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Nestbau Benutzen Vögel ihr Nest ein zweites Mal?

Wenn Sie ein verlassenes Vogelnest auf einem Baum oder Strauch in Ihrem Garten finden, lassen Sie es am besten dort. Viele Singvögel benutzen ihr Nest mehrmals. Welche das sind und Tipps, wie Sie Vögel beim Nistbau unterstützen.

Stand: 23.02.2021 | Archiv

Vogelnest in einem Strauch im Winter | Bild: mauritius images

Es gibt einige heimische Vogelarten, die ihr Nest mehrfach für die Brut benutzen: "Tatsächlich gibt es recht viele Vogelarten, die ihre Nester öfter als nur einmal nutzen. Rauch- und Mehlschwalben, Mauersegler und auch Spatzen sind sehr ortstreu. Sie kommen immer wieder zum selben Nest zurück und nutzen es über viele Jahre", sagt Sonja Dölfel vom Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Kohl- und Blaumeisen oder auch Stare nutzen ihre Bruthöhle oder den Nistkasten mehrmals im Jahr - viele haben ja zwei bis drei mal Nachwuchs pro Jahr. Deswegen: Während der Brutzeit nicht in Nistkästen reinschauen!

Amseln: Immer wieder ein neuer Nestbau

Amseln bauen eigentlich für jede Brut ein neues Nest, in Siedlungen kann es aber auch vorkommen, dass sie das vorhandene Nest nur etwas ausbessern. Deswegen: Wer beobachtet, dass das alte Nest erneut angeflogen wird - Nest in Ruhe lassen. Und beachten, dass es aus Naturschutzgründen nur in bestimmten Zeiten erlaubt ist, die Hecke zu stutzen: Wann darf man Hecken schneiden.

Vögeln beim Nestbau unterstützen - Nistmaterial anbieten

Amseln befestigen ihr Nest oft mit Erde.

Gartenbesitzer können die Vögeln in ihrem Garten sehr gut und einfach unterstützen. Einfach, indem Sie "etwas Unordnung" in Ihrem Garten zulassen. Der Verzicht auf Chemie im Garten lässt Klee und Kräuter wachsen, die manche Vogelarten in ihr Nest einbauen. Eine Stelle im Garten mit feuchter Erde kommt besonders den Amseln zugute: Sie stabilisieren ihr Nest mit Erde.

Sonja Dölfel hat noch folgende Tipps: "Wer Pflanzenwolle anbieten will, sollte verblühte Stauden und Disteln stehen lassen. Tierhaare, Federn und Wolle sind im Garten nur schwer zu finden. Aber hier lässt sich leicht Abhilfe schaffen: In geeigneten Behältern können Federn, vielleicht vom nahen Hühnerhof, Schafwolle und kurz geschnittene Wollfäden, möglichst kein Kunststoff, angeboten werden."

Nestbau mit Untermietern und Schutz durch Kräuter

Wussten Sie, dass Weißstörche ihrem Nest nicht nur sehr treu sind, sondern auch jede Brutzeit daran weiterbauen? Manchmal sind die Storchennester so groß, dass Spatzen als Untermieter einziehen.
Schlaue Stare: Einige Vogelarten wie zum Beispiel der Star bauen Kräuter mit in ihr Nest ein - zum Schutz vor Parasiten.


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