigt die Zahl derer, die Bekanntschaft mit der dunklen Seite von Windows machen.

Ursprünge der Urschrei-Therapie

Zunächst sind es meist kleinere Fenster, die nur einen OK-Knopf haben und das Unheil in Form verklausulierter Fehlermeldungen ankündigen. Kurz darauf verwandelt sich der Bildschirm in eine blaue Farbwüste, auf der "Schwerer Ausnahmefehler" und ein undefinierbares Programmierer-Kauderwelsch steht.

Viele Nutzer sind des Windows Tod

Screenshot Windows 3.0

Meist macht danach das Betriebssystem anschließend keinen Mucks mehr und das Programm, in dem man gerade für Stunden gearbeitet hat, schickt seine Daten ins große Computer-Nirwana. Es geht das Gerücht um, dass aus der Art, wie manche Computernutzer auf diese Situation reagiert haben, die Urschrei-Therapie geboren wurde.

Vielfalt und Verbiegungen

Zur Ehrenrettung von Windows muss man aber sagen, dass sich kein anderes Programm auf dem Computer so vielen unterschiedlichen Computer-Konstellationen und so vielen unterschiedlichen Nutzern stellen muss, wie dieses Betriebssystem.

Dazu kommt, dass einige Programmierer, die für Windows Programme anliefern, die Möglichkeiten des Betriebssystems weitgehend ausreizen - manchmal so weit, dass das Betriebssystem nicht mehr funktioniert. Die Programme greifen zum Teil hemmungslos in die Dateistruktur des Betriebssystems ein. Doch wenn der PC dann streikt, geben die Nutzer Windows die Schuld.

Screenshot Windows 3.1

Eine andere Ursache: Hersteller verschiedener Grafik-, Sound- oder Netzwerkkarten entwickeln Programmteile, genannt "Treiber", die nicht richtig mit dem Betriebssystem zusammenarbeiten, es zum Teil sogar behindern oder mit anderen Teilen von Windows kollidieren. Das System verabschiedet sich daraufhin aber die Schmach bleibt an Windows hängen.

Bananensoftware - reift beim Kunden

Umgekehrt ist Microsoft der Vorwurf zu machen, immer wieder Teile des Betriebssystems recht unausgereift an die Kunden zu geben, sodass auch das Betriebssystem selbst nicht gerade den stabilsten Eindruck macht.

Windows NT

Screenshot Windows NT | Bild: Microsoft

Startbildschirm Windows NT

Um diese Schwächen bei Zuverlässigkeit und Stabilität und die Unzufriedenheit vor allem von Firmenkunden, die jeder Computer-Ausfall viel Geld kostet, in den Griff zu bekommen, entwickelt Microsoft ein von Grund auf neues Betriebssystem, ohne DOS: Windows NT (New Technology). Es gelingt dem verantwortlichen Leiter, David N. Cutler, ein sehr stabiles Windows zu schaffen, das für Firmen, ihre Netzwerke und eine überschaubare Zahl von Anwendungsprogrammen gemacht ist. Multimedia-Anwendungen oder Spiele beherrscht das Programm aber nur in einem sehr überschaubaren Umfang.


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