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Amsel So helfen Sie der Drosselart

Bei der "Stunde der Wintervögel" 2019 des Naturschutzbunds Deutschland war bei den Amseln ein nicht unerheblicher Rückgang festzustellen. Hier erfahren Sie, wie Sie die heimische Vogelart unterstützen können.

Stand: 15.01.2019

Eine Amsel sitzt in einem schneebedeckten Vogelbeerenbaum. | Bild: mauritius-images

Die Amsel ist bei der "Stunde der Wintervögel" 2019 auf Platz 5 der Wintervögel gerutscht, was für die heimische Drosselart ein starker Rückgang ist. Und das liegt nicht nur am Usutu-Virus, sondern auch an anderen Umständen. Wie man kurz und langfristig die Amseln unterstützen kann, das haben wir gemeinsam mit dem Landesbund für Vogelschutz hier zusammengetragen.

Amselsterben durch Usutu-Virus

Der Usutu-Virus war in den letzten Jahren hauptverantwortlich für das Amselsterben. Der Virus wird durch Stechmücken übertragen. Mit dem Sterben dieser Mücken ging im Herbst 2018 auch die Epidemie zu Ende. Wenn die Saison der Stechmücken wieder losgeht, kann auch der Virus wieder um sich greifen. Das kann, muss aber nicht passieren.

Doch damit ist die Gefahr für die Amsel noch nicht gebannt, auch das allgemeine Insektensterben und die Tatsache, dass es immer weniger Regenwürmer gibt, sind Gründe für den Rückgang des Amsel-Bestands. Weil die Vögel für ihre Jungen kein Futter mehr finden, beglücken uns immer weniger Amseln morgens mit ihrem Gesang.

Amseln sind Bodenfresser

Um den Vögeln ein lebensfreundliches Umfeld zu schaffen, reichen schon Kleinigkeiten. Da Amseln Bodenfresser sind, kann man ihnen Futterstationen am Boden schaffen. Am besten mehrere kleine Stationen, damit kein Machtkampf entbrennt und auch schwächere Vögel die Möglichkeit haben, etwas vom Futter abzubekommen.

Ein Amselweibchen frisst sich an einer Futterstation satt.

Eine Keramikschale mit Rosinen, trockenen Haferflocken oder Apfelvierteln hilft den hungrigen Vögeln schon sehr.

Bitte achten Sie nur darauf, die Schale täglich zu reinigen und am besten über Nacht hereinzuholen, da sich sonst ungebetene Gäste am Futter für die Amseln zu schaffen machen. Auch darf das Futter nicht nass sein. Tatsächlich gibt es auch passendes Futter zu kaufen.

Um diese Futterstationen vor Katzen und anderen Feinden der Amseln zu schützen, sollte man sie auf freien Flächen positionieren. Also nicht in der Nähe von Hecken oder Gebüsch, in dem sich Katzen verstecken und gut an die fressenden Vögel anpirschen können.

Wer selbst eine Katze zu Hause hat, sollte davon absehen, Bodenfutterstellen für Amseln aufzustellen.

Amseln mögen Beeren und Früchte

Ein Amselweibchen sitzt in einem Baumwürgerstrauch.

Sie können langfristig ihren Garten mit Beerensträuchern oder Obstbäumen versehen, um den Amseln etwas Gutes zu tun. Besonders die Vogelbeere ist unter den heimischen Vögeln und auch der Amsel beliebt.

Hecken pflanzen statt Nistkästen bauen

Amseln sind Nestbauer, sie nehmen nur selten Nistkästen an. Sie nisten besonders gerne in Hecken, das bedeutet aber auch, dass Sie Ihre Hecke vor dem Zurechtstutzen immer erst nach möglichen Amselnestern und deren Nachwuchs absuchen und –hören müssen.

Laub und Totholz als Futterlieferanten

Ein Amselmännchen lässt sich die Beeren des Efeu schmecken.

Und sonst? Lassen Sie im Herbst das Laub liegen. Darunter verstecken sich Insekten und Würmer, die für die Amseln ein gefundenes Fressen sind. Auch abgestorbenes, verrottendes Holz, sogenanntes Totholz ist ein idealer Futterlieferant für die Vögel. Vor allem im Winter, wenn der Boden gefroren ist, finden sich im Totholz noch Insekten und Würmer für die Amseln.

Wer komplett auf Nummer Sicher gehen will, der bietet den Amseln in seinem Garten Hagebutten, Weißdorn oder Efeu an. Diese Beeren mögen die Vögel zwar nicht so gerne, sie sind aber auch im Winter noch zu ernten und sind damit ein kulinarischer Notnagel für Amseln und Co.

Wussten Sie, dass Zugvögel im Flug schlafen können? Das und wie man den daheimgebliebenen Vögeln im Winter helfen kann, haben wir hier für Sie zusammengefasst.


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