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Vitaminmangel Bei welchen Vitaminen eine Ergänzung sinnvoll ist

Die Regale in Supermärkten und Apotheken sind voll mit Vitaminpräparaten - doch nicht alle sind notwendig. Wo ein Zusatz sinnvoll ist und wie Sie ausreichend Vitamine über die Nahrung aufnehmen.

Stand: 16.01.2017

Tabletten oder Obst und Gemüse? Das hängt vom Vitamin ab. | Bild: picture-alliance/dpa

Folsäure

Klingt zwar nicht so, aber auch Folsäure ist ein Vitamin - und sogar ein sehr wichtiges. Vor allem Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch sollten auf einen ausgeglichenen Folsäure-Haushalt achten, da es wichtig für die Entwicklung des Kindes ist. Sie haben deshalb einen erhöhten Bedarf und sollten zusätzlich Folsäure einnehmen.

Wer keinen erhöhten Bedarf hat, kann Folsäure gut über die Nahrung aufnehmen - gerade auch bei Kindern, sollte auf eine ausreichende Versorgung geachtet werden. Folsäure ist in vielen Lebensmitteln enthalten: Spinat, Vollkorn, Bohnen, Brokkoli, Hühnerei, Rote Bete, Sojabohne.

"Wenn wir Mangelzustände bei gesunden Menschen sehen, dann liegt das meistens an einer Fehlernährung."

Jörg Schelling, Gründungsdirektor des Instituts für Allgemeinmedizin an der LMU München

Vitamin C

"Vitamin C ist ganz wichtig als Radikalfänger für das Immunsystem und für die Infektabwehr", sagt Jörg Schelling, Facharzt für Allgemeinmedizin. Erwachsene, die sich ausgewogen und gesund ernähren, haben in der Regel keinen Vitaminmangel, bei Kindern und Senioren können dagegen ernährungsbedingte Mangelerscheinungen auftreten. "Bei älteren Menschen kann ein Zusatz sinnvoll sein, bei Kindern halte ich nichts davon", sagt Jörg Schelling.

Um einem Mangel vorzubeugen, können Sie diese Lebensmittel in Ihren Speiseplan intergrieren: Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Stachelbeeren, Honigmelone, Kiwi, rote Paprika, Brokkoli.

"Wenn man ein Vitamin-Präparat einnimmt und sich an die Dosierung hält, kann man im Prinzip nichts falsch machen."

Jörg Schelling, Gründungsdirektor des Instituts für Allgemeinmedizin an der LMU München

B Vitamine

"Vitamin B2 ist wichtig für das Nervensystem, kann aber gut über die Nahrung aufgenommen werden, in der Regel haben die meisten Menschen keinen Mangel", sagt Schelling. Enthalten ist das Vitamin in Milch, Joghurt, Käse, Mandeln, Champignons, Hühnerei, Linsen.

Häufiger ist ein Mangel beim Vitamin B12, das praktisch ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch oder fetthaltigem Fisch vorkommt. Besonders bei einer veganen Ernährung kann es deshalb zum Mangel kommen. "Bei einem Mangel kann man es künstlich zuführen, wer aber einmal die Woche Fleisch oder Fisch isst, hat einen normalen B12-Spiegel", sagt Jörg Schelling.

Vitamin D

Das Vitamin wird aber nicht nur über die Nahrung aufgenommen, sondern kann durch Sonneneinstrahlung auch im menschlichen Körper produziert werden. Gerade im Winter klagen daher viele Menschen über einen Mangel. "Viele Patienten, die im Winter niedergeschlagen und schlapp in die Praxis kommen, haben niedrige Vitamin D-Werte, da ist eine zusätzliche Gabe sicherlich richtig", sagt Jörg Schelling. Der Grund: Vitamin D beeinflusst nicht nur die Stimmung, sondern ist vor allem auch für Knochendichte und –stabilität wichtig.

Laut Schelling reicht in den meisten ein längerer Spaziergang in der Wintersonne, um den Bedarf zu decken. "Bei einem Vitamin D-Mangel ist aber der Griff zu einem Präparat sinnvoll, den kann man nicht nur durch die Ernährung ausgleichen."

Vitamin E

Auch Vitamin E ist ein Radikalfänger und deshalb wichtig für das Immunsystem. Da es aber in den meisten pflanzlichen Ölen wie Sonnenblumen- oder Rapsöl oder auch Nüssen enthalten ist, sind Mangelerscheinungen hier selten.

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