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Wie lange hält eine Matratze? Ist meine Matratze noch gut?

Wie lange hält eine Matratze? 7 Jahre? 20 Jahre? Oder bis sich Kuhlen gebildet haben? Wir klären, wann Sie sich eine Neue ins Bett legen sollten und wie Sie Ihre Matratze richtig pflegen.

Stand: 20.02.2020

Matratze | Bild: mauritius-images

Wie oft sollte man die Matratze wechseln?

Auch wenn unsere Matratzen jede Nacht mehr oder weniger Schwerstarbeit leisten müssen - der Hauptgrund für den Austausch ist nicht etwa mechanischer Verschleiß: "Aus hygienischen Gründen sollten Sie die Matratze etwa alle 8 bis 10 Jahre austauschen", empfiehlt die Stiftung Warentest, wie auch viele Matratzenhersteller. Selbst bei kühlen Außentemperaturen verliert ein gesunder Mensch in etwa einen halben Liter Flüssigkeit pro Nacht - eine Menge, die individuell natürlich variieren kann, erst recht bei Hitze oder Krankheit. Zusammen mit den Hautschuppen, die sich natürlicherweise auch nachts von unserer Haut lösen. Nicht alles davon fängt sich in der Bettwäsche und im Bezug, sondern erreicht auch die Matratze.

Wer seine Matratze regelmäßig reinigt und pflegt, kann den Zeitraum bis eine Neuanschaffung ansteht also durchaus verlängern.

Matratze reinigen - wie?

Lüften und Wenden - die wichtigsten Pflegemaßnahmen für Ihre Matratze.

Die Stiftung Warentest empfiehlt, jedes Mal beim Bettenbeziehen die Matratze zu drehen (Kopf- und Fußende vertauschen) und zu wenden (auf Vorder- bzw. Rückseite), es sei denn, sie hat ausgewiesene Liegezonen.   

Den waschbaren Bezug der Matratze sollten Sie alle drei Monate waschen, wobei normales Waschmittel genügt. Für Allergiker können sogenannten "Encasings" sinnvoll sein - Bezüge, die für besonderen Schutz gegen Hausstaubmilben und ihre Ausscheidungen sorgen. Tipp: Manche Krankenkassen übernehmen die Anschaffungskosten für Allergiker teilweise oder sogar ganz.

Sie gehören auch zu den Heuschnupfen-Geplagten? Lesen Sie dazu: So schlafen Sie trotz Heuschnupfen besser

Was bringt der Staubsauger?

Wenn Sie auch zu denjenigen gehören, die Ihre Matratzen regelmäßig mit dem Staubsauger reinigen: Lassen Sie es vorsichtig angehen. Zwar entfernt der Staubsauger zuverlässig Staub und Kleinpartikel; auf zu hohe Leistung gestellt kann er allerdings der Matratze schaden - weshalb die Stiftung Warentest von einer Reinigung mit dem Staubsauger abrät: "Durch den Saugvorgang verschieben sich Teile der Unterpolsterung und in der Zwischenlage können sich Dellen bilden." 

Wichtige Pflegemaßnahme: Luft an die Matratze lassen

Auch von unten sollte genug Luft an die Matratze kommen.

Tagsüber sollte man die Matratze nicht abdecken und das Bett aufgeschlagen lassen. So kann Luft an die Matratze und Feuchtigkeit abtransportieren. Das hält die Hausstabmilben in Schach und beugt Schimmelbildung vor.

Wichtig ist auch, dass von unten Luft an die Matratze kommen kann. Also besser keine Unterbettkommoden verwenden und lieber auch keine Betten mit Bettkasten.

Matratze Liegekuhle

Wenn sich in der Matratze Kuhlen gebildet haben, und zwar auf beiden Seiten, hat sie das Ende ihrer Haltbarkeit erreicht. Ob eine Matratze früher oder später Kuhlen bildet, hängt dabei laut Stiftung Warentest aber nicht etwa vom Gewicht des Schläfers ab, sondern primär vom Material der Matratze: Auf Kaltschaummatratzen bilden sich eher Kuhlen als auf Latexmatratzen, da manche Kaltschaumarten angesichts der Kombination von Wärme und Feuchtigkeit schneller weich werden. Schwerere Menschen sind daher besser auf einer Latexmatratze aufgehoben.

Welcher Matratzen Härtegrad für welches Gewicht?

Wenn Sie sich auf die Suche nach einer neuen Matratze machen, sollten Sie sich unbedingt Zeit nehmen - und auf Ihr Körpergefühl achten: Nehmen Sie sich Zeit, um verschiedene Modelle und Hersteller zu vergleichen. Und vor allem: Liegen Sie Probe! Und zwar ausgiebig. Die Stiftung Warentest hat in einer Untersuchung vom September 2019 festgestellt: Die Härteangaben der Hersteller bei Federkern- oder Kaltschaummatratzen stimmt oft nicht. Deshalb ist beim Matratzenkauf Ihr voller Körpereinsatz gefragt: Liegen Sie auf dem Bauch genauso bequem wie auf der Seite oder dem Rücken? Wie tief sinken Sie ein - und ist das für Sie angenehm oder eher nicht? Ihr Körpergefühl sollte letztendlich den Ausschlag für Kauf oder Nicht-Kauf geben.


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