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Was hilft gegen Sodbrennen? Diese Hausmittel können bei Sodbrennen helfen

Das Essen war lecker. Und reichhaltig. Aber mit dem Druck im Magen oder auf dem Brustbein kommt die Reue. Welche Hausmittel bei starkem Sodbrennen schnell helfen.

Stand: 04.12.2018

Frau leidet unter Sodbrennen | Bild: mauritius-images

Was ist Sodbrennen?

Manche spüren es als Druck in der Magen-Gegend, andere fühlen ein Brennen unterhalb des Brustbeins. Die Ursache ist immer die gleiche: Magensäure "schwappt" in die Speiseröhre. Normalerweise wird das durch die so genannte Säurebarriere verhindert, eine Muskelkonstruktion bestehend aus dem unteren Verschlussmuskel der Speiseröhre und dem Zwerchfell. Beim Essen öffnet sich diese Barriere immer nur kurz, um gekaute Nahrung in den Magen zu lassen und macht danach wieder dicht. "Wenn man zu viel gegessen hat, der Magen also gedehnt ist, kann sich dieser Mechnismus öffnen", erklärt Dr. Simon Nennstiel, Gastroenterologe am Münchner Klinikum rechts der Isar. "Eigentlich, um die Luft wieder raus zu lassen, die man nebenbei beim Essen aufnimmt und verschluckt. Dabei kann dann aber auch Magensäure nach oben entweichen."

"Früher dachte man, dass sich im Magen die Magensäure mit der zerkleinerten Nahrung zu einem Brei vermischt. Mittlerweile weiß man: Die Säure schwimmt wie ein kleiner See oben auf dem Essensbrei."

Dr. Simon Nennstiel, Gastroenterologe am Münchner Klinikum rechts der Isar

Und wenn dann nach einem reichhaltigen Essen der Magen ohnehin schon gedehnt ist, und der Verschlussmechanismus sich öffnet, kann es zum typischen Sodbrennen kommen. Verstärkt wird dieser Effekt, wenn man sich nach dem Essen auch noch hinlegt.

Was kann man gegen Sodbrennen tun?

"Welche Lebensmittel Sodbrennen auslösen, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich", betont Dr. Nennstiel. Als gesicherte Auslöser gelten Kaffee, Alkohol und Zigaretten. Entsprechend rät der Arzt jedem Betroffenen, auf sein Bauchgefühl zu hören und sinnvollerweise das zu meiden, was Sodbrennen auslöst. Eine Empfehlung hilft zumindest in sehr vielen Fällen: Besser mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt essen, statt wenige große Mahlzeiten zu sich zu nehmen.

Welche Hausmittel helfen schnell bei starkem Sodbrennen?

Das eine Hausmittel, das jedem Betroffenen hilft, gibt es nach den Erfahrungen von Dr. Nennstiel leider nicht - so individuell wie die Ursachen sind auch die Gegenmittel. Die folgenden Mittel haben aber zumindest in sehr vielen Fällen eine gute Wirkung erzielt:

  • Ein Glas Wasser trinken. Das soll die Speiseröhre dabei unterstützen, die Säure wieder in Richtung Magen zu befördern.
  • In Wasser aufgelöstes Natron trinken. Das soll die Säure neutralisieren.
  • Kaugummi kauen. Das soll die Speiseröhre bewegen und den Magen dabei unterstützen, sich schneller zu entleeren. Dabei wird zudem die Speichelproduktion angeregt, geschluckt und dadurch die Säure aus der Speiseröhre befördert.
  • Heilerde. Sie soll ebenfalls die aufgestiegene Magensäure neutralisieren. Bitte beachten Sie dabei genau die Dosierungsangaben und Anwendungseinschränkungen der Packungsbeilage.

Hilft vielen Betroffenen: Atemübungen gegen Sodbrennen

Auch Entspannungstechniken wie Yoga oder auch Atemübungen können laut Dr. Nennstiel helfen, denn natürlich ist Stress mit ein Faktor, der Sodbrennen auslöst - unter anderem, weil er dafür sorgt, dass mehr Magensäure produziert wird. Auch für andere Behandlungsmethoden, wie etwa Akupressur mit einem kleinen Gummiball, gilt "Alles was hilft, ist erlaubt".
Allerdings nur, solange das Sodbrennen kein Fall für den Arzt ist.

Wann sollte man mit Sodbrennen zum Arzt gehen?

Wie so vieles im Zusammenhang mit dem Sodbrennen, hängt auch der Zeitpunkt, ab dem Sie zum Arzt gehen sollten, zum Teil von Ihnen persönlich ab. Für Dr. Nennstiel sind zwei Faktoren entscheidend: "Solange die Beschwerden nicht häufiger als 2 Mal pro Woche auftreten und solange Sie sich dadurch nicht in Ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen". Aber allzu locker sollte man regelmäßiges Sodbrennen auch nicht nehmen:

"Man muss aufpassen, dass man nicht irgendwann nach fast jeder Mahlzeit eines der frei verkäuflichen Präparate gegen Sodbrennen einnimmt. Da sollte man dann doch besser einen Arzt konsultieren."

Dr. Simon Nennstiel / Gastroenterologe am Münchner Klinikum rechts der Isar


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